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Allergiker sollten diese Symptome nicht unterschätzen

Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 23.06.2022 - 14:54 UhrLesedauer: 3 Min.
Die Symptome einer Pollenallergie können sich auf die Lunge ausbreiten und somit Asthma verursachen.
Die Symptome einer Pollenallergie können sich auf die Lunge ausbreiten und somit Asthma verursachen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Heuschnupfen ist zwar nervig, aber harmlos ‚Äď so zumindest denken viele, die sich jedes Jahr aufs Neue mit Flie√üschnupfen und tr√§nenden, juckenden Augen herumschlagen. Doch untersch√§tzen sollte man die Pollenallergie auf keinen Fall. Wird sie nicht behandelt, kann es zu Asthma-Anf√§llen kommen.

Ausgel√∂st wird Heuschnupfen durch den Bl√ľtenstaub von Str√§uchern, Gr√§sern und B√§umen, aber auch von Kr√§utern und Getreiden. Etwa 16 Prozent der Deutschen leiden unter dem allergischen Schnupfen. Ausgel√∂st wird dieser durch eine √úberreaktion des Immunsystems. Die harmlosen Pollen werden vom K√∂rper f√§lschlicherweise als Feind eingestuft und bek√§mpft.


Alles Wissenswerte zum Thema Heuschnupfen

Heuschnupfen ist eine Volkskrankheit:In Deutschland sind 16 Prozent der Bevölkerung betroffen.
Heuschnupfen kann zur Qual werden: Es ist eine Fehlreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Pollen.
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Bei Heuschnupfen reagiert das Immunsystem √ľber

"Dabei produziert der K√∂rper sogenannte IgE-Antik√∂rper, die sich an spezielle K√∂rperzellen binden und Entz√ľndungsstoffe produzieren, darunter Histamin. Es kommt zu einer allergischen Reaktion", erkl√§rt Diplom-Biologin Anja Schwalfenberg vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB). Da die Pollenallergie zu den Allergien vom Soforttyp geh√∂rt, lassen die Symptome nicht lange auf sich warten. Bereits kurz nach dem Kontakt beginnt die Nase zu laufen und die Augen tr√§nen und jucken.

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"Heuschnupfen ist keine Bagatellerkrankung"

Wird die Allergie nicht therapiert, k√∂nnen sich die Symptome auf die unteren Atemwege ausbreiten. "Menschen mit Allergien leiden nicht unter einer Bagatellerkrankung. Werden die allergischen Beschwerden nicht fr√ľhzeitig und richtig behandelt, kann aus einem allergischen Schnupfen ein Asthma entstehen", warnt die Expertin und erg√§nzt: "Diese Gefahr besteht nicht nur bei Pollen, sondern auch bei anderen Allergieausl√∂sern wie beispielsweise Hausstaubmilben oder Tieren. In bis zu 40 Prozent der F√§lle kann aus einer inhalativen Allergie ein allergisches Asthma werden."

Viele Allergiker unterschätzen die Gefahr

Das Problem ist, dass sich die meisten Allergiker dieser Gefahr nicht bewusst sind. Sie wissen zwar, dass sie auf einen Stoff allergisch reagieren, doch sie legen den Fokus lediglich auf die Behandlung der Symptome. Da viele Antiallergika rezeptfrei in den Apotheken zu bekommen sind, wird ein Arztbesuch oft hinausgezögert. "Die umfassende Allergiediagnostik ist und bleibt aber das A und O bei der Behandlung. Nur wer seine Auslöser kennt, kann die passende Therapie erhalten und einer Verschlimmerung vorbeugen", sagt Schwalfenberg.

Warnzeichen f√ľr beginnendes Asthma erkennen

Zudem sollte der Betroffene auf die Warnzeichen seines K√∂rpers h√∂ren, denn dieser sendet fr√ľhzeitig Signale aus, die auf die Entstehung eines Asthmas hinweisen. Dazu z√§hlt st√§ndiges R√§uspern ebenso wie Hustenreiz und Atemnot bei Anstrengung. "Die Ursache muss auf jeden Fall untersucht werden, damit Asthma m√∂glichst fr√ľhzeitig erkannt wird", betont die Allergieexpertin.

