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Testosteron-Präparate: Wann Männer Tabletten einnehmen sollten

Tabletten gegen Impotenz  

Wann Männer Testosteronpräparate brauchen

10.07.2018, 17:46 Uhr | ag, t-online.de

Testosteron-Präparate: Wann Männer Tabletten einnehmen sollten. Testosteronpräparate: Die Tabletten können bei Potenzproblemen helfen, bringen aber auch Risiken mit sich.  (Quelle: Getty Images/Ossiridian)

Testosteronpräparate: Die Tabletten können bei Potenzproblemen helfen, bringen aber auch Risiken mit sich. (Quelle: Ossiridian/Getty Images)

Schuld an Potenzproblemen ist unter anderem das Testosteron, dessen Produktion bereits ab Mitte 30 stetig sinkt. Das Hormon lässt sich mit Hilfe von Testosteronpräparaten ersetzen. Doch diese bergen Risiken und sind nicht für jeden geeignet.

Antriebslosigkeit, nachlassende Libido und wachsender Bauchspeck setzen Männern mit zunehmendem Alter zu. "Etwa ab dem 35. Lebensjahr nimmt der Testosteronwert bei Männern rund ein Prozent pro Jahr ab", sagt Dr. Wolfgang Bühmann, Pressesprecher des Berufsverbandes der Deutschen Urologen.

Sinkendes Testosteron gehört zum Älterwerden dazu

Der Rückgang des Testosterons liegt an dessen altersbedingten Abbau im Hoden oder in den Gehirnregionen, die den Hormonhaushalt steuern. "Wir Männer sind biologisch gesehen für 40 Jahre 'konstruiert' – auch wenn wir heutzutage tatsächlich doppelt so alt werden." Dass Potenz, Libido und Kraft ab einem gewissen Alter nachlassen, sei daher ein ganz natürlicher Prozess. 

Mit spätestens Mitte 50 bekommen Männer das körperlich und psychisch deutlich zu spüren. Denn Testosteron ist wichtig für den Muskelaufbau, die Knochendichte und die Bildung von roten Blutkörperchen. Aber auch für den Stoffwechsel im Fettgewebe, das Sexualleben und die Fortpflanzungsfähigkeit ist das Hormon von Bedeutung. 

Testosterontherapie gegen sexuelle Unlust

Allerdings macht das Absinken des Testosterons im Blut allein noch keinen Mann krank. Wenn Antriebslosigkeit und sexuelle Unlust jedoch so stark werden, dass sie den Alltag beeinträchtigen, macht es Sinn, den Wert des Hormons beim Urologen überprüfen zu lassen. Ist dieser zu gering, kann eine Testosterontherapie verordnet werden.

Diese kann auch das Liebesleben verbessern. Denn: "Testosteron macht Lust", so Bühmann. Bei Libidoproblemen könne es helfen. Bei Erektionsproblemen dagegen wirke das Hormon nicht. Denn diese haben andere Ursachen. 

Eine vom Arzt verordnete Testosterontherapie gibt es in zwei Varianten: Das Hormon kann dem Körper als Gel über die Haut zugeführt oder aber direkt in den Gesäßmuskel gespritzt werden. Eine Auffrischung erfolgt dann in der Regel nach drei Monaten.

Experte warnt vor Tabletten aus dem Internet 

"In Form von Pillen sollte Testosteron nicht eingenommen werden", sagt Bühmann. Sie wirkten kaum, belasteten dafür aber die Leber. Vor Testosteronpräparaten aus dem Internet, die womöglich noch aus dem Ausland stammen, warnt der Urologe eindringlich. "Hier weiß man nie, was wirklich drinsteckt." Außerdem sollte eine Testosterontherapie immer unter ärztlicher Anleitung erfolgen. 

Keine Therapie ohne vorherige Krebsvorsorge 

Dafür gibt es mehrere Gründe: "Zum einen muss ein versteckter Prostatakrebs ausgeschlossen werden", sagt Bühmann. Liege ein solcher Tumor vor, könne dieser nämlich durch die Hormongabe noch "befeuert" werden. Eine entsprechende Vorsorgeuntersuchung sei daher die Voraussetzung für eine Testosterontherapie. 

Diese sollte in jedem Fall vom Arzt begleitet werden. Denn zu hohe Werte bergen gesundheitliche Risiken und schaden der Herzgesundheit.

Gefährlich: Testosteron für jüngere Männer 

Bühmann warnt davor, Testosteron als Anti-Aging- oder Lifestyle-Präparat in Eigenregie einzunehmen. "Leider fragen immer häufiger auch jüngere Männer zwischen 20 und 30 Jahren danach", so der Urologe. Sie träumten von einem muskulösen Körper und erhofften sich eine Steigerung ihrer Potenz. Tatsächlich jedoch schadeten sie ihrer Gesundheit.

"Durch die übermäßige Gabe von Testosteron kann es nämlich passieren, dass die körpereigene Testosteronproduktion auf Null gefahren wird", sagt Bühmann. Das könne im schlimmsten Fall sogar zu Zeugungsunfähigkeit führen. 

Verwendete Quellen:
  • Berufsverband der Deutsche Urologen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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