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FĂŒr diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfĂ€ltig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

So macht sich Magnesiummangel bemerkbar

Von Geraldine Nagel

Aktualisiert am 01.01.2022Lesedauer: 5 Min.
Ein Mann greift sich an die schmerzende Wade: HĂ€ufige WadenkrĂ€mpfe können Anzeichen fĂŒr einen Magnesiummangel sein.
Ein Mann greift sich an die schmerzende Wade: HĂ€ufige WadenkrĂ€mpfe können Anzeichen fĂŒr einen Magnesiummangel sein. (Quelle: PeopleImages/getty-images-bilder)
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Ein schwerer Magnesiummangel kommt in Deutschland selten vor. Ein leichter Mangel kann Symptome hervorrufen, muss es aber nicht. Warum es schwer ist, Magnesiummangel festzustellen, wie sich der Magnesiumbedarf decken lÀsst und warum der Griff zu Magnesium-Tabletten nicht ohne Àrztlichen Rat erfolgen sollte.

Das Wichtigste im Überblick


  • Magnesiummangel: Mögliche Symptome
  • Ursachen fĂŒr Magnesiummangel: Was dahinterstecken kann
  • Magnesiummangel feststellen: Blut und Urin testen
  • Magnesiummangel behandeln: Was man tun kann

Die GrĂŒnde fĂŒr einen Magnesiummangel sind vielseitig und können auch mit Erkrankungen in Zusammenhang stehen. Ein schwerer Magnesiummangel (Fachausdruck HypomagnesiĂ€mie) kommt in Deutschland jedoch selten vor.

Der NĂ€hrstoff Magnesium steckt in vielen Lebensmitteln. Im Grunde ist es daher relativ leicht, den NĂ€hrstoff in ausreichender Menge aufzunehmen und den Tagesbedarf ĂŒber die Nahrung zu decken.

Schon gewusst?
Der Referenzwert fĂŒr den tĂ€glichen Magnesiumbedarf (oder richtiger der "SchĂ€tzwert fĂŒr eine angemessene Zufuhr") liegt bei Frauen ab 25 Jahren bei 300 Milligramm (mg) und bei MĂ€nnern ab 25 Jahren bei 350 mg Magnesium.

Was ist Magnesium?

Magnesium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff, der zu den Elektrolyten zĂ€hlt. Er spielt eine wichtige Rolle bei zahlreichen Prozessen im Körper, etwa fĂŒr die Muskelfunktion. Aber auch fĂŒr die Knochengesundheit ist Magnesium von Bedeutung.

Magnesiummangel: Mögliche Symptome

Der Mineralstoff Magnesium wird im Körper an vielen Stellen benötigt. Bei einem Magnesiummangel können die Symptome deshalb recht unterschiedlich ausfallen. HÀufig sind sie aber eher allgemeiner Natur.

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Ein Magnesiummangel kann sich zum Beispiel durch Symptome im Muskelbereich zeigen und zu MuskelkrĂ€mpfen (wie WadenkrĂ€mpfen), Muskelzittern, Muskelzuckungen (etwa am Auge) oder MuskelschwĂ€che fĂŒhren.

In manchen FĂ€llen Ă€ußert sich ein Magnesiummangel zudem durch Anzeichen wie Konzentrationsprobleme, MĂŒdigkeit oder Schlafstörungen. Andere Betroffene fĂŒhlen sich wiederum eher nervös oder innerlich unruhig, sind schnell erschöpft oder reagieren stark auf Stress.

Daneben können bei Magnesiummangel auch folgende Symptome auftreten:

  • Kopfschmerzen oder MigrĂ€ne
  • SchwindelgefĂŒhle
  • BauchkrĂ€mpfe
  • Verstopfung, manchmal im Wechsel mit Durchfall
  • Herzbeschwerden wie Herzrasen, Herzrhythmusstörungen oder Herzschmerzen

Wichtig zu wissen:
All diese Symptome können andere Ursachen als einen Magnesiummangel haben. Bei lÀnger andauernden Beschwerden sollte man diese sicherheitshalber abklÀren lassen. Ein Magnesiummangel macht sich zudem nicht in jedem Fall durch Symptome bemerkbar.

