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Können Klimaanlagen und Ventilatoren das Virus verbreiten?

  • Melanie Rannow
Von Melanie Rannow

Aktualisiert am 12.07.2021Lesedauer: 3 Min.
Ventilator: Er kann bei richtiger Nutzung dabei helfen, die Virusausbreitung einzudämmen.
Ventilator: Er kann bei richtiger Nutzung dabei helfen, die Virusausbreitung einzudämmen. (Quelle: Volodymyr Shtun/getty-images-bilder)
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Die Temperaturen steigen und in Innenräumen laufen Klimaanlagen und Ventilatoren auf Hochtouren. Doch können sie das Coronavirus verbreiten?

Das Wichtigste im Überblick


  • Gilt die Maskenpflicht auch bei hohen Temperaturen?
  • Kann ich im Sommer baden gehen?
  • Können Klimaanlagen das Coronavirus verbreiten?
  • Sind Ventilatoren in Corona-Zeiten sinnvoll?

Das Coronavirus ist winzig und kann in kleinsten Tröpfchen – sogenannten Aerosolen – auch länger in der Luft bleiben. Im Freien ist das Ansteckungsrisiko gering. In geschlossenen Räumen hingegen kann die Anzahl der SARS-CoV-2 Erreger stark steigen.


Coronavirus: An diesen Orten lauert das größte Risiko

In der Bahn, im Restaurant und auch zu Hause – wo sich Menschen auf engem Raum befinden, kann sich das Coronavirus leicht ausbreiten. Unsere Fotoshow zeigt, welche Situationen besonders riskant sind.
Bahn: Öffentliche Verkehrsmittel wie Busse oder Bahnen sind ebenfalls mögliche Infektionsquellen. Hier treffen viele Menschen auf engem Raum aufeinander. Schutzmaßnahmen wie Abstand halten und das Tragen einer Gesichtsmaske können das Ansteckungsrisiko minimieren – sofern sich alle daran halten.
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Wie groß die Gefahr in klimatisierten Räumen wie etwa Büros ist, ob Sie auch bei Hitze eine Maske tragen sollten und welches Risiko in Corona-Zeiten mit Ventilatoren verbunden ist, erfahren Sie hier.

Gilt die Maskenpflicht auch bei hohen Temperaturen?

Die Antwort ist eindeutig: Die Maskenpflicht in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln gilt unabhängig vom Wetter – also auch bei Sonne und Hitze. Beim Spazierengehen oder bei Aufenthalten im Freien muss weiterhin kein Mundschutz getragen werden. Fällt Ihnen das Atmen unter der Maske schwer, können diese Tipps helfen.

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Park: In der freien Natur muss keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden.
Park: In der freien Natur muss keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. (Quelle: FilippoBacci/getty-images-bilder)

Kann ich im Sommer baden gehen?

Auch in Corona-Zeiten können Sie in Freibädern, Seen oder Meeren baden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat bislang keine Hinweise dafür gefunden, dass das Coronavirus über den Wasserweg übertragen wird.

Für Besucher von Strand- oder Freibädern gelten allerdings bestimmte Regeln. So müssen sie sich konsequent an die Abstands- und Hygienevorschriften halten. In einigen Schwimmbädern müssen außerdem vorab Online-Tickets mit zeitlicher Begrenzung erworben werden.

Können Klimaanlagen das Coronavirus verbreiten?

Zu Beginn der Pandemie geriet ein Fall aus China in die Schlagzeilen: Neun Menschen waren an Covid-19 erkrankt, nachdem sie sich in einem fensterlosen, mit Klimaanlage ausgestatteten Restaurant aufgehalten hatten. Und das, obwohl sie mit Abstand zueinander an verschiedenen Tischen saßen.

In einer Studie rekonstruierten chinesische Wissenschaftler den Fall. Das Ergebnis: Die Übertragung des Virus ging wahrscheinlich von einem einzigen Infizierten im Restaurant aus und wurde über die Klimaanlage weitergetragen.

Daraus lässt sich allerdings nicht unbedingt ableiten, dass alle Klimaanlagen