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Bakerielle Vaginose:Ursachen, Symptome und Behandlung

Lästige Tabu-Krankheit  

Was hinter einer bakteriellen Vaginose steckt

19.03.2020, 08:57 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

 Bakerielle Vaginose:Ursachen, Symptome und Behandlung. Eine Frau kreuzt die Hände über dem Schritt: Eine bakterielle Vaginose ist häufig begleitet von Brennen und Schmerzen im Intimbereich.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine Frau kreuzt die Hände über dem Schritt: Eine bakterielle Vaginose ist häufig begleitet von Brennen und Schmerzen im Intimbereich. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine bakterielle Vaginose ist die Folge einer gestörten Scheidenflora. Bestimmte Mikroorganismen vermehren sich zu stark und verursachen Ausfluss, Juckreiz, Rötungen und teilweise einen unangenehmen Geruch. Alles zu Ursachen, Symptomen und Behandlung der bakteriellen Vaginose.

Bakterielle Vaginose: Kranke Scheidenflora

Eine bakterielle Vaginose (vaginale Dysbakteriose) ist eine Infektion im Bereich der Vagina. Anders als der Name vermuten lässt, beschreibt der Begriff "bakterielle Vaginose" keine Infektion mit Bakterien. Es handelt sich vielmehr um ein Ungleichgewicht (Dysbiose) im Scheidenmilieu, wodurch gesunde Milchsäurebakterien (Laktobazillen) zurückgedrängt werden und sich  Bakterien, die natürlicherweise in der Scheide vorkommen, zu stark vermehren. Das sind vor allem Bakterien wie Gardnerella vaginalis, Myko­­plasmen oder auch Urea­plasmen. Nach Schätzungen sind etwa fünf von 100 Frauen betroffen.

Ursachen einer bakteriellen Vaginose

Geschlechtsverkehr gilt als der bedeutendste Risikofaktor einer bakteriellen Vaginose, da das Sperma den Säuregrad in der Vagina verändert, was ein Ungleichgewicht der Scheidenflora begünstigt. Aber: Die bakterielle Vaginose ist keine sexuell übertragbare Infektionskrankheit. Wie der Berufsverband der Frauenärzte e.V. und die Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe mitteilen, spielt psychosozialer Stress eine weitere bedeutende Rolle beim Auftreten einer bakteriellen Vaginose.

Auch die Regelblutung nimmt Einfluss auf die Scheidenflora. Zum einen aufgrund der hormonellen Veränderungen. Zum anderen durch die Verwendung von Tampon, welche austrocknend wirken können. Rauchen begünstigt ebenfalls eine bakterielle Vaginose. Weiterhin werden die Einflüsse von Östrogenmangel sowie Vitamin D-Mangel diskutiert.

Symptome einer bakteriellen Vaginose

Eine bakterielle Vaginose wird von der betroffenen Frau nicht immer bemerkt. Viele verspüren trotz der veränderten Scheidenflora keine Beschwerden. Meist ist ein vermehrter Ausfluss (Fluor) der erste Hinweis auf eine Störung der Milchsäureflora der Scheide. Etwa 50 Prozent der betroffenen Frauen klagen über grau-weißen homogenen Ausfluss, der einen fischähnlichen Geruch haben kann. Verantwortlich für die Geruchsbildung sind die Stoffwechselprodukte der Bakterien, darunter Putrescin, Cadaverin, Sialidase und Methylamin. Im äußeren Scheidenbereich können Juckreiz und Brennen auftreten. Schmerzen beim Wasserlassen und beim Geschlechtsverkehr sind ebenfalls möglich.

Ist eine bakterielle Vaginose gefährlich?

Eine bakterielle Vaginose sollte rasch behandelt werden. Nicht nur, weil die Symptome für die betroffenen Frauen sehr unangenehm sein können, sondern auch, weil ein gestörtes Scheidenmilieu Entzündungen begünstigt. Das Risiko für Entzündungen der äußeren Geschlechtsteile, des Gebärmutterhalses, der Gebärmutter, der Eileiter und der Eierstöcke steigt. Durch die geschwächte Barrierefunktion der Schleimhäute in Folge der bakteriellen Vaginose ist auch die Übertragungswahrscheinlichkeit für sexuell übertragbare Erreger erhöht. Hinzu kommt, dass es in der Schwangerschaft bei Frauen mit bakterieller Vaginose häufiger zu vorzeitigen Wehen, vorzeitigem Blasensprung und Frühgeburten kommt.

Behandlung der bakterielle Vaginose: Antibiotika helfen oft

Eine Behandlung der bakteriellen Vaginose ist nicht immer zwingend notwendig. Laut dem Berufsverband der Frauenärzte e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe heilt die Erkrankung in zehn bis 20 Prozent der Fälle spontan aus. Ist eine Vaginose-Therapie angebracht, spielen Antibiotika eine bedeutende Rolle. Antibiotika, beispielsweise Metronidazol oder Clindamycin, können in Form von Tabletten, Zäpfchen und Vaginalcremes zum Einsatz kommen, um die Bakterienüberbesiedelung einzudämmen. Antiseptika, etwa mit dem Wirkstoff Dequaliniumchlorid, Octenidin oder Hexetidin, kommen ebenfalls zur Anwendung, um das Wachstum krankmachender Bakterien zu hemmen.

Da Antiseptika genau wie Antibiotika auch gute Bakterien angreifen, sollte mit dem Frauenarzt über eine „Aufbaukur“ der guten Bakterien nach der Behandlung gesprochen werden. Um das Scheidenmilieu anzusäuern gibt es außerdem die Möglichkeit, Zäpfchen mit Milchsäurebakterien zu verwenden. Nach einer Therapie der bakteriellen Vaginose ist die Rückfallquote mit 60 bis 70 Prozent allerdings recht hoch.

Vorbeugen: So können Frauen eine bakterielle Vaginose verhindern

Um einer bakteriellen Vaginose vorzubeugen sind alle Maßnahmen sinnvoll, welche das natürliche Gleichgewicht der Scheidenflora schützen. Übertriebene Hygienemaßnahmen mit Seife, Waschgelen und Lotionen sind kritisch einzustufen, warnen Frauenärzte und Urologen immer wieder. Sie greifen in die Balance der Schleimhäute ein. Am besten eignen sich zur Reinigung der Intimzone ein Waschlappen und Wasser. Wer auf ein Waschgel nicht verzichten möchte, sollte eines wählen, das für den Intimbereich geeignet ist und möglichst ohne Zusätze wie Duftstoffe und Farbstoffe auskommt und einen an den Intimbereich angepassten pH-Wert aufweist.

Zudem sollte beim Sex auf eine gute Hygiene geachtet werden. Händewaschen vor dem Intimsein ist ebenso wichtig wie die Verwendung verträglicher Gleitmittel. Ebenfalls sollten Paare darauf achten, dass Bakterien aus dem Analbereich, etwa E. coli, nicht in die Scheide verschleppt werden. Darauf sollte auch beim Toilettengang geachtet werden: Frauen sollten immer von vorne nach hinten abwischen. Ein gutes Immunsystem ist bei der Vorbeugung einer bakteriellen Vaginose ebenso wichtig. Zur Stärkung der Immunabwehr tragen eine gesunde Ernährung und Bewegung ebenso bei wie der Verzicht auf Zigaretten und zu viel Alkohol.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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