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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

VergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden erkennen und behandeln

Von Wiebke Posmyk

Aktualisiert am 02.05.2022Lesedauer: 9 Min.
Ein Mann hĂ€lt sich die HĂ€nde ans GesĂ€ĂŸ: Probleme mit HĂ€morrhoiden können auch JĂŒngere bekommen.
Ein Mann hĂ€lt sich die HĂ€nde ans GesĂ€ĂŸ: Probleme mit HĂ€morrhoiden können auch JĂŒngere bekommen. (Quelle: dragana991/getty-images-bilder)
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Juckreiz, NĂ€ssen, Blutungen: Etwa 7 von 10 Erwachsenen haben irgendwann mit vergrĂ¶ĂŸerten HĂ€morrhoiden zu kĂ€mpfen. Was dagegen hilft – und wann ein Arztbesuch angebracht ist.

Das Wichtigste im Überblick


Wer glaubt, dass vor allem die Àltere Generation Probleme mit HÀmorrhoiden hat, ist im Irrtum: Auch viele junge Erwachsene bleiben davon nicht verschont. Das HÀmorrhoidalleiden, so nennen es Fachleute, kann sogar Kinder treffen. Dies ist allerdings selten der Fall.


Acht Ursachen fĂŒr HĂ€morrhoiden

Starkes Pressen beim Stuhlgang kann eine Ursachen fĂŒr HĂ€morrhoiden sein.
Chronische Verstopfung kann eine Ursachen fĂŒr HĂ€morrhoiden sein.
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Viele Betroffene scheuen sich, medizinische Hilfe zu suchen. Stattdessen versuchen sie, die lÀstigen Beschwerden auf eigene Faust loszuwerden. Bis zur Àrztlichen Behandlung vergeht dann viel Zeit. In der Regel ist ein HÀmorrhoidalleiden zwar nicht gefÀhrlich und ernste Komplikationen treten selten auf. Ohne richtige Behandlung schreitet es jedoch meist voran. In ausgeprÀgten FÀllen wird eine Operation nötig.

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Definition: Was sind HĂ€morrhoiden?

Denn HĂ€morrhoiden (auch: HĂ€morriden) hat jeder Mensch. Das ist auch gut so: Sie sorgen gemeinsam mit dem inneren und Ă€ußeren Schließmuskel dafĂŒr, dass der Darmausgang verschlossen bleibt. Ohne diese Mechanismen wĂŒrde unkontrolliert Stuhl abgehen.

HĂ€morrhoiden sind ein natĂŒrliches GefĂ€ĂŸpolster, das sich in der Schleimhaut im letzten Teil des Enddarms (im Analkanal) befindet. Darin liegen knotenartige Schwellkörper, die ĂŒber die GefĂ€ĂŸe mit Blut versorgt werden und den Darm nach außen abdichten.

Am Rande des Analkanals finden sich zwei Schließmuskel. Der Ă€ußere Schließmuskel wird willentlich gesteuert, um Stuhl auszuscheiden oder zurĂŒckzuhalten. Der innere dagegen funktioniert vegetativ, das heißt, er unterliegt nicht unserem Willen. Er sorgt unter anderem dafĂŒr, dass wĂ€hrend des Schlafs kein Stuhl entweicht.

Die HĂ€morrhoiden stellen eine ErgĂ€nzung zu den zwei Schließmuskeln dar. Sie spielen insbesondere bei der Feinkontinenz eine Rolle: Sie halten den Darmausgang auch dann verschlossen, wenn Druck auf ihm lastet – etwa, weil die Person hĂŒpft, hustet oder niest.

Beschwerden bereiten HĂ€morrhoiden erst, wenn sie krankhaft vergrĂ¶ĂŸert sind. Der Fachbegriff lautet dann HĂ€morrhoidalleiden.

Wie bekommt man vergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden?

