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Altersdepression: So erkennen Sie die Symptome

Symptome und Behandlung  

Altersdepression: So erkennen Sie die Warnzeichen

11.05.2020, 10:19 Uhr | dpa-tmn, ag

Altersdepression: So erkennen Sie die Symptome. Ein älterer Mann sitzt auf dem Bett: Depressionen im höheren Lebensalter gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. (Quelle: Getty Images/Dean Mitchell)

Ein älterer Mann sitzt auf dem Bett: Depressionen im höheren Lebensalter gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. (Quelle: Dean Mitchell/Getty Images)

Andauernde Traurigkeit, Müdigkeit oder Lustlosigkeit: Altersdepression hat viele Gesichter – und wird doch oft verkannt oder verharmlost. Dabei ist die Krankheit auch bei älteren Menschen gut mithilfe von Medikamenten und Psychotherapie behandelbar. Wie Angehörige helfen können.


Ursachen für eine Depression im Alter

Wenn Menschen über 65 sind, sind sie anfälliger für schwere Krankheiten. Doch gleichzeitig häufen sich im Alter die Krisenmomente – der Tod des Partners, von Freunden oder etwa schwere Krankheiten. Die Folge davon können Depressionen sein. Die häufigsten Faktoren, die eine Altersdepression begünstigen sind:

  • schwere Krankheiten wie zum Beispiel ein Schlaganfall, Krebs oder Demenz
  • Depressionen bei Familienmitgliedern
  • chronischer Stress
  • die Einnahme starker Medikamente oder Medikamentenmissbrauch
  • Angst- und Essstörungen
  • Schlafstörungen

Symptome: So äußert sich eine Altersdepression

Depression ist eine Erkrankung, die oft unterschätzt wird – gerade im Alter. Ärzte und Angehörige von Patienten nehmen eine anhaltende gedrückte Stimmung bei Älteren oft als eine natürliche Reaktion hin. "Hinzu kommt, dass die Betroffenen sich selbst die Schuld geben, erschöpft und hoffnungslos sind und deshalb oft nicht zum Arzt gehen", sagt Prof. Ulrich Hegerl, Vorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.

Dabei sind Altersdepressionen eigentlich gut behandelbar, sagt Iris Hauth, Chefärztin im Alexianer Krankenhaus Berlin-Weißensee. "Von Depressionen ist dann die Rede, wenn Symptome wie Antriebs- , Freud- und Lustlosigkeit über mindestens zwei Wochen anhalten", erklärt Hauth.

"Voraussetzung ist eine entsprechende Veranlagung, und manchmal kommt noch Negatives als Auslöser hinzu", sagt Hegerl. Die Altersdepression beeinflusst Denken, Fühlen und Handeln der älteren Menschen und kann einen enormen Leidensdruck verursachen.

"Eine wichtige Rolle kommt auch den Angehörigen eines Erkrankten zu", sagt Diplom-Psychologin Christine Sowinski vom Kuratorium Deutsche Altershilfe. Sie sollten depressive Stimmungen im Alter keinesfalls verharmlosen. Hauth rät Angehörigen, die Betroffenen behutsam und bestimmt nach ihrer Befindlichkeit zu fragen. Allerdings gilt auch: "Es gibt Situationen, in denen Angehörige an ihre Grenzen stoßen", warnt Sowinski. Sagt etwa ein Erkrankter, er wolle sich das Leben nehmen, sollten Angehörige den Notarzt rufen.

Depression und Demenz: wo liegt der Unterschied?

Depressive Menschen sind in der Regel nicht desorientiert, sie können beispielsweise Datum und Uhrzeit nennen. Bei Demenzkranken ist dies häufig nicht mehr der Fall. Bei der Schilderung ihrer Beschwerden ist bei depressiven Menschen der damit einhergehende Leidensdruck zu spüren, während Demente ihre Beschwerden häufiger bagatellisieren oder dazu neigen, die Defizite zu verstecken.

Behandlung von Depressionen im Alter

Erste Anlaufstelle bei Verdacht auf depressive Störung ist ansonsten der Hausarzt. Um die Ursachen der Symptome zu finden, stehen dort zunächst Untersuchungen des Bluts an. Depressionen zeigen sich im Alter mitunter auch in Sprach- und Gedächtnisstörungen und ähneln so einer Demenz. Um Verwechslungen zu vermeiden, stellt der Arzt Fragen. "Depressive Patienten können auf Nachfragen beispielsweise angeben, wie das Datum ist und wo sie sich gerade befinden", sagt Hegerl.

Häufen sich die Hinweise auf eine Altersdepression, überweist der Hausarzt in der Regel an einen Psychiater oder an einen Psychotherapeuten. Der kann die Erkrankung dann mit einer Psychotherapie oder mit Medikamenten (Antidepressiva) behandeln. "Je nach Schweregrad kann auch beides miteinander kombiniert werden", sagt Hauth. Eine Lichttherapie und regelmäßige Bewegung können ebenfalls bei depressiven Menschen helfen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherchen


Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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