Ursachen fĂŒr Magnesiummangel: Was dahinterstecken kann

FĂŒr einen Magnesiummangel kann es viele Ursachen geben – etwa eine einseitige ErnĂ€hrung, bei der ĂŒber lange Zeit zu wenig Magnesium aufgenommen wird. HĂ€ufiger ist das der Fall bei Menschen, die ĂŒber lange Zeit sehr viel Alkohol zu sich nehmen, kĂŒnstlich ernĂ€hrt werden oder an Magersucht leiden.

Daneben können hinter einem Magnesiummangel auch folgende Ursachen stecken:

  • regelmĂ€ĂŸige Einnahme von AbfĂŒhrmitteln (Laxanzien) ĂŒber lange Zeit
  • lĂ€nger andauernder Durchfall
  • Darmerkrankungen (wie Morbus Crohn)
  • BauchspeicheldrĂŒsenentzĂŒndung
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • SchilddrĂŒsenĂŒberfunktion (Hyperthyreose)
  • Hyperaldosteronismus (eine Erkrankung der Nebennieren)
  • Stillzeit, da erhöhter Magnesiumbedarf besteht
  • Dauerstress
  • schwere körperliche Arbeit oder intensive sportliche Belastung (wie bei Leistungssport), wenn diese mit starkem Schwitzen einhergeht
  • dauerhafte Einnahme bestimmter Medikamente, wie zum Beispiel EntwĂ€sserungsmittel (Diuretika), manche Antibiotika (wie Aminoglykoside, Gentamicin), Protonenpumpenhemmer (wie Omeprazol, Pantoprazol) oder Herzmedikamente wie Digitalis

Magnesiummangel feststellen: Blut und Urin testen

Bei Verdacht auf einen Magnesiummangel kann der Arzt oder die Ärztin einen Blut-Test oder (seltener) auch einen Urin-Test veranlassen. Damit lĂ€sst sich jedoch hauptsĂ€chlich ein schwerer Magnesiummangel mehr oder weniger sicher feststellen.

Von einem Magnesiummangel sprechen Fachleute im Allgemeinen, wenn die Magnesium-Werte im Blut zu niedrig sind. Im Blutplasma oder Blutserum gemessen liegen die "Normalwerte" fĂŒr Magnesium – oder richtiger, der Referenzbereich – zwischen 0,7 und 1,05 Millimol pro Liter (mmol/l).

Wissenschaftlich gesehen lÀsst sich schwer einordnen, wie verlÀsslich diese Blutwerte sind, um einen Magnesiummangel festzustellen. Selbst bei Werten im Referenzbereich kann theoretisch ein Magnesiummangel vorliegen. Liegen die Werte allerdings unter 0,7 mmol/l, besteht relativ sicher ein schwerer Mangel an Magnesium, eine sogenannte HypomagnesiÀmie.

Aufs Blut bezogen finden sich allerdings nur 30 Prozent des Magnesiums im Blutplasma. Die restlichen 70 Prozent liegen an rote Blutkörperchen gebunden vor und sind mit einer Vollblut-Analyse erfassbar. Dort liegt der Referenzbereich zwischen 34 und 36 Milligramm pro Liter (mg/l). Da es jedoch einige Wochen dauert, bis sich ein niedriger Magnesiumspiegel hier zeigt, kann es zu einer Zeitverzögerung bei den Werten kommen. Es kann also unter UmstÀnden ein Magnesiummangel vorliegen, obwohl die Blutwerte beim Test noch im Normalbereich sind.

Warum ist es schwierig, den Magnesiumstatus mithilfe von Blutuntersuchungen zu bestimmen? Mithilfe der Blutwerte erfĂ€hrt man, wie viel Magnesium sich aktuell im Blut befindet. Nicht aber, wie viel Magnesium möglicherweise in Knochen und Geweben liegt. Aber dort, eingeschlossen in den Körperzellen, liegen gut 99 Prozent des Körpermagnesiums vor – im Blutplasma dagegen weniger als ein Prozent. Die Blutwerte spiegeln deshalb nur bedingt den tatsĂ€chlichen Magnesiumstatus wider. Leicht zu niedrige Magnesiumwerte ohne weitere Beschwerden bedeuten also nicht zwingend, dass ein Magnesiummangel vorliegt.

