Sie sind hier: Home > Gesundheit > Krankheiten & Symptome > Hämorrhoiden >

Hämorrhoiden: Symptome, Ursachen, Behandlung

Auch junge Leute sind betroffen  

Vergrößerte Hämorrhoiden: Symptome, Ursachen, Behandlung

05.05.2021, 15:38 Uhr
Hämorrhoiden: Symptome, Ursachen, Behandlung. Ein Mann hält sich die Hände ans Gesäß: Probleme mit Hämorrhoiden können auch Jüngere bekommen. (Quelle: Getty Images/ dragana991)

Ein Mann hält sich die Hände ans Gesäß: Probleme mit Hämorrhoiden können auch Jüngere bekommen. (Quelle: dragana991/Getty Images)

Etwa 7 von 10 Erwachsenen haben irgendwann mit vergrößerten Hämorrhoiden zu kämpfen. Brennen, Blutungen und Juckreiz sind nur einige der typischen Symptome. Lesen Sie, welche Behandlung am besten geeignet ist, wenn Hämorrhoiden Beschwerden bereiten.

Wer glaubt, dass vor allem die ältere Generation Probleme mit Hämorrhoiden hat, ist im Irrtum: Auch viele junge Erwachsene bleiben davon nicht verschont. Das Hämorrhoidalleiden, so nennen es Fachleute, kann sogar Kinder treffen. Dies ist allerdings selten der Fall. 

Viele Betroffene scheuen sich, medizinische Hilfe zu suchen. Stattdessen versuchen sie, die lästigen Beschwerden auf eigene Faust loszuwerden. Bis zur ärztlichen Behandlung vergeht dann viel Zeit. In der Regel ist ein Hämorrhoidalleiden zwar nicht gefährlich und ernste Komplikationen treten selten auf. Ohne richtige Behandlung schreitet es jedoch meist voran. In ausgeprägten Fällen wird eine Operation nötig.

Sind Hämorrhoiden ansteckend?

Manche Menschen befürchten, vergrößerte Hämorrhoiden könnten ansteckend sein. Ein Hämorrhoidalleiden hat jedoch nichts mit Krankheitserregern wie Viren oder Bakterien zu tun. Es besteht also keine Gefahr, sich bei einer anderen Person anzustecken. 

Definition: Was sind Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden (auch: Hämorriden) hat jeder Mensch. Und das ist gut so: Sie sorgen gemeinsam mit dem inneren und äußeren Schließmuskel dafür, dass der Darmausgang verschlossen bleibt. Ohne diese Mechanismen würde unkontrolliert Stuhl abgehen.

Hämorrhoiden sind ein natürliches Gefäßpolster, das sich in der Schleimhaut im letzten Teil des Enddarms (im Analkanal) befindet. Darin liegen knotenartige Schwellkörper, die über die Gefäße mit Blut versorgt werden und den Darm nach außen abdichten.

Am Rande des Analkanals finden sich zwei Schließmuskel. Der äußere Schließmuskel wird willentlich gesteuert, um Stuhl auszuscheiden oder zurückzuhalten. Der innere dagegen funktioniert vegetativ, das heißt, er unterliegt nicht unserem Willen. Er sorgt unter anderem dafür, dass während des Schlafs kein Stuhl entweicht.

Die Hämorrhoiden stellen eine Ergänzung zu den zwei Schließmuskeln dar. Sie spielen insbesondere bei der Feinkontinenz eine Rolle: Sie halten den Darmausgang auch dann verschlossen, wenn Druck auf ihm lastet – etwa, weil die Person hüpft, hustet oder niest.

Beschwerden bereiten Hämorrhoiden erst, wenn sie krankhaft vergrößert sind. Der Fachbegriff lautet dann Hämorrhoidalleiden.

Was ist ein Hämorrhoidalleiden?