Asthma-Anfall: So verhalten Sie sich richtig

Symptome wie anfallsweise auftretende Atemnot, ein Engegef√ľhl in der Brust, starker Hustenreiz sowie eine pfeifende Atmung hingegen weisen auf einen akuten Asthma-Anfall hin. Hat der Betroffene kein Asthma-Spray zur Hand, etwa weil der Anfall zum ersten Mal auftritt, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und atemerleichternde Ma√ünahmen anzuwenden.

"Helfen kann beispielsweise die Lippenbremse. Beim Ausatmen l√§sst man die Luft durch die leicht aufeinanderliegenden Lippen ausstr√∂men", erkl√§rt Schwalfenberg. Dabei sollte der Patient versuchen, ruhig zu atmen und nicht in Panik zu geraten. Eine weitere Hilfe-Ma√ünahme ist der Kutschersitz. Hierbei setzt sich der Betroffene hin, beugt sich leicht nach vorne und st√ľtzt seine Ellenbogen auf den Oberschenkeln oder auf einem Tisch ab. Diese Position erleichtert die Atmung. Wichtig ist auch hier zu versuchen, ruhig und gleichm√§√üig zu atmen. H√§lt die Atemnot an, sollte man nicht z√∂gern, den Notruf unter 112 zu verst√§ndigen.

Hyposensibilisierung kann Asthma vorbeugen

Am besten ist es nat√ľrlich, wenn das Asthma gar nicht erst entsteht. Doch was kann der Heuschnupfengeplagte tun? "Mit der sogenannten Hyposensibilisierung steht ihm eine sehr gute Behandlungsm√∂glichkeit zur Verf√ľgung, die an der Ursache ansetzt", erkl√§rt die Expertin. "Aber bevor die Therapie starten kann, muss der Ausl√∂ser bekannt sein. Nur so kann entschieden werden, ob eine Spezifische Immuntherapie sinnvoll und m√∂glich ist."

Ist das Asthma erst mal da, bleibt es

Bei der Hyposensibilisierung wird der Patient langsam an den Allergieausl√∂ser gew√∂hnt. Das Ziel dabei ist, die √úberreaktion des Immunsystems zu lindern, die Medikamente zu reduzieren und das Asthmarisiko zu senken. "Fr√ľhzeitig zu handeln ist von gro√üer Bedeutung, da Asthma zu den chronischen Erkrankungen geh√∂rt", sagt Schwalfenberg. "Ein allergisches Asthma kann ganz unterschiedliche Beschwerdezeiten und Schweregrade aufweisen. Es gibt Asthmatiker, mit allergischem Asthma, die ganzj√§hrig betroffen sind, aber auch solche, die unter einer saisonalen Allergie leiden und nur w√§hrend dieser Zeit ihre Asthmamedikamente ben√∂tigen."

Inhalationsger√§te mit Cortisol hemmen die Entz√ľndung

Asthma wird vor allem mit der regelm√§√üigen Einnahme entz√ľndungshemmender Medikamente behandelt. Hierzu gibt es Inhalationsger√§te mit Cortison-Wirkstoffen. Angst vor den Cortisonpr√§paraten braucht man nach Ansicht von Schwalfenberg nicht zu haben. Sie seien schon in sehr geringen Mengen wirksam und Nebenwirkungen auch bei einer dauerhaften Anwendung in der Regel nicht zu bef√ľrchten ‚Äď sofern man sie richtig anwende. "F√ľr den Notfall hingegen kommen spezielle bronchienerweiternde Medikamente zum Einsatz. Sie werden bei Atemnot als sogenanntes Bedarfsmedikament eingesetzt."

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte √Ąrzte. Die Inhalte von t-online k√∂nnen und d√ľrfen nicht verwendet werden, um eigenst√§ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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