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Darm-Hirn-Achse: So wirkt sich die Darmflora aufs Gehirn aus

Darm-Hirn-Achse  

So wirkt sich die Darmflora auf Ihr Gehirn aus

04.12.2018, 09:51 Uhr | dpa-tmn, jb, t-online.de

Darm-Hirn-Achse: So wirkt sich die Darmflora aufs Gehirn aus. Darm-Hirn-Achse: Die Darmflora beeinflusst die Psyche mehr, als viele denken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/AntonioGuillem)

Darm-Hirn-Achse: Die Darmflora beeinflusst die Psyche mehr, als viele denken. (Quelle: AntonioGuillem/Thinkstock by Getty-Images)

Menschen mit einer Darmerkrankung wie dem Reizdarmsyndrom oder Morbus Crohn leiden häufig auch unter Angststörungen oder Depressionen. Eine Studie bestätigt nun den Zusammenhang zwischen Darm und Gehirn. Wir erklären, was es mit der so genannten Darm-Hirn-Achse auf sich hat und was Sie für eine gesunde Darmflora tun können.

Was ist die "Darm-Hirn-Achse“?

Kanadische Forscher haben bewiesen, dass sich eine defekte Darmflora nicht nur auf die Verdauung, sondern auch auf die Psyche des Betroffenen auswirkt. Sie bestätigten, dass der Darm wesentlich mit dem Gehirn zusammenhängt. Man spricht auch von der "Darm-Hirn-Achse“. Demnach beeinflussen Darmbakterien bestimmte Funktionen im Hirn und sind somit für psychische Störungen und neurologische Erkrankungen mitverantwortlich.

Darmflora kann neurologische Krankheiten auslösen 

In früheren Studien wurde bereits ein Zusammenhang zwischen Darmerkrankungen und neurologischen Krankheiten wie Multiple Sklerose (MS), Parkinson oder Schlaganfall festgestellt. Studienleiter Prof. Hartmut Wekerle am Max-Planck-Institut für Neurobiologie in München, der zu Multiplen Sklerose forscht, erklärt: "Der Mikrobiota kommt eine entscheidende Bedeutung als Trigger der Multiplen Sklerose zu."

Mikrobiota oder auch Mikrobiom ist eine andere Bezeichnung für die Darmflora und ist ein Zusammenschluss von über 1.000 verschiedenen Arten von Darmbakterien.

Was tun bei einer gestörten Darmflora?

Für Menschen mit Angststörungen, die unter dem Reizdarmsyndrom oder einer anderen Darmerkrankung leiden, können präbiotische Nahrungsergänzungsmittel oder probiotische Bakterien sowohl bei der Behandlung der Darmstörung als auch bei der Verbesserung ihres psychischen Befindens helfen.

Probiotischen Lebensmitteln wurden bestimmte (Milchsäure-)Bakterien zugesetzt. Diese sollen nach dem Verzehr positive Wirkungen auf den Darm haben. Laut einigen Ernährungswissenschaftlern unterstützen die Mikroorganismen aus den probiotischen Lebensmitteln die menschlichen Darmbakterien bei der Verdauung und stärken zusätzlich das Immunsystem. Als präbiotische Nahrungsmittel sind unter anderem Pastinaken, Artischocken und Chicorée. Sie dienen den nützlichen Darmbakterien als Nahrungsquelle und fördern somit zusätzlich die Verdauung.

Wie können Sie Darmerkrankungen vorbeugen?

Darmkrankheiten entstehen häufig durch eine falsche Ernährung und Lebensführung. Dauerhafter Stress – beruflich oder privat –, und andere seelische Probleme wirken sich auf die Darmflora aus. Auch ständiges Sitzen, mangelnde Bewegung und eine falsche, ungesunde Ernährung kann den Darm stark belasten und krank machen.

Den Funktionsstörungen des Darms können Sie vorbeugen, indem Sie

  • zwei- bis dreimal pro Woche Sport treiben. Dies fördert die Darmbewegung, unterstützt die Sauerstoffversorgung Ihres Gehirns und hebt somit die Stimmung.
  • sich gesund und ausgewogen ernähren. So versorgen Sie Ihre Darmbakterien mit ausreichend Nährstoffen.
  • Probleme ansprechen anstatt diese "herunterzuschlucken".
  • Ihren Konsum von Kaffee, Nicotin und Alkohol einschränken. Diese Stoffe beeinflussen die Darmflora negativ.
  • ausreichend schlafen und sich Ruhephasen gönnen.

Weiterhin können bestimmte Verhaltenstherapien und eine Lebensumstellung helfen, Darmerkrankungen wie das Reizdarmsyndrom oder sogar Darmkrebs vorzubeugen. Auch das regelmäßige Fasten oder eine Darmsanierung kann Darmerkrankungen vorbeugen.

"Da den Beschwerden unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen, gibt es beim Reizdarmsyndrom kein Patentrezept", erklärt Prof. Thomas Frieling, Direktor der Medizinischen Klinik II des Helios Klinikums Krefeld. Die Ernährung spielt aber eine wichtige Rolle. Denn in vielen Fällen sind Lebensmittel der Auslöser für das Reizdarmsyndrom.

Bei anhaltenden Beschwerden zum Arzt gehen

Dass der Bauch hier und da nach einem schweren Essen mal zwickt, ist allerdings normal und sollte kein Grund zur Sorge sein. Anhaltende Beschwerden können aber nicht nur auf Magen-Darm-Erkrankungen, sondern auch auf eine beginnende Depression hinweisen, warnt der Berufsverband der Niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. Lassen Sie sich daher regelmäßig vom Arzt untersuchen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • eigene Recherche

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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