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FĂŒr diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfĂ€ltig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Was Sie bei der Einnahme von Johanniskraut beachten sollten

t-online, rk (CF)

Aktualisiert am 17.08.2020Lesedauer: 4 Min.
Johanniskraut: Bei der Wirkung der Heilpflanze kommt es besonders auf die Dosierung an.
Johanniskraut: Bei der Wirkung der Heilpflanze kommt es besonders auf die Dosierung an. (Quelle: ArtCookStudio/getty-images-bilder)
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Wer unter leichten bis mittelschweren Depressionen oder depressiven Verstimmungen leidet, fĂŒr den gibt es ein erprobtes pflanzliches Mittel: das Johanniskraut. Was bei der Einnahme zu beachten ist und wie das natĂŒrliche Antidepressivum wirkt.

Das Wichtigste im Überblick


  • Symptome: Woran erkennt man eine leichte Depression?
  • Wirkung und Dosierung von Johanniskraut

Symptome: Woran erkennt man eine leichte Depression?

Jeder ist mal schlecht drauf oder hat eine depressive Phase. Egal ob Winterblues oder Unzufriedenheit im Privat- oder Berufsleben. SchlÀgt diese zeitlich begrenzte Unzufriedenheit jedoch in eine dauerhafte Melancholie um, sollten Sie hellhörig werden und einen Arzt aufsuchen.

  • Selbsttest: Depressionen Test - Sind Sie betroffen?

Acht Fakten zu Depressionen

Eine Depression Ă€ußert sich meist darin, dass der Patient sich niedergeschlagen fĂŒhlt. Betroffene Personen sind nicht in der Lage, angemessen auf die Bedingungen, unter denen sie leben, zu reagieren. Der ĂŒberwiegende Teil der Depressionen wird durch Ă€ußere EinflĂŒsse auf den Menschen ausgelöst. Diese Einflussfaktoren können alltĂ€glicher Stress, Leistungsdruck, aber auch SchicksalsschlĂ€ge wie eine Trennung oder der Todesfall eines Familienmitglieds oder einer nahestehenden Person sein.
Symptome einer Depression können sich vielfĂ€ltig Ă€ußern: Betroffene berichten ĂŒber Schlafstörungen, innere Unruhe, Magenprobleme, Niedergeschlagenheit und innere Leere. HĂ€ufig fĂŒhlen sich depressive Personen nicht mehr in der Lage, ihren Alltag zu meistern. Sie ziehen sich zurĂŒck und brechen den Kontakt mit ihren Mitmenschen ab.
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Man unterteilt Depressionen in leicht, mittelgradig und schwer. Welche Art der Depression vorliegt, wird danach entschieden, wie viele Symptome auftreten und wie stark Betroffene in ihrer LeistungsfĂ€higkeit eingeschrĂ€nkt sind. WĂ€hrend sich einige von einer leichten Depression belastet fĂŒhlen aber ihren tĂ€glichen Aufgaben noch weitgehend nachkommen können, sind andere Patienten mit einer schweren depressiven Episode kaum noch in der Lage, fĂŒr sich selbst zu sorgen.

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Die drei Hauptsymptome einer Depression sind:

  • Verlust von Interesse und Freude
  • depressive Verstimmung
  • verminderter Antrieb

Dazu kommen weitere Nebensymptome, die hÀufig in Verbindung mit einer Depression auftreten. Das können beispielsweise KonzentrationsschwÀchen, verminderter Appetit oder Schlafstörungen sein.

Behandlung mit Johanniskraut: NatĂŒrliches Antidepressivum

Bei leichten Depressionen oder depressiven Verstimmungen zeigen pflanzliche Antidepressiva oft gute Wirkung. Bekannt fĂŒr seine stimmungsaufhellende Wirkung ist das Johanniskraut (lateinisch: Hypericum perforatum). Schon seit Jahrhunderten wird das Extrakt der gelblich blĂŒhenden Heilpflanze gegen emotionale Tiefs eingesetzt. FĂŒr die Herstellung des Arzneimittels wird das ganze Kraut verwendet. Es werden also alle Pflanzenteile, außer der Wurzel, genutzt.

Eine 2004 von der Humboldt-UniversitÀt in Berlin veröffentlichte Meta- Studie zu Johanniskraut zeigt, dass Johanniskraut bei leichten und mittelschweren Depressionen teilweise bessere Ergebnisse erzielt als synthetisch hergestellte Antidepressiva.