Der Magnesiumstatus lĂ€sst sich außerdem mit einem Urin-Test bestimmen. Dazu wird die Magnesium-Konzentration aus einer ĂŒber 24 Stunden angesammelten Urinprobe bestimmt. Der Referenzbereich fĂŒr den Urin-Test liegt zwischen 3,0 und 5,0 mmol/l. Ob ein Urin-Test den Magnesiumstatus verlĂ€sslicher als eine Blutuntersuchung wiedergibt, ist wissenschaftlich nicht gut untersucht. VerĂ€ndert sich die Magnesiumzufuhr, scheinen sich die VerĂ€nderungen im Urin möglicherweise rascher als in den Blutwerten zu zeigen.

Wie es um den Magnesiumstatus bestellt ist, lĂ€sst sich mit den verfĂŒgbaren Untersuchungen also nicht leicht beantworten. Auch die EuropĂ€ische Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit (EFSA) kommt zu dem Schluss, dass es aktuell keine gute Möglichkeit gibt, um den Magnesiumstatus sicher zu bestimmen beziehungsweise einen Magnesiummangel verlĂ€sslich festzustellen.

Magnesiummangel behandeln: Was man tun kann

Was man gegen Magnesiummangel tun kann, hÀngt vor allem von der Ursache ab. Liegt dem Mangelzustand eine Erkrankung zugrunde (wie etwa eine Erkrankung der Niere oder des Darms), sollte diese behandelt und gleichzeitig der Mangel ausgeglichen werden.

Verursacht eine ungĂŒnstige ErnĂ€hrung einen leichten Magnesiummangel, hilft es meist schon, sich insgesamt ausgewogener zu ernĂ€hren und mehr Lebensmittel mit Magnesium zu verzehren. Viel Magnesium enthalten beispielsweise Lebensmittel wie NĂŒsse, Haferflocken, Weizenkleie, Milchprodukte, Bohnen oder Kartoffeln. Auch magnesiumreiche MineralwĂ€sser können dazu beitragen, den Tagesbedarf zu decken.

Ein schwerer Magnesiummangel (HypomagnesiĂ€mie) sollte so rasch wie möglich ausgeglichen werden. Denn er kann dazu fĂŒhren, dass der Mineralstoffhaushalt weiter aus dem Gleichgewicht gerĂ€t und Kalzium- und Kaliumwerte abfallen. Im schlimmsten Fall kann das die Herzfunktion beeintrĂ€chtigen und das Risiko fĂŒr Herzversagen steigern. Das gilt insbesondere fĂŒr Menschen mit Vorerkrankungen am Herzen.

Magnesiummangel mit Tabletten ausgleichen: Die richtige Dosis wÀhlen

Je nach Situation empfiehlt der Arzt oder die Ärztin bei Magnesiummangel möglicherweise, vorĂŒbergehend oder lĂ€ngerfristig NahrungsergĂ€nzungsmittel mit Magnesium einzunehmen. Diese gibt es zum Beispiel in Form von Tabletten oder Pulvern zum AnrĂŒhren in Wasser. Bis auf wenige Ausnahmen sollte dabei eine Tageshöchstmenge von 250 Milligramm (mg) Magnesium nicht ĂŒberschritten werden. Denn zusĂ€tzlich zum NahrungsergĂ€nzungsmittel gelangt weiterhin Magnesium ĂŒber Nahrung und GetrĂ€nke in den Körper.

Wer regelmĂ€ĂŸig höhere Mengen als 250 mg Magnesium einnimmt, muss mit Nebenwirkungen wie Durchfall rechnen. Bei sehr starker Überdosierung (ĂŒber 2.500 mg pro Tag) kann es auch zu Nebenwirkungen wie MuskelschwĂ€che oder Blutdruckabfall kommen.

Von einer dauerhaften Magnesium-Einnahme auf eigene Faust ist generell abzuraten: Zum einen ist die Einnahme nur dann ratsam, wenn tatsĂ€chlich von einem Magnesiummangel auszugehen ist. Dazu ist ein Arztbesuch nötig. Zum anderen lĂ€sst sich nur in RĂŒcksprache mit dem Arzt oder der Ärztin sicherstellen, dass die Einnahme sinnvoll und ungefĂ€hrlich ist, und abwĂ€gen, welche Dosis im Einzelfall ratsam ist.

Im ArztgesprÀch lÀsst sich zudem klÀren, ob gegebenenfalls bereits bestehende Vorerkrankungen gegen eine Magnesium-Einnahme sprechen (wie eine herabgesetzte Nierenfunktion) oder andere verschriebene Medikamente sich mit Magnesium nicht vertragen. Das verringert das Risiko möglicher Wechselwirkungen und Nebenwirkungen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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