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Studie: Magensäureblocker können Allergien auslösen

Medikamente gegen Sodbrennen  

Magensäureblocker können Allergien auslösen

31.07.2019, 14:45 Uhr | dpa

Studie: Magensäureblocker können Allergien auslösen. Tabletten gegen Sodbrennen, Aufstoßen oder Magenschmerzen: Sogenannte Magensäureblocker regeln die Säureproduktion im Magen herunter. (Quelle: dpa/Susann Prautsch)

Tabletten gegen Sodbrennen, Aufstoßen oder Magenschmerzen: Sogenannte Magensäureblocker regeln die Säureproduktion im Magen herunter. (Quelle: Susann Prautsch/dpa)

Millionen Deutsche nehmen Tabletten, die die Säureproduktion im Magen herunterregeln. Eine Studie zeigt jedoch: Diese Mittel können Nebenwirkungen haben. Experten warnen vor der Einnahme in bestimmten Fällen.

Die Einnahme von Magensäureblockern erhöht offenbar das Risiko für Allergien. Das berichten österreichische Forscher nach der Auswertung von Krankenkassendaten. Patienten, denen Medikamente gegen Magensäure verschrieben wurden, bekamen demnach in den Jahren darauf häufiger auch Medikamente gegen Allergien. Ein deutscher Experte rät, die Mittel nicht unbedarft zu nehmen.

Magensäureblocker sind weit verbreitete Medikamente, die zum Beispiel bei Sodbrennen und Aufstoßen sowie Entzündungen des Darms oder der Speiseröhre eingesetzt werden, aber auch begleitend zum Beispiel bei der Einnahme von Schmerzmedikamenten.

Wer Magensäureblocker nimmt, benötigt häufiger Allergiemedikamente

Die Forscher um Galateja Jordakieva von der Universität Wien hatten Daten österreichischer Krankenversicherungen ausgewertet. Sie boten Einblick in die Behandlung von über 8,2 Millionen Patienten, was nahezu der gesamten österreichischen Bevölkerung entspricht. Die Wissenschaftler prüften, wie oft die Menschen zwischen 2009 und 2013 bestimmte Medikamente verschrieben bekamen.

Dabei zeigte sich ein Zusammenhang zwischen zwei Erkrankungen: Die Wahrscheinlichkeit, ein Allergiemedikament zu benötigen, war bei Patienten, die schon einen Magensäureblocker verordnet bekommen hatten, zweimal so hoch wie bei anderen Patienten. Besonders stark waren demnach Frauen von der erhöhten Allergiegefahr betroffen, zudem auch ältere Menschen, berichtet das Team im Fachmagazin "Nature Communications".

Dabei machte es keinen Unterschied, welches Medikament verschrieben wurde. Da Magensäureblocker auf ganz unterschiedliche Weise wirken, vermuten die Forscher, dass ihr Effekt – der veränderte Säurewert (pH) im Magen – für die Allergien verantwortlich ist. Proteine, die über die Nahrung aufgenommen werden, könnten demnach im Magen nicht mehr so gut zerlegt werden und dann Allergien hervorrufen. Es könnte auch sein, so die Forscher, dass die Medikamente Signalwege aktivieren, über die Allergien ausgelöst werden.

Experten: Magensäureblocker werden zu oft verschrieben

Ulrich Fölsch vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein rät, Magensäureblocker nicht unbedarft zu nehmen. "Das sind sehr gute Medikamente, welche bei einigen Patienten die Lebensqualität erheblich verbessern können, wobei die Nebenwirkungen sich in einem überschaubaren Rahmen bewegen." Sie sollten aber nicht vorsorglich, zum Beispiel grundsätzlich zu Schmerztabletten, eingenommen werden.

Außerdem sollten Magensäureblocker nach einiger Zeit wieder abgesetzt werden, so Fölsch. Manche nähmen sie jahrelang ein. "Wir haben einen Zusammenhang mit Allergien zwar bisher nicht gesehen, aber die Studie zeigt das auf und interessanterweise ganz unabhängig davon, welches Medikament zur Hemmung der erhöhten Magensäure genommen wird."

Schon seit einigen Jahren kritisieren Experten, dass Magensäureblocker zu oft und leichtfertig verschrieben würden. Laut Zahlen der Barmer Krankenversicherung bekamen im Jahr 2018 rund 11,5 Millionen Versicherte in Deutschland eine Verordnung von Magensäureblockern. Die sogenannten Protonenpumpenhemmer sind zudem auch rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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