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Stummer Schlaganfall: Warum er so gefährlich ist


Unauffällig, aber gefährlich  

Das macht den stummen Schlaganfall so tückisch

19.08.2019, 18:09 Uhr | Andrea Goesch

Stummer Schlaganfall: Warum er so gefährlich ist. Manche Schlaganfälle verlaufen unbemerkt und bleiben zunächst ohne erkennbare Folgen. Doch ein stummer Hirnschlag ist alles andere als harmlos.  (Quelle: Getty Images/ Lars Neumann)

Manche Schlaganfälle verlaufen unbemerkt und bleiben zunächst ohne erkennbare Folgen. Doch ein stummer Hirnschlag ist alles andere als harmlos. (Quelle: Lars Neumann/Getty Images)

Er kommt oft im Schlaf und seine Symptome sind meist untypisch. Ein so genannter stummer Schlaganfall ist für die Betroffenen daher schwer erkennbar und wird leicht übersehen. Die Diagnose kommt dann erst Jahre später, wenn die Schäden im Gehirn bereits fortgeschritten sind oder ein weiterer Schlaganfall stattfand. 

Doch wie kommt es, dass ein Schlaganfall unbemerkt verläuft? Welche Folge hat das und wie können Patienten vorbeugen? Wir haben einen Neurologen gefragt.

Ursache ist eine Durchblutungsstörung im Gehirn 

"Der stumme Schlaganfall ist dadurch definiert, dass die Betroffenen keine der typischen Symptome verspüren, registrieren oder diese `verschlafen`", sagt Professor Mario Siebler, Chefarzt für Neurologie an der MediClin Fachklinik Rhein/Ruhr in Essen und Regionalbeauftragter der Deutschen Schlaganfall-Hilfe. Ausgelöst wird der Vorfall durch eine Durchblutungsstörung im Gehirn. Je nachdem, wo diese auftritt und welche Zellen absterben, machen sich die Folgen stärker oder schwächer bemerkbar. Oft sind Hirnregionen betroffen, deren Störung keine oder nur unspezifische Symptome auslöst. 

Symptome sind undramatisch oder bleiben aus 

Seh- und Sprachstörungen, Lähmungen, Taubheitsgefühl, starke Kopfschmerzen und Schwindelgefühl: Als diese Symptome, die als typische Alarmsignale für einen Schlaganfall gelten, bleiben somit aus oder treten nur kurz und in abgeschwächter Form auf. So kann es passieren, dass der Patient den Vorfall nicht bemerkt und weiterlebt, als sei nichts geschehen.

"Erst wenn sehr viele kleine stumme Infarkte auftreten, werden Symptome wie Gedächtnisstörungen, Wesensänderungen oder Gangstörungen bemerkt", sagt Siebler. Doch auch dann komme es häufig vor, dass manche Patienten solche Symptome nicht wahrnehmen oder nicht wahrnehmen wollen.  

Patienten "verschlafen" den stummen Schlaganfall

"Stumme Schlaganfälle kommen deutlich häufiger vor als die offensichtlichen Schlaganfälle", sagt Siebler. Besonders nachts bestehe die Gefahr, dass Patienten den Vorfall nicht bemerken. "Wenn ein solcher Schlaganfall im Schlaf passiert, spüren die Betroffenen beim Aufwachen nichts mehr."

Die Diagnose erfolgt in der Regel erst sehr spät, manchmal sogar erst Jahre später. "Nachgewiesen werden stumme Infarkte meist zufällig über bildgebende Verfahren des Kopfes wie Computertomografie oder Magnetresonanztomografie, auf denen die Infarktnarben sichtbar sind", sagt Siebler. In einer Studie sei nachgewiesen worden, dass jeder fünfte Betroffene, der wegen eines akuten Schlaganfalls im Krankenhaus war, bereits zuvor einen stillen, unbemerkten Schlaganfall erlitten habe.

Spätfolgen: "Echter" Schlaganfall, Demenz und Behinderungen

Dass ein stummer Schlaganfall meist nicht tödlich endet oder zu körperlichen Einschränkungen führt, macht ihn nicht weniger gefährlich. Denn der Patient lebt weiter im Glauben, gesund zu sein. Ohne zu wissen, dass sein Risiko, einen weiteren Schlaganfall zu erleiden, enorm gestiegen ist.

"Der stumme Schlaganfall kann ein Vorbote eines weiteren, offensichtlichen Schlaganfalls sein", warnt Siebler. Zudem sei das Risiko einer vaskulären Demenz und bleibender motorischer Störungen deutlich erhöht, wenn mehrere stumme Hirnschläge in Folge auftreten.

Frühzeitiges Erkennen derartiger Ereignisse wäre wichtig, um vorbeugende Maßnahmen gezielt und rechtzeitig einzusetzen. Patienten sollten daher auch unklare Symptome ernst nehmen. Vor allem Personen mit erhöhtem Schlaganfallrisiko, also Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes oder hohen Cholesterinwerten sollten frühzeitig behandelt und sensibilisiert werden.

Vorbeugen: Gesunder Lebensstil und Herz-Kreislauf-Checks

Da stumme Schlaganfälle oft symptomfrei verlaufen und daher schwer erkennbar sind, ist Vorbeugung umso wichtiger. Ein gesunder Lebensstil sei hierbei entscheidend, sagt Siebler. Hierzu gehörten "eine ausgewogene Ernährung, viel Bewegung, Verzicht auf das Rauchen und das Vermeiden von übermäßigem Alkoholkonsum". Darüber hinaus rät der Neurologe zu regelmäßigen Check-ups beim Arzt. Wer bereits bekannte Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder hohe Cholesterinwerte habe, sollte diese regelmäßig kontrollieren und sich behandeln lassen. 

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen
  • Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

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