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Alzheimer vorbeugen: 5 Tipps, wie Sie Ihr Gedächtnis fit halten

Demenz-Experte gibt Rat  

Alzheimer vorbeugen: 5 Tipps, wie Sie Ihr Gedächtnis fit halten

01.08.2018, 12:53 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Alzheimer vorbeugen: 5 Tipps, wie Sie Ihr Gedächtnis fit halten. Alter Mann spielt Schach: Wer sein Gehirn regelmäßig herausfordert, aktiviert die Nervenzellen und kann Alzheimer vorbeugen.   (Quelle: Getty Images/vadimguzhva)

Alter Mann spielt Schach: Wer sein Gehirn regelmäßig herausfordert, aktiviert die Nervenzellen und kann Alzheimer vorbeugen. (Quelle: vadimguzhva/Getty Images)

Die Angst vor dem Vergessen im Alter beschäftigt viele Menschen. Alzheimer belegt nach Krebs Platz zwei der Krankheiten, vor denen sich die Deutschen am meisten fürchten. Doch was können Sie selbst tun, um das Gedächtnis lange fit zu halten? Wir haben bei einem Alzheimer-Experten nachgefragt.

In Deutschland leben mehr als eine Million Demenzkranke. Die Alzheimer-Demenz zählt hierbei zu den häufigsten Formen. Das Gedächtnis lässt nach, es kommt zu Denk- und Wahrnehmungsstörungen. Im weiteren Verlauf verändert sich die Persönlichkeit des Betroffenen und auch die körperlichen Fähigkeiten schwinden. Demenz ist unheilbar und führt letzten Endes zum Tod. Je früher man jedoch gewisse Risikofaktoren ausschaltet, desto besser stehen die Chancen, Alzheimer vorzubeugen.

Alzheimer vorbeugen mit gesunder Lebensweise

"Eine Garantie, dass man mit dem richtigen Lebensstil von Alzheimer verschont bleibt, gibt es nicht", sagt Professor Tobias Hartmann, wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Instituts für Demenzprävention der Universität des Saarlandes. "Allerdings gibt es die Möglichkeit, das eigene Erkrankungsrisiko zu senken, indem man auf eine gesunde Lebensweise achtet und kritische Faktoren möglichst umgeht."

1. Bluthochdruck und Diabetes vermeiden

Laut dem Alzheimer-Experten ist es wichtig, Bluthochdruck in den Griff zu bekommen. "Mit einem richtig eingestellten Blutdruck haben Sie ein deutlich niedrigeres Risiko für Alzheimer", sagt Hartmann. Genauso bedeutsam sei es, den Lebensstil bereits in jungen Jahren auf die Vermeidung von Diabetes mellitus auszurichten.

Das zeigt auch eine Studie, in der Leipziger Forscher sieben Risikofaktoren für die Krankheit nennen: Neben Bluthochdruck und Diabetes sind das Bewegungsmangel, Rauchen, Fettleibigkeit, Depressionen und ein geringes Bildungsniveau. Erschienen ist die Untersuchung im Februar 2016 in der Fachzeitschrift "Der Nervenarzt".

Diabetes und Bluthochdruck vorbeugen heißt, sich ausreichend zu bewegen, auf ein normales Gewicht zu achten. Dazu gehört eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Ballaststoffen. Zucker sollte man nur in Maßen essen: "Der Zucker selbst macht zwar nicht Alzheimer, doch er erhöht das Risiko eines Alters-Diabetes. Und das erhöht die Wahrscheinlichkeit an Alzheimer zu erkranken."

2. Fisch essen

Zudem rät der Experte, zwei Mal in der Woche Fisch zu essen. Vor allem Seefisch, darunter Lachs und Hering, enthalte besondere Omega-3-Fettsäuren, die sich in Studien als positiv auf das Alzheimer-Risiko herausgestellt hätten. Auch solle man auf eine gute Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen achten. "Wer beispielsweise vegan lebt, muss schauen, dass er seinem Körper ausreichend Vitamin B12 zuführt", so Hartmann.