Ein HĂ€morrhoidalleiden entsteht, wenn das Blut in dem GefĂ€ĂŸpolster nicht mehr richtig abfließen kann, sodass es sich staut und die HĂ€morrhoiden grĂ¶ĂŸer werden lĂ€sst. Im weiteren Verlauf treten vergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden beim Pressen wĂ€hrend des Stuhlgangs aus dem Enddarm heraus und sind als Knoten sichtbar. Fachleute bezeichnen dies als HĂ€morrhoiden-Vorfall oder HĂ€morrhoidal-Prolaps. Schreitet das HĂ€morrhoidalleiden fort, kann es passieren, dass die HĂ€morrhoiden dauerhaft aus dem Darm herausragen.

Wer davon spricht, HĂ€morrhoiden zu haben, meint damit in aller Regel ein HĂ€morrhoidalleiden, also Probleme durch krankhaft vergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden.

Symptome: Daran erkennen Sie vergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden

Woran erkennen Betroffene ein HĂ€morrhoidalleiden? HĂ€ufige Symptome von vergrĂ¶ĂŸerten HĂ€morrhoiden sind

  • schmerzlose Blutungen bei der Stuhlentleerung; helles Blut kann auf dem Stuhl aufgelagert oder auf dem Toilettenpapier/im Toilettenbecken sichtbar sein
  • Juckreiz und/oder Brennen am After
  • NĂ€ssen und entzĂŒndlich-rote Haut in der Afterregion
  • das GefĂŒhl, den Darm nach dem Toilettengang nicht vollstĂ€ndig entleert zu haben
  • ein Druck- oder FremdkörpergefĂŒhl in der Analregion
  • ungewollter Abgang von Schleim oder Stuhl (Stuhlschmieren); die Betroffenen bemerken Symptome wie etwa Stuhlspuren in der UnterwĂ€sche

Schmerzen sind eher ein untypisches Anzeichen fĂŒr vergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden. Sie können jedoch auftreten, wenn das HĂ€morrhoidalleiden weit fortgeschritten ist – nĂ€mlich dann, wenn die HĂ€morrhoiden beim Austritt aus dem Enddarm eingeklemmt werden (sog. Inkarzeration). Betroffene haben dann starke Schmerzen.

VergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden im Anfangsstadium gehen nicht zwangslĂ€ufig mit Symptomen einher. Als erstes Anzeichen erkennen die Betroffenen hĂ€ufig hellrotes Blut auf dem Toilettenpapier oder dem Stuhl. Wenn HĂ€morrhoiden bluten, ist das ein Hinweis darauf, dass die erweiterten GefĂ€ĂŸwĂ€nde der HĂ€morrhoiden durch zu harten Stuhlgang verletzt wurden. Juckreiz im Analbereich kann ebenfalls ein erstes Symptom eines HĂ€morrhoidalleidens sein.

Wichtig zu wissen: Art und IntensitĂ€t der Symptome sagen nicht zwangslĂ€ufig etwas darĂŒber aus, wie fortgeschritten ein HĂ€morrhoidalleiden ist. Viele Betroffene haben starke Beschwerden, obwohl die HĂ€morrhoiden noch relativ klein sind. Andere bemerken erst in fortgeschrittenen Stadien Symptome.

Generell gilt: Anhaltende und/oder starke Probleme am After sollten Sie grundsÀtzlich Àrztlich abklÀren lassen. Insbesondere bei Blutungen sollten Sie zeitnah einen Termin vereinbaren.

Schweregrade: HĂ€morrhoiden 1. bis 4. Grades

Fachleute unterscheiden bei einem HÀmorrhoidalleiden zwischen vier verschiedenen Schweregraden. Bei Grad 1 handelt es sich um eine leichte AusprÀgung, wÀhrend Grad 4 die schwerste AusprÀgung darstellt:

  • HĂ€morrhoiden 1. Grades bleiben oft unbemerkt und sind von außen nicht sichtbar. Sie mĂŒssen nicht unbedingt behandelt werden.
  • HĂ€morrhoiden 2. Grades treten beim Stuhlgang aus dem Enddarm hervor, ziehen sich anschließend von selbst wieder zurĂŒck.
  • HĂ€morrhoiden 3. Grades treten beim Stuhlgang aus dem Enddarm hervor. Sie ziehen sich nicht mehr von allein zurĂŒck, jedoch können Betroffene sie mit dem Finger wieder in den Enddarm schieben.
  • HĂ€morrhoiden 4. Grades liegen vor, wenn die GefĂ€ĂŸknoten permanent aus dem Enddarm herausragen. Sie lassen sich auch nicht mehr mit dem Finger zurĂŒckschieben.