Ein Hämorrhoidalleiden entsteht, wenn das Blut in dem Gefäßpolster nicht mehr richtig abfließen kann, sodass es sich staut und die Hämorrhoiden größer werden lässt. Im weiteren Verlauf treten vergrößerte Hämorrhoiden beim Pressen während des Stuhlgangs aus dem Enddarm heraus und sind als Knoten sichtbar. Fachleute bezeichnen dies als Hämorrhoiden-Vorfall oder Hämorrhoidal-Prolaps. Schreitet das Hämorrhoidalleiden fort, kann es passieren, dass die Hämorrhoiden dauerhaft aus dem Darm herausragen.

Wer davon spricht, Hämorrhoiden zu haben, meint damit in aller Regel ein Hämorrhoidalleiden, also Probleme durch krankhaft vergrößerte Hämorrhoiden.

Symptome: Daran erkennen Sie vergrößerte Hämorrhoiden

Woran erkennen Betroffene ein Hämorrhoidalleiden? Häufige Symptome von vergrößerten Hämorrhoiden sind

  • schmerzlose Blutungen bei der Stuhlentleerung; helles Blut kann auf dem Stuhl aufgelagert oder auf dem Toilettenpapier/im Toilettenbecken sichtbar sein
  • Juckreiz und/oder Brennen am After
  • Nässen und entzündlich-rote Haut in der Afterregion
  • das Gefühl, den Darm nach dem Toilettengang nicht vollständig entleert zu haben
  • ein Druck- oder Fremdkörpergefühl in der Analregion
  • ungewollter Abgang von Schleim oder Stuhl (Stuhlschmieren); die Betroffenen bemerken Symptome wie etwa Stuhlspuren in der Unterwäsche

Schmerzen sind eher ein untypisches Anzeichen für vergrößerte Hämorrhoiden. Sie können jedoch auftreten, wenn das Hämorrhoidalleiden weit fortgeschritten ist – nämlich dann, wenn die Hämorrhoiden beim Austritt aus dem Enddarm eingeklemmt werden (sog. Inkarzeration). Betroffene haben dann starke Schmerzen.

Vergrößerte Hämorrhoiden im Anfangsstadium gehen nicht zwangsläufig mit Symptomen einher. Als erstes Anzeichen erkennen die Betroffenen häufig hellrotes Blut auf dem Toilettenpapier oder dem Stuhl. Wenn Hämorrhoiden bluten, ist das ein Hinweis darauf, dass die erweiterten Gefäßwände der Hämorrhoiden durch zu harten Stuhlgang verletzt wurden. Juckreiz im Analbereich kann ebenfalls ein erstes Symptom eines Hämorrhoidalleidens sein.

Wichtig zu wissen: Art und Intensität der Symptome sagen nicht zwangsläufig etwas darüber aus, wie fortgeschritten ein Hämorrhoidalleiden ist. Viele Betroffene haben starke Beschwerden, obwohl die Hämorrhoiden noch relativ klein sind. Andere bemerken erst in fortgeschrittenen Stadien Symptome. 

Wann zum Arzt?

Generell gilt: Anhaltende und/oder starke Probleme am After sollten Sie grundsätzlich ärztlich abklären lassen.

Symptome wie Brennen, Juckreiz oder Blut im Stuhl sind zwar häufig Anzeichen vergrößerter Hämorrhoiden. Ein Laie kann jedoch nicht erkennen, ob hinter diesen Beschwerden nicht eine andere, möglicherweise ernste Erkrankung steckt. Mögliche andere Ursachen sind zum Beispiel

  • ein kleiner Riss in der Afterhaut (Analfissur),
  • ein (ungefährliches), aber schmerzhaftes Blutgerinnsel am Rand des Afters (Analthrombose),
  • harmlose Hautfalten/Ausstülpungen am After (Marisken), aber auch
  • Darmkrebs.

Halten die Beschwerden länger an und/oder nehmen sie zu, ist daher ein baldiger Arztbesuch ratsam.

Wichtig: Insbesondere bei Blutungen sollten Sie zeitnah einen Termin vereinbaren.