Das Pflanzenextrakt findet in einer Vielfalt von Arzneimitteln Verwendung. Die PrĂ€parate unterscheiden sich teilweise erheblich in ihrer Zusammensetzung und StĂ€rke. Daraus ergeben sich große Unterschiede in der Wirkung. Mittel gegen leichte Depressionen sind ohne Rezept erhĂ€ltlich, solche fĂŒr mittelschwere Depressionen, die mehr Johanniskraut-Extrakt beinhalten, sind dagegen rezeptpflichtig.

Johanniskraut-PrÀparate: Supermarkt oder Apotheke?

Johanniskraut-PrĂ€parate gibt es in verschiedenen Formen, etwa als Tee, als Kapseln oder auch als Johanniskrautöl. Die Medikamente können auch teilweise im Drogeriemarkt oder im Supermarkt erworben werden. Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat festgestellt, dass freiverkĂ€ufliche PrĂ€parate nicht zu empfehlen sind. So enthalten diese Produkte oftmals zu wenig Johanniskraut. Der Wirkstoffgehalt liege dann deutlich unter den empfohlenen Tagesdosierungen und die Wirkung sei nicht spĂŒrbar.

Die Experten empfehlen, auf PrĂ€parate aus der Apotheke zurĂŒckzugreifen, da hier die Wirkstoffe in klinischen Studien untersucht worden seien. Die Dosierung von Johanniskraut in den Medikamenten sei ebenfalls korrekt. So enthielten die getesteten Arzneimittel aus der Apotheke Tageseinheiten zwischen 500 und 1000 Milligramm.

Nach EinschĂ€tzung der Experten von Öko-Test sollte tĂ€glich eine Dosis von 600 bis 900 Milligramm Johanniskraut eingenommen werden, um gegen eine Depression

Wirkung und Dosierung von Johanniskraut

Die Pflanze mit den gelben BlĂŒten kann dabei helfen die Stimmung aufzuhellen und nervöse Unruhe zu lindern. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Substanzen Hyperforin und Hypericin dafĂŒr verantwortlich sind. Bei der Einnahme von Johanniskraut benötigen Betroffene aber Geduld. Ähnlich wie bei chemisch hergestellten Medikamenten gegen Depression tritt die Wirkung der Heilpflanze erst nach zwei bis drei Wochen ein. Ein nachhaltige Wirkung stellt sich in der Regel nach etwa vier bis sechs Monaten ein.

Damit sich die Wirkung entfaltet, muss die Dosierung stimmen. Ist die Dosis des Extrakts zu gering, wird das PrĂ€parat nicht den gewĂŒnschten Effekt erzielen. Aber auch eine Überdosierung kann Nebenwirkungen mit sich ziehen. Ein Vorteil ist jedoch, dass der Wirkstoff im Vergleich zu synthetisch hergestellten Antidepressiva deutlich vertrĂ€glicher ist. Die Einnahme des Arzneimittel kann ganz unterschiedlich sein, je nach Menge des Wirkstoffs in der Tablette.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Johanniskraut

Das Extrakt des Johanniskraut ist meist vertrĂ€glich und fĂŒhrt seltener zu Nebenwirkungen, wenn es in der richtigen Dosis eingenommen wird. Unter UmstĂ€nden können Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, MĂŒdigkeit oder Unruhe auftreten. Auch Lichtempfindlichkeit ist als Nebenwirkung von Johanniskraut bekannt.

Zudem treten gelegentlich Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auf. Die Wirkung von hormonellen VerhĂŒtungsmitteln wie der Pille kann durch die Einnahme von PrĂ€paraten der Heilpflanze abgeschwĂ€cht werden. Vor der Einnahme von Johanniskraut-PrĂ€paraten sollten sich Betroffene darĂŒber informieren, welche etwaigen Nebenwirkungen und Wechselwirkungen eintreten können und was bei der Dosierung zu beachten ist.

Studien zur Wirkung von Johanniskraut

Es gibt eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien zu Johanniskraut. In den meisten konnte die Wirksamkeit der Heilpflanze bei leichten und mittelschweren Depressionen bestĂ€tigt werden, Allerdings umfassen die meisten Untersuchungen nur einen kurzen Zeitraum, die wenigsten dauerten lĂ€nger als zwei Monate. Da sich depressive Phasen jedoch meist ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum erstrecken, ist eine Beurteilung in Bezug auf den nachhaltigen Effekt von Johanniskraut schwierig. Keine Belege fĂŒr eine Wirkung der Heilpflanze fanden die Wissenschaftler bei schweren Depressionen. Hier reichen pflanzliche Medikamente nicht zur Behandlung aus.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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