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Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Blutverdünner verdünnen gar kein Blut


Medizin-Mythos aufgedeckt  

Blutverdünner verdünnen kein Blut

30.07.2019, 16:14 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Blutverdünner verdünnen gar kein Blut . Blutplättchen: Bei Patienten, die bereits einen Herzinfarkt hatten, kann eine Therapie mit Blutverdünnern das Risiko für einen erneuten Anfall stark senken. (Quelle: Getty Images/spawns)

Blutplättchen: Bei Patienten, die bereits einen Herzinfarkt hatten, kann eine Therapie mit Blutverdünnern das Risiko für einen erneuten Anfall stark senken. (Quelle: spawns/Getty Images)

Es gibt weder dickes Blut, noch verbessern Blutverdünner seine Fließeigenschaften. Doch wie schützen die Medikamente dann vor Herzinfarkt und Schlaganfall?

Die Bezeichnung Blutverdünner ist genau genommen nicht ganz richtig. Denn die Medikamente haben weder die Aufgabe, das Blut zu verdünnen, noch, die Fließeigenschaften zu verbessern. 

Woraus setzt sich Blut zusammen? Um zu verstehen, wie die Medikamente wirken, muss man sich das Blut genauer anschauen. Es besteht zur Hälfte aus sogenanntem Blutplasma, das sich aus Wasser, Blutsalzen und Eiweißen zusammensetzt. Die andere Hälfte besteht aus roten und weißen Blutkörperchen sowie den Blutplättchen.

Wie wirken Blutverdünner?

Blutverdünner haben zwei Wirkungsweisen: Bei der Blutplättchenhemmung verhindern sie, dass die Blutplättchen zusammenkleben, sich an der Arterienwand zusammenballen und im schlimmsten Fall das Blutgefäß verschließen. Hierfür setzen die Medikamente bei den Blutplättchen an.

Bei der Gerinnungshemmung geht es darum, zu verhindern, dass sich Gerinnsel im Blut bilden. Die Medikamente verdünnen das Blut nicht, sondern reduzieren die Gerinnungsfähigkeit. Die Mittel setzen hierfür am Blutplasma und den enthaltenen Eiweißstoffen an.

Blutverdünner bei Arteriosklerose

Wann welche Medikamente zum Einsatz kommen, ist abhängig vom Krankheitsbild des Patienten. Häufig greifen sogar beide Behandlungsansätze ineinander. Blutplättchenhemmer, darunter Aspirin mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure, werden vor allem Patienten mit Arteriosklerose – also bei verkalkten Blutgefäßen – verschrieben. Bei ihnen haben sich bereits Ablagerungen aus Fetten und Kalk an den Wänden der Arterien gebildet. Mediziner sprechen von Plaques.

Die Blutplättchenhemmer verhindern, dass sich die Arterien durch anhaftende Blutplättchen verschließen. Dadurch sinkt das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall. Bei Patienten, die bereits einen Herzinfarkt hatten, kann eine Therapie mit Aspirin das Risiko für einen erneuten Anfall stark senken.
 

Blutverdünner beugen Thrombose vor

Gerinnungshemmer kommen zum Einsatz, um das Thromboserisiko zu senken. Das ist beispielsweise dann wichtig, wenn sich der Patient nach einer Operation nur wenig oder gar nicht bewegen kann.

Außerdem bekommen Patienten mit Vorhofflimmern oft ebenfalls Gerinnungshemmer verschrieben. Ansonsten kann es passieren, dass sich durch den unregelmäßigen Herzrhythmus ein Gerinnsel bildet und in den Kopf gespült wird. Die Konsequenz: Der Patient erleidet einen Schlaganfall.

Verwendete Quellen:
  • Deutsche Herzstiftung

Die Themenfelder Cholesterin und Herz-Kreislauf-Gesundheit werden Ihnen in Kooperation mit der Amgen GmbH (Riesstraße 24, 80992 München) präsentiert. Die Amgen GmbH hat keinen Einfluss auf die inhaltliche Ausgestaltung, diese liegt ausschließlich bei der Redaktion von t-online.de.

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