Lesen Sie hier mehr zu den einzelnen HĂ€morrhoiden-Graden und wie sie behandelt werden.

VergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden: Ursachen & Risikofaktoren

Welche Ursachen haben vergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden? Fest steht: Ein HĂ€morrhoidalleiden wird begĂŒnstigt, wenn der Analkanal, also der letzte Teil des Enddarms, einem hohem Druck ausgesetzt ist. Eine mögliche Ursache ist eine chronische Verstopfung. Harter Stuhlgang fĂŒhrt dazu, dass die Betroffenen auf der Toilette teils stark pressen, sodass die HĂ€morrhoiden auf Dauer grĂ¶ĂŸer werden können.

Fachleute diskutieren ĂŒber verschiedene weitere Ursachen und Risikofaktoren, die einen zu hohen Druck beziehungsweise ein HĂ€morrhoidalleiden begĂŒnstigen. Dazu zĂ€hlen zum Beispiel:

  • Übergewicht
  • hĂ€ufiger Durchfall
  • hĂ€ufiges Heben von schweren Lasten
  • Schwangerschaft/Geburt
  • Faktoren, die eine Verstopfung begĂŒnstigen, wie eine ballaststoffarme ErnĂ€hrung, Bewegungsmangel und eine zu geringe Trinkmenge.

Inwiefern diese Faktoren tatsĂ€chlich als Ursachen infrage kommen, ist noch nicht abschließend geklĂ€rt. Nicht zuletzt spielt vermutlich eine angeborene SchwĂ€che des Bindegewebes eine Rolle. Ebenso das Alter: Die Wahrscheinlichkeit, vergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden zu entwickeln, steigt im Laufe der Jahre. Dies liegt vermutlich daran, dass das Bindegewebe, das die Analpolster stĂ€rkt, im Alter schwĂ€cher wird.

HĂ€morrhoiden in der Schwangerschaft

Durch den Gewichtsanstieg in der Schwangerschaft erhöht sich der Druck auf Beckenboden und Enddarm. Hinzu kommt, dass Schwangere aufgrund hormoneller Umstellungen oft unter Verstopfung leiden. Beide Faktoren können vergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden begĂŒnstigen. Wie hĂ€ufig Schwangere ein HĂ€morrhoidalleiden haben, ist jedoch unklar.

Beschwerden in der Afterregion kommen bei Schwangeren hĂ€ufiger vor. VergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden sind jedoch nur eine von vielen Ursachen. Meist steckt eine andere Erkrankung hinter den Symptomen, zum Beispiel eine Analfissur oder eine Analthrombose. Auch sogenannte Marisken können auftreten: Dies sind harmlose Hautfaltungen beziehungsweise AusstĂŒlpungen am After.

Diagnose: So erkennt der Arzt vergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden

Berichtet die Patientin oder der Patient ĂŒber Beschwerden wie Juckreiz oder NĂ€ssen im Analbereich, ist dies ein Hinweis darauf, dass es sich um vergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden handelt. Wichtig ist jedoch, mithilfe einer körperlichen Untersuchung andere mögliche Ursachen auszuschließen.

ZunĂ€chst tastet die Ärztin oder der Arzt die Analregion mit dem Finger ab und prĂŒft, ob VerĂ€nderungen vorliegen. VergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden lassen sich als knotige Ausbuchtung erfĂŒhlen. Anschließend fĂŒhrt sie oder er das Proktoskop in den After ein, um Analkanal und Enddarm zu betrachten. Dies dauert nur wenige Minuten und ist normalerweise schmerzlos.