Hämorrhoiden-Probleme: Welcher Arzt ist der richtige?

Die Behandlung von vergrößerten Hämorrhoiden fällt in das Fachgebiet der Proktologie. Sie beschäftigt sich mit Erkrankungen des Enddarms. Bei Beschwerden im Analbereich empfiehlt es sich daher, einen Termin bei einer Proktologin oder einem Proktologen zu vereinbaren. Eine Überweisung benötigen Sie dafür nicht.

Alternativ können Sie sich zunächst an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt wenden. Vor allem, wenn Sie akute Beschwerden haben, kann die hausärztliche Praxis für eine rasche Einschätzung die erste Anlaufstelle sein. Der Hausarzt wird Sie gegebenenfalls an einen Proktologen überweisen.

Schweregrade: Hämorrhoiden 1. bis 4. Grades

 Fachleute unterscheiden bei einem Hämorrhoidalleiden zwischen vier verschiedenen Schweregraden. Bei Grad 1 handelt es sich um eine leichte Ausprägung, während Grad 4 die schwerste Ausprägung darstellt. Die Übergänge zwischen den Graden sind fließend.

Hämorrhoiden 1. Grades

Vergrößerte Hämorrhoiden vom Grad 1 bereiten oft noch keine Beschwerden und müssen daher auch nicht unbedingt behandelt werden. Von außen sind sie nicht zu erkennen. Um Hämorrhoiden vom Grad 1 festzustellen, betrachtet die Ärztin oder der Arzt den Enddarm von innen. Dafür benutzt sie oder er ein Proktoskop. Dieses Untersuchungsinstrument besteht aus einem kurzen Rohr mit eingebauter Lichtquelle und einer Linse.

Hämorrhoiden 1. Grades: Von außen sind sie nicht sichtbar. (Quelle: Getty Images/ medicalstocks)Hämorrhoiden 1. Grades: Von außen sind sie nicht sichtbar. (Quelle: medicalstocks/Getty Images)

Hämorrhoiden 2. Grades

Bei einem Hämorrhoidalleiden 2. Grades sind die Schwellkörper bereits etwas größer. Sie treten während des Stuhlgangs vorübergehend aus dem Enddarm hervor, ziehen sich danach aber von selbst zurück.

Hämorrhoiden 2. Grades: Sie treten beim Stuhlgang aus dem After hervor. (Quelle: Getty Images/medicalstocks)Hämorrhoiden 2. Grades: Sie treten beim Stuhlgang aus dem After hervor. (Quelle: medicalstocks/Getty Images)

Hämorrhoiden 3. Grades

Hämorrhoiden 3. Grades ragen beim Pressen aus dem Enddarm heraus. Anders als im zweiten Stadium ziehen sie sich nicht von selbst zurück. Sie können allerdings mit dem Finger wieder zurückgeschoben werden.

Hämorrhoiden 3. Grades: Sie können nur noch mit dem Finger wieder in den After zurückgeschoben werden. (Quelle: Getty Images/ medicalstocks)Hämorrhoiden 3. Grades: Sie können nur noch mit dem Finger wieder in den After zurückgeschoben werden. (Quelle: medicalstocks/Getty Images)

Hämorrhoiden 4. Grades

Um Hämorrhoiden 4. Grades handelt es sich, wenn die Gefäßknoten dauerhaft aus dem After herausragen und nicht mehr mit dem Finger zurückgeschoben werden können. Fachleute sprechen von einem fixierten Prolaps.

Hämorrhoiden 4. Grades: Sie ragen permanent aus dem After heraus. (Quelle: Getty Images/ medicalstocks)Hämorrhoiden 4. Grades: Sie ragen permanent aus dem After heraus. (Quelle: medicalstocks/Getty Images)

Vergrößerte Hämorrhoiden: Ursachen & Risikofaktoren

Welche Ursachen haben vergrößerte Hämorrhoiden? Fest steht: Ein Hämorrhoidalleiden wird begünstigt, wenn der Analkanal, also der letzte Teil des Enddarms, einem hohem Druck ausgesetzt ist. Eine mögliche Ursache ist eine chronische Verstopfung. Harter Stuhlgang führt dazu, dass die Betroffenen auf der Toilette teils stark pressen, sodass die Hämorrhoiden auf Dauer größer werden können.