3. Das Gehirn herausfordern

Geistige Herausforderungen halten das Gehirn ebenfalls fit und leistungsfähig. "Sobald die Denkarbeit für das Gehirn anstrengend ist und über die Routine hinausgeht, werden die Nervenzellen aktiviert", so Hartmann. Das gilt auch für sportliche Aktivitäten: "Wichtig ist, dass Sie sich anstrengen und immer etwas ins Schwitzen kommen. Ein kurzer gemütlicher Spaziergang reicht hier nicht aus."

4. Soziale Kontakte pflegen

Wichtig sei außerdem, auf genügend Schlaf zu achten und langes Sitzen zu vermeiden. Wer stundenlang bewegungslos auf der Couch oder vor dem Computer sitze, schade seinem Körper erheblich. Auch soziale Kontakte und Unternehmungen sind für ein fittes Gehirn von großer Bedeutung. "Alles was aktiviert, ist gut für den Kopf. Da gehört auch das menschliche Miteinander dazu."

5. Fremdsprache lernen

Computerspiele, die die geistigen Fähigkeiten fördern sollen, zeigen laut dem Experten allerdings keinen Effekt. "Das ist keine effiziente Alzheimer-Prävention. Besser ist es da, Sie lernen zum Beispiel eine Fremdsprache. Am besten in einem Kurs. So konfrontieren Sie Ihr Gehirn mit immer neuen Lernreizen und kommen unter Menschen."

Wie entsteht Alzheimer?
Die Veränderungen im Gehirn beginnen schon Jahrzehnte vor den ersten Symptomen wie Vergesslichkeit, Orientierungsproblemen oder Wortfindungsstörungen. Mit der Zeit lagern sich im Gehirn Eiweiße ab, die Nervenzellen angreifen und so zu einer schrittweisen Veränderung der Gehirnstruktur führen. Die Beschwerden beginnen schleichend, meist nach dem 60. Lebensjahr. 

Rund um den Globus leiden laut Welt-Alzheimer-Bericht 46,8 Millionen Menschen an Demenz und alle drei Sekunden kommt ein neuer Fall hinzu. In den nächsten Jahrzehnten wird sich das Problem aufgrund steigender Lebenserwartung weiter verschärfen. Allein in Asien werden dann rund 67 Millionen Demenzkranke leben, wie die Grafik von Statista zeigt.  (Quelle: Statista.com)Rund um den Globus leiden laut Welt-Alzheimer-Bericht 46,8 Millionen Menschen an Demenz und alle drei Sekunden kommt ein neuer Fall hinzu. In den nächsten Jahrzehnten wird sich das Problem aufgrund steigender Lebenserwartung weiter verschärfen. Allein in Asien werden dann rund 67 Millionen Demenzkranke leben, wie die Grafik von Statista zeigt. (Quelle: Statista.com)

Alzheimer-Warnzeichen: Bei nachlassendem Gedächtnis zum Arzt

Wer merkt, dass sein Gedächtnis zunehmend nachlässt oder andere Symptome bei sich beobachtet, wie Schwierigkeiten Probleme zu lösen, zeitliche und räumliche Orientierungsschwierigkeiten oder Unkonzentriertheit, sollte dies von einem Arzt abklären lassen.

"Für diese Symptome gibt es natürlich viele Auslöser, beispielsweise auch eine Depression. Trotzdem sollten sie auch in Hinblick auf Alzheimer abgeklärt werden", rät Hartmann. "Je früher man um das Alzheimer-Risiko weiß, desto besser stehen die Chancen, den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen. Die Krankheit kündigt sich viele Jahre vor ihrem Ausbruch an. Es gibt keinen Demenz-Kranken, der nicht schon Jahre im Voraus Veränderungen bei sich bemerkt hat."

Wie lange sich der Ausbruch der Erkrankung hinauszögern lässt, ist allerdings nicht vorhersehbar. "Das ist wie mit dem Zähneputzen. Sie können alles richtig machen und sind trotzdem nie 100 Prozent sicher vor Karies", so der Alzheimer-Experte.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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