Ein HĂ€morrhoidalleiden verursacht teils Ă€hnliche Symptome wie Darmkrebs. Insbesondere Blut auf dem Stuhl oder Toilettenpapier können ein Anzeichen fĂŒr einen Tumor sein. Im Zweifelsfall ist daher eine Darmspiegelung sinnvoll, um einen Tumor ausschließen zu können. Diese Untersuchung ist selten schmerzhaft, kann aber etwas unangenehm sein. Daher bieten viele Praxen eine Kurznarkose an, sodass die Patientin oder der Patient nichts mitbekommt.

Hausmittel gegen HÀmorrhoiden: Was Sie selbst tun können

Was tun, wenn sich vergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden bemerkbar machen? Wie bekommt man HĂ€morrhoiden "weg"? Viele Betroffene versuchen, Juckreiz, Brennen oder andere Symptome mit Hausmitteln zu behandeln – zum Beispiel mit Cremes und Salben, SitzbĂ€dern oder einer ErnĂ€hrungsumstellung.

Wichtig ist jedoch: Die vergrĂ¶ĂŸerten HĂ€morrhoiden bilden sich durch Hausmittel nicht zurĂŒck. Salben, Cremes & Co. können die Symptome möglicherweise etwas abschwĂ€chen. Stellt sich jedoch dauerhaft keine Besserung ein, ist eine Behandlung durch eine Proktologin oder einen Proktologen zu empfehlen.

In der Apotheke stehen zahlreiche rezeptfreie Hausmittel gegen HĂ€morrhoiden-Beschwerden zur VerfĂŒgung. Dabei gibt es unterschiedliche Darreichungsformen, zum Beispiel:

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  • Salben,
  • Cremes,
  • Analtampons oder
  • ZĂ€pfchen.

Salben und Cremes werden auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Analtampons und ZĂ€pfchen fĂŒhren die Betroffenen in den After ein.

Je nach Produkt enthalten die PrĂ€parate entzĂŒndungshemmende, schmerzlindernde und/oder wundheilungsfördernde Wirkstoffe, zum Beispiel Zink, Hamamelis, Aloe vera, Lidocain oder Panthenol. Diese Mittel können Beschwerden wie Juckreiz oder Brennen unter UmstĂ€nden vorĂŒbergehend mildern. Inwiefern sie tatsĂ€chlich helfen, ist jedoch nicht ausreichend untersucht.

Eine Verstopfung kann die Beschwerden verschlimmern. Daher können Maßnahmen helfen, die die Verdauung anregen. Dazu zĂ€hlen unter anderem

  • eine ballaststoffreiche ErnĂ€hrung und
  • reichlich Bewegung.

Achten Sie zudem darauf, auf der Toilette nicht zu stark zu pressen.

MĂŒsli: Reichlich Ballaststoffe fördern die Verdauung.
MĂŒsli: Reichlich Ballaststoffe fördern die Verdauung. (Quelle: erdikocak/getty-images-bilder)

HĂ€morrhoiden-Behandlung

Welche Behandlung bei vergrĂ¶ĂŸerten HĂ€morrhoiden geeignet ist, hĂ€ngt zum einen davon ab, wie weit das HĂ€morrhoidalleiden fortgeschritten ist. Zum anderen spielt eine Rolle, wie stark die Beschwerden sind.

Sind die HĂ€morrhoiden nur leicht vergrĂ¶ĂŸert (Grad 1 oder 2), klingen Beschwerden manchmal ohne eine Ă€rztliche Behandlung wieder ab, und es kann dauern, bis erneut Symptome auftreten. Je weiter das HĂ€morrhoidalleiden jedoch fortschreitet, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit fĂŒr weitere und stĂ€rkere Beschwerden.