Fachleute diskutieren über verschiedene weitere Ursachen und Risikofaktoren, die einen zu hohen Druck beziehungsweise ein Hämorrhoidalleiden begünstigen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Übergewicht
  • häufiger Durchfall
  • häufiges Heben von schweren Lasten
  • Schwangerschaft/Geburt
  • Faktoren, die eine Verstopfung begünstigen, wie eine ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsmangel und eine zu geringe Trinkmenge.

Inwiefern diese Faktoren tatsächlich als Ursachen infrage kommen, ist noch nicht abschließend geklärt. Nicht zuletzt spielt vermutlich eine angeborene Schwäche des Bindegewebes eine Rolle. Ebenso das Alter: Die Wahrscheinlichkeit, vergrößerte Hämorrhoiden zu entwickeln, steigt im Laufe der Jahre. Dies liegt vermutlich daran, dass das Bindegewebe, das die Analpolster stärkt, im Alter schwächer wird.

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft

Durch den Gewichtsanstieg in der Schwangerschaft erhöht sich der Druck auf Beckenboden und Enddarm. Hinzu kommt, dass Schwangere aufgrund hormoneller Umstellungen oft unter Verstopfung leiden. Beide Faktoren können vergrößerte Hämorrhoiden begünstigen. Wie häufig Schwangere ein Hämorrhoidalleiden haben, ist jedoch unklar.

Beschwerden in der Afterregion kommen bei Schwangeren häufiger vor. Vergrößerte Hämorrhoiden sind jedoch nur eine von vielen Ursachen. Meist steckt eine andere Erkrankung hinter den Symptomen, zum Beispiel eine Analfissur oder eine Analthrombose. Auch sogenannte Marisken können auftreten: Dies sind harmlose Hautfaltungen beziehungsweise Ausstülpungen am After.

Diagnose: So erkennt der Arzt vergrößerte Hämorrhoiden

Berichtet die Patientin oder der Patient über Beschwerden wie Juckreiz oder Nässen im Analbereich, ist dies ein Hinweis darauf, dass es sich um vergrößerte Hämorrhoiden handelt. Wichtig ist jedoch, mithilfe einer körperlichen Untersuchung andere mögliche Ursachen auszuschließen.

Zunächst tastet die Ärztin oder der Arzt die Analregion mit dem Finger ab und prüft, ob Veränderungen vorliegen. Vergrößerte Hämorrhoiden lassen sich als knotige Ausbuchtung erfühlen. Anschließend führt sie oder er das Proktoskop in den After ein, um Analkanal und Enddarm zu betrachten. Dies dauert nur wenige Minuten und ist normalerweise schmerzlos.

Ein Hämorrhoidalleiden verursacht teils ähnliche Symptome wie Darmkrebs. Insbesondere Blut auf dem Stuhl oder Toilettenpapier können ein Anzeichen für einen Tumor sein. Im Zweifelsfall ist daher eine Darmspiegelung sinnvoll, um einen Tumor ausschließen zu können. Diese Untersuchung ist selten schmerzhaft, kann aber etwas unangenehm sein. Daher bieten viele Praxen eine Kurznarkose an, sodass die Patientin oder der Patient nichts mitbekommt.

Hausmittel gegen Hämorrhoiden: Was Sie selbst tun können

Was tun, wenn sich vergrößerte Hämorrhoiden bemerkbar machen? Viele Betroffene versuchen, Juckreiz, Brennen oder andere Symptome mit Hausmitteln zu behandeln – zum Beispiel mit Cremes und Salben, Sitzbädern oder einer Ernährungsumstellung.

