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Blutarmut: Anzeichen, Ursachen, Vorbeugung

Ständig müde und erschöpft?  

Was Sie über Blutarmut wissen sollten: Anzeichen, Ursachen, Vorbeugung

13.01.2018, 09:00 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de

Blutarmut: Anzeichen, Ursachen, Vorbeugung. Die roten Blutkörperchen: Anämie beschreibt den Mangel roter Blutkörperchen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/solvod)

Die roten Blutkörperchen: Anämie beschreibt den Mangel roter Blutkörperchen. (Quelle: solvod/Thinkstock by Getty-Images)

Wer ständig müde ist, unter Schwindel leidet und mit Leistungseinbrüchen zu kämpfen hat, sollte aufmerksam werden. Blutarmut (Anämie) beschreibt einen Mangel an dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin sowie meist auch an roten Blutkörperchen. Blutarmut zählt zu den häufigsten Bluterkrankungen. 

Bei Carolin traten zuerst Kopfschmerzen auf. Irgendwann litt sie fast jeden Tag darunter. "Ich habe Sport getrieben, ausreichend getrunken und genügend geschlafen, trotzdem war mein Kopf ständig am Pochen", erinnert sich die 40-Jährige. Müdigkeit und Leistungsschwäche kamen hinzu. Irgendwann brach ihr Kreislauf regelmäßig zusammen. "Mir wurde ständig schwarz vor Augen. Ich litt unter Schweißausbrüchen und Übelkeit. Einmal bin ich am Bahnhof einfach zusammen geklappt. Das war sehr unangenehm." Carolin geht zu einem Arzt. Dieser stellt die Diagnose Blutarmut.

Anämie: Diese Symptome deuten auf Blutarmut hin

Bei einem Mangel an rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin) und/oder roten Blutkörperchen (Erythozyten) sprechen Mediziner von Blutarmut. Blutverlust begünstigt Blutarmut ebenso wie eine gestörte Blutbildung und ein vermehrter Blutabbau. Dann laufen Sauerstoff- und Kohlendioxidtransport des Körpers auf Sparflamme.

Zu den häufigsten Symptomen einer Blutarmut gehören:

  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • Leistungsschwäche
  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Herzklopfen und Atemnot bei Anstrengung
  • Blässe

Die Ursachen für Blutarmut: Gestörte Blutbildung und Verlust von roten Blutkörperchen

Oft liegt die Ursache der Blutarmut in einer gestörten Blutbildung. Diese kann unter anderem durch Erkrankungen des Knochenmarks, in dem die roten Blutkörperchen gebildet werden, ausgelöst sein. Auch Nierenerkrankungen kommen als Ursache in Frage. In den Nieren wird das Hormon Erythropoetin gebildet. Dieses sendet an das Rückenmark das Signal zur Produktion der roten Blutkörperchen. Auch ein Mangel an Nährstoffen hemmt die Blutbildung. Vor allem Eisen, Folsäure und Vitamin B12 sind hier von großer Wichtigkeit.

Ein vermehrter Abbau beziehungsweise Verlust von roten Blutkörperchen kann durch versteckte Blutungen entstehen, ausgelöst etwa durch Geschwüre und Tumoren im Magen-Darm-Trakt. Bei Frauen führt die Regelblutung oft zu einem verstärkten Blutverlust. Stoffwechselstörungen und Infektionskrankheiten können den Abbau roter Blutkörperchen ebenfalls begünstigen. Auch eine kranke Milz kann der Auslöser sein: Die Milz transportiert abgestorbene und defekte rote Blutkörperchen aus dem Blut heraus. Ist die Milz vergrößert, kann es passieren, dass sich dieser Prozess beschleunigt.

Blutarmut erkennen: Ein Bluttest hilft bei der Diagnose

Ein Bluttest zeigt, ob eine Blutarmut vorliegt und gibt zudem wichtige Hinweise auf den möglichen Auslöser. Abhängig von der Ursache wird die Therapie eingeleitet und die Grunderkrankung behandelt. Am häufigsten ist Eisenmangel der Auslöser für Blutarmut (Eisenmangelanämie).

Symptome für Eisenmangel können sein:

  • Trockene, juckende Haut
  • brüchige Fingernägel
  • Haarausfall
  • eingerissene Mundwinkel

Auch bei Carolin waren die Eisenspeicher leer. Ihr Arzt verschrieb ihr Eisentabletten. Die Symptome gingen zurück und Carolin ging es schnell wieder besser. "Trotzdem war ich froh, als ich das Präparat wieder absetzen konnte. Ich habe ziemliche Verdauungsprobleme davon bekommen. Seitdem ich meine Ernährung angepasst habe, gelingt es mir gut, meinen Körper ausreichend mit Eisen zu versorgen – trotz starker Periode. Sicherheitshalber lasse ich ein Mal im Jahr meine Eisenwerte überprüfen."

Eisenquellen: Diese Lebensmittel enthalten viel Eisen

Eisen ist ein lebenswichtiges Spurenelement und muss dem Körper über die Nahrung zugeführt werden. Die wichtigste Aufgabe von Eisen ist die Bindung von Sauerstoff in den roten Blutkörperchen. Der tägliche Eisenbedarf eines Erwachsenen liegt laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei 10 Milligramm pro Tag für Männer und 15 Milligramm für Frauen. Schwangere benötigen 30 Milligramm, Stillende 20 Milligramm. Mit einer Ernährungsanpassung kann man viel für die Blutbildung tun.

Tierische Lebensmittel wie rotes Fleisch, Fisch und Eier sind gute Eisenlieferanten. Auch eine pflanzliche Ernährung liefert reichlich von dem Spurenelement, darunter Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Sojabohnen, Nüsse, Pfifferlinge, Rote Beete, Hirse und Haferflocken. Kräuter wie Schnittlauch, Petersilie und Thymian sowie Samen wie Leinsamen, Sesam und Mohnsamen, enthalten ebenfalls reichlich Eisen. Vitamin C fördert die Eisenaufnahme im Körper. Zu eisenreichen Mahlzeiten am besten ein Glas Orangensaft trinken oder einen Apfel zum Nachtisch essen.   Nahrungsergänzungsmittel sollten nur nach Absprache mit einem Arzt und bei einem erhöhten Eisenbedarf eingenommen werden. 

 

Quellen und weiterführende Informationen:

- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): http://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/eisen/
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): http://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_eisen_in_lebensmitteln-28383.html
- Prof. Dr. Helmut Heseker, Dipl. oec. troph. Beate Heseker: Die Nährwerttabelle. 5. Auflage 2018/2019
- Dr. med Arne Schäffler (Hrsg.): Gesundheit heute. Krankheit – Diagnose – Therapie. Das Handbuch für Schulmedizin, Naturheilkunde und Selbsthilfe
- Universitätsklinikum Leipzig: https://www.uniklinikum-leipzig.de/Seiten/blutwerte-blutarmut.aspx

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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