SpĂ€testens, wenn sich die Beschwerden trotz Salben, Bewegung und anderer Maßnahmen nicht bessern oder schlimmer werden, gehört die HĂ€morrhoiden-Behandlung in professionelle HĂ€nde.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein HĂ€morrhoidalleiden zu behandeln. Je nach Schweregrad wird die Ärztin oder der Arzt die vergrĂ¶ĂŸerten HĂ€morrhoiden

  • veröden (v. a. bei HĂ€morrhoiden 1. und 2. Grades),
  • abbinden (v.a. bei HĂ€morrhoiden 2. Grades) oder
  • operieren (v.a. bei HĂ€morrhoiden 3. und 4. Grades).

Um akute Beschwerden vorĂŒbergehend zu lindern, kann die Ärztin oder der Arzt rezeptfreie oder -pflichtige Salben, Cremes oder ZĂ€pfchen empfehlen.

HÀmorrhoiden veröden: Die Sklerosierungstechnik
VergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden im Anfangsstadium wird die Proktologin oder der Proktologe meist veröden. Ziel dieser Behandlung ist, die krankhaft erweiterten GefĂ€ĂŸe zu verschließen/zu verfestigen (Sklerosierungstechnik). Auch bei HĂ€morrhoiden 2. Grades kann das Veröden noch sinnvoll sein.

Das Veröden erfolgt in der Regel ambulant. Die Ärztin oder der Arzt spritzt in die GefĂ€ĂŸzuflĂŒsse der Schwellkörper einen bestimmten Wirkstoff, etwa Polidocanol. Das Mittel fĂŒhrt dazu, dass das Gewebe schrumpft und fester wird. Dadurch verkleinern sich die HĂ€morrhoiden und ziehen sich in den Enddarm zurĂŒck. Um alle vergrĂ¶ĂŸerten HĂ€morrhoiden zu behandeln, sind hĂ€ufig mehrere Anwendungen nötig.

In vielen FĂ€llen vergrĂ¶ĂŸern sich die HĂ€morrhoiden nach etwa zwei bis drei Jahren wieder, sodass eine erneute Behandlung nötig ist.

Mögliche Nebenwirkungen der Verödung sind vorĂŒbergehende Blutungen, ein Druck- oder FremdkörpergefĂŒhl oder leichte Schmerzen. Seltener kommen Infektionen, Schwellungen oder ein Blutgerinnsel im Analbereich (Analthrombose) vor.

HĂ€morrhoiden abbinden: Die Gummibandligatur

Vor allem bei HÀmorrhoiden 2. Grades kommt eine Gummibandligatur (Gummiringligatur) infrage. Auch bei HÀmorrhoiden 1. Grades sowie kleineren HÀmorrhoiden 3. Grades kann diese Behandlung nach Àrztlichem Ermessen geeignet sein.

ZunĂ€chst fĂŒhrt die Ärztin oder der Arzt das Proktoskop in den After ein. Durch das Rohr des Proktoskops wird anschließend ein kleiner Gummiring ĂŒber die vergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoide gestĂŒlpt. Der Ring ist nur wenige Millimeter groß, sodass die Blutzufuhr zur HĂ€morrhoide abgeklemmt wird. Die Folge: Der abgeschnĂŒrte Gewebeknoten stirbt innerhalb weniger Tage ab. Ring und Gewebe fallen ab und werden mit dem Stuhl ausgeschieden.

Es können mehrere Termine nötig sein, um alle vergrĂ¶ĂŸerten HĂ€morrhoiden zu behandeln. Wie auch nach der Sklerosierungstechnik vergrĂ¶ĂŸern sich nach dem Veröden die HĂ€morrhoiden nach einiger Zeit erneut. Dann muss die Behandlung wiederholt werden.

Zu möglichen Nebenwirkungen oder Komplikationen der Gummibandligatur zÀhlen Blutungen und Schmerzen. Komplikationen wie eine Analthrombose oder eine Eiteransammlung (Abszess) treten selten auf.

HĂ€morrhoiden-OP: Die HĂ€morrhoidektomie

Eine HÀmorrhoiden-OP ist vor allem nötig, wenn

  • die HĂ€morrhoiden bereits stark vergrĂ¶ĂŸert sind (ab Grad 3) oder
  • andere Behandlungsmaßnahmen keinen Erfolg haben.