Wichtig ist jedoch: Die vergrößerten Hämorrhoiden bilden sich durch Hausmittel nicht zurück. Salben, Cremes & Co. können die Symptome möglicherweise etwas abschwächen. Stellt sich jedoch dauerhaft keine Besserung ein, ist eine Behandlung durch eine Proktologin oder einen Proktologen zu empfehlen.

In der Apotheke stehen zahlreiche rezeptfreie Hausmittel gegen Hämorrhoiden-Beschwerden zur Verfügung. Dabei gibt es unterschiedliche Darreichungsformen, zum Beispiel:

  • Salben,
  • Cremes,
  • Analtampons oder
  • Zäpfchen.

Salben und Cremes werden auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Analtampons und Zäpfchen führen die Betroffenen in den After ein.

Je nach Produkt enthalten die Präparate entzündungshemmende, schmerzlindernde und/oder wundheilungsfördernde Wirkstoffe, zum Beispiel Zink, Hamamelis, Aloe vera, Lidocain oder Panthenol. Diese Mittel können Beschwerden wie Juckreiz oder Brennen unter Umständen vorübergehend mildern. Inwiefern sie tatsächlich helfen, ist jedoch nicht ausreichend untersucht.

Eine Verstopfung kann die Beschwerden verschlimmern. Daher können Maßnahmen helfen, die die Verdauung anregen. Dazu zählen unter anderem

  • eine ballaststoffreiche Ernährung und
  • reichlich Bewegung.

Achten Sie zudem darauf, auf der Toilette nicht zu stark zu pressen.

Müsli: Reichlich Ballaststoffe fördern die Verdauung. (Quelle: Getty Images/erdikocak)Müsli: Reichlich Ballaststoffe fördern die Verdauung. (Quelle: erdikocak/Getty Images)

Hämorrhoiden-Behandlung

Welche Behandlung bei vergrößerten Hämorrhoiden geeignet ist, hängt zum einen davon ab, wie weit das Hämorrhoidalleiden fortgeschritten ist. Zum anderen spielt eine Rolle, wie stark die Beschwerden sind.

Sind die Hämorrhoiden nur leicht vergrößert (Grad 1 oder 2), klingen Beschwerden manchmal ohne eine ärztliche Behandlung wieder ab, und es kann dauern, bis erneut Symptome auftreten. Je weiter das Hämorrhoidalleiden jedoch fortschreitet, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für weitere und stärkere Beschwerden.

Spätestens, wenn sich die Beschwerden trotz Salben, Bewegung und anderer Maßnahmen nicht bessern oder schlimmer werden, gehört die Hämorrhoiden-Behandlung in professionelle Hände.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Hämorrhoidalleiden zu behandeln. Je nach Schweregrad wird die Ärztin oder der Arzt die vergrößerten Hämorrhoiden

  • veröden (v. a. bei Hämorrhoiden 1. und 2. Grades),
  • abbinden (v.a. bei Hämorrhoiden 2. Grades) oder
  • operieren (v.a. bei Hämorrhoiden 3. und 4. Grades).

Um akute Beschwerden vorübergehend zu lindern, kann die Ärztin oder der Arzt rezeptfreie oder -pflichtige Salben, Cremes oder Zäpfchen empfehlen.

Hämorrhoiden veröden: Die Sklerosierungstechnik
Vergrößerte Hämorrhoiden im Anfangsstadium wird die Proktologin oder der Proktologe meist veröden. Ziel dieser Behandlung ist, die krankhaft erweiterten Gefäße zu verschließen/zu verfestigen (Sklerosierungstechnik). Auch bei Hämorrhoiden 2. Grades kann das Veröden noch sinnvoll sein.

Das Veröden erfolgt in der Regel ambulant. Die Ärztin oder der Arzt spritzt in die Gefäßzuflüsse der Schwellkörper einen bestimmten Wirkstoff, etwa Polidocanol. Das Mittel führt dazu, dass das Gewebe schrumpft und fester wird. Dadurch verkleinern sich die Hämorrhoiden und ziehen sich in den Enddarm zurück. Um alle vergrößerten Hämorrhoiden zu behandeln, sind häufig mehrere Anwendungen nötig.

In vielen Fällen vergrößern sich die Hämorrhoiden nach etwa zwei bis drei Jahren wieder, sodass eine erneute Behandlung nötig ist.

Mögliche Nebenwirkungen der Verödung sind vorübergehende Blutungen, ein Druck- oder Fremdkörpergefühl oder leichte Schmerzen. Seltener kommen Infektionen, Schwellungen oder ein Blutgerinnsel im Analbereich (Analthrombose) vor. 

Hämorrhoiden abbinden: Die Gummibandligatur

Vor allem bei Hämorrhoiden 2. Grades kommt eine Gummibandligatur (Gummiringligatur) infrage. Auch bei Hämorrhoiden 1. Grades sowie kleineren Hämorrhoiden 3. Grades kann diese Behandlung nach ärztlichem Ermessen geeignet sein.

Zunächst führt die Ärztin oder der Arzt das Proktoskop in den After ein. Durch das Rohr des Proktoskops wird anschließend ein kleiner Gummiring über die vergrößerte Hämorrhoide gestülpt. Der Ring ist nur wenige Millimeter groß, sodass die Blutzufuhr zur Hämorrhoide abgeklemmt wird. Die Folge: Der abgeschnürte Gewebeknoten stirbt innerhalb weniger Tage ab. Ring und Gewebe fallen ab und werden mit dem Stuhl ausgeschieden.

Es können mehrere Termine nötig sein, um alle vergrößerten Hämorrhoiden zu behandeln. Wie auch nach der Sklerosierungstechnik vergrößern sich nach dem Veröden die Hämorrhoiden nach einiger Zeit erneut. Dann muss die Behandlung wiederholt werden.

Zu möglichen Nebenwirkungen oder Komplikationen der Gummibandligatur zählen Blutungen und Schmerzen. Komplikationen wie eine Analthrombose oder eine Eiteransammlung (Abszess) treten selten auf.

Hämorrhoiden-OP: Die Hämorrhoidektomie

Eine Hämorrhoiden-OP ist vor allem nötig, wenn

  • die Hämorrhoiden bereits stark vergrößert sind (ab Grad 3) oder
  • andere Behandlungsmaßnahmen keinen Erfolg haben.

Die vergrößerten Hämorrhoiden wird die Ärztin oder der Arzt dann in einer Operation entfernen. Fachleute sprechen von einer Hämorrhektomie. Es gibt unterschiedliche OP-Verfahren. Welche am besten geeignet sind und ob ein stationärer Aufenthalt nötig ist, richtet sich unter anderem danach, wie ausgeprägt das Hämorrhoidalleiden ist.

Nach der Hämorrhoiden-OP treten häufiger Schmerzen auf, zum Beispiel beim Stuhlgang oder beim Sitzen. Mögliche weitere Nebenwirkungen und Komplikationen sind Blutungen, eine Infektion der Wunde, ein verengter Darmausgang (Analstenose) oder eine Eiteransammlung. Selten entwickelt die Patientin oder der Patient nach der Operation eine Stuhlinkontinenz. Das bedeutet, dass unwillkürlich Stuhl abgeht.

Was passiert, wenn vergrößerte Hämorrhoiden nicht behandelt werden?