Die vergrĂ¶ĂŸerten HĂ€morrhoiden wird die Ärztin oder der Arzt dann in einer Operation entfernen. Fachleute sprechen von einer HĂ€morrhektomie. Es gibt unterschiedliche OP-Verfahren. Welche am besten geeignet sind und ob ein stationĂ€rer Aufenthalt nötig ist, richtet sich unter anderem danach, wie ausgeprĂ€gt das HĂ€morrhoidalleiden ist.

Nach der HĂ€morrhoiden-OP treten hĂ€ufiger Schmerzen auf, zum Beispiel beim Stuhlgang oder beim Sitzen. Mögliche weitere Nebenwirkungen und Komplikationen sind Blutungen, eine Infektion der Wunde, ein verengter Darmausgang (Analstenose) oder eine Eiteransammlung. Selten entwickelt die Patientin oder der Patient nach der Operation eine Stuhlinkontinenz. Das bedeutet, dass unwillkĂŒrlich Stuhl abgeht.

Was passiert, wenn vergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden nicht behandelt werden?

Beschwerden durch vergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden sind zwar mitunter Ă€ußerst unangenehm, ein HĂ€morrhoidalleiden ist jedoch selten gefĂ€hrlich. Insbesondere in fortgeschrittenen Stadien, wenn vergrĂ¶ĂŸere HĂ€morrhoiden (nahezu) permanent aus dem After herausragen, können jedoch verschiedene Komplikationen auftreten:

  • Eingeklemmte HĂ€morrhoiden: Werden aus dem Anus herausragende GefĂ€ĂŸknoten eingeklemmt, ist dies mit starken Schmerzen verbunden. Weil sich dadurch das Blut in den GefĂ€ĂŸen staut, kann sich zusĂ€tzlich ein Blutgerinnsel (Thrombose) bilden.
  • Ekzeme: Herausragende HĂ€morrhoiden können durch das Abwischen mit Toilettenpapier leicht wund werden. Es kann eine rote, entzĂŒndete, nĂ€ssende HautverĂ€nderung entstehen – das Analekzem. Zudem kann sich an gereizten Stellen ein GeschwĂŒr bilden.
  • Infektionen: Krankheitserreger aus dem Stuhl können leicht in wunde Stellen eindringen und zu EntzĂŒndungen fĂŒhren. In schweren FĂ€llen bildet sich eine grĂ¶ĂŸere Eiteransammlung (Abszess). Oder eine Analfistel: Dabei entstehen röhrenförmige, entzĂŒndete GĂ€nge, die bis in die Haut, den Darm oder das Becken fĂŒhren können.
  • StĂ€rkere Blutungen: VergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden bluten leicht – insbesondere bei Personen, die BlutverdĂŒnner einnehmen oder Bluthochdruck haben. Wird auf der Toilette stark gepresst, können stĂ€rkere arterielle Blutungen auftreten, die Ă€rztlich behandelt werden mĂŒssen.

Diese Komplikationen lassen sich meist gut behandeln. In manchen FÀllen, etwa bei einem Abszess, kann allerdings ein chirurgischer Eingriff nötig sein.

GrundsÀtzlich gilt: Je eher Sie ein HÀmorrhoidalleiden behandeln lassen, desto niedriger ist die Wahrscheinlichkeit, dass solche Komplikationen auftreten.

Weitere Artikel

VergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden: Vorbeugen

Ein HĂ€morrhoidalleiden wird durch viele verschiedene Faktoren begĂŒnstigt. Einen Teil davon können Sie beeinflussen und so vergrĂ¶ĂŸerten HĂ€morrhoiden teilweise vorbeugen.

Versuchen Sie insbesondere, einen hohen Druck auf die Analregion zu vermeiden, wie er etwa durch eine chronische Verstopfung oder Übergewicht entsteht.

Wie Sie vorbeugen können, lesen Sie in unserem Text: So lĂ€sst sich vergrĂ¶ĂŸerten HĂ€morrhoiden vorbeugen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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