Beschwerden durch vergrößerte Hämorrhoiden sind zwar mitunter äußerst unangenehm, ein Hämorrhoidalleiden ist jedoch selten gefährlich. Insbesondere in fortgeschrittenen Stadien, wenn vergrößere Hämorrhoiden (nahezu) permanent aus dem After herausragen, können jedoch verschiedene Komplikationen auftreten:

  • Eingeklemmte Hämorrhoiden: Werden aus dem Anus herausragende Gefäßknoten eingeklemmt, ist dies mit starken Schmerzen verbunden. Weil sich dadurch das Blut in den Gefäßen staut, kann sich zusätzlich ein Blutgerinnsel (Thrombose) bilden.
  • Ekzeme: Herausragende Hämorrhoiden können durch das Abwischen mit Toilettenpapier leicht wund werden. Es kann eine rote, entzündete, nässende Hautveränderung entstehen – das Analekzem. Zudem kann sich an gereizten Stellen ein Geschwür bilden.
  • Infektionen: Krankheitserreger aus dem Stuhl können leicht in wunde Stellen eindringen und zu Entzündungen führen. In schweren Fällen bildet sich eine größere Eiteransammlung (Abszess). Oder eine Analfistel: Dabei entstehen röhrenförmige, entzündete Gänge, die bis in die Haut, den Darm oder das Becken führen können.
  • Stärkere Blutungen: Vergrößerte Hämorrhoiden bluten leicht – insbesondere bei Personen, die Blutverdünner einnehmen oder Bluthochdruck haben. Wird auf der Toilette stark gepresst, können stärkere arterielle Blutungen auftreten, die ärztlich behandelt werden müssen.

Diese Komplikationen lassen sich meist gut behandeln. In manchen Fällen, etwa bei einem Abszess, kann allerdings ein chirurgischer Eingriff nötig sein.

Grundsätzlich gilt: Je eher Sie ein Hämorrhoidalleiden behandeln lassen, desto niedriger ist die Wahrscheinlichkeit, dass solche Komplikationen auftreten.

Vergrößerte Hämorrhoiden: Vorbeugen

Ein Hämorrhoidalleiden wird durch viele verschiedene Faktoren begünstigt. Einen Teil davon können Sie beeinflussen und so vergrößerten Hämorrhoiden ein Stück weit vorbeugen.

Versuchen Sie insbesondere, einen hohen Druck auf die Analregion zu vermeiden, wie er etwa durch eine chronische Verstopfung oder Übergewicht entsteht.

Joggen und Radfahren: Regelmäßige Bewegung senkt das Risiko für vergrößerte Hämorrhoiden. (Quelle: Getty Images/Markus Bernhard)Joggen und Radfahren: Regelmäßige Bewegung senkt das Risiko für vergrößerte Hämorrhoiden. (Quelle: Markus Bernhard/Getty Images)

Einige Tipps zur Vorbeugung:

  • Pressen Sie beim Toilettengang nicht zu stark. Meiden Sie unnötig langes Verweilen auf der Toilette.
  • Schieben Sie den Toilettengang nicht stundenlang auf, sondern gehen Sie möglichst dann zur Toilette, wenn Sie Stuhldrang haben. Besuchen Sie umgekehrt nur dann das WC, wenn Sie Stuhldrang verspüren.
  • Ernähren Sie sich ausgewogen und ballaststoffreich, sofern keine gesundheitlichen Gründe dagegen sprechen. Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Sprossen oder Hülsenfrüchte regen die Verdauung an und beugen Verstopfung vor.
  • Sorgen Sie für Bewegung, etwa durch regelmäßiges Joggen, Radfahren oder Schwimmen.
  • Übergewicht erhöht das Risiko für vergrößerte Hämorrhoiden. Versuchen Sie daher, überschüssige Pfunde zu vermeiden oder loszuwerden.


Verwendete Quellen:
  • Hämorrhoiden und Analvenenthrombose. Online-Informationen von Deximed: www.deximed.de (30.11.2020)
  • Hämorrhoiden. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: April 2020)
  • Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie: S3-Leitlinie Hämorrhoidalleiden (PDF). AMWF-Register-Nr.: 081/007 (Stand: April 2019)
  • Hahn, J.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2018
  • Vergrößerte Hämorrhoiden. Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 18.10.2017)
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2016
  • Bänkler, W.: Kurzlehrbuch Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2015
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Messmann, H.: Klinische Gastroenterologie. Thieme, Stuttgart 2012
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Weltbild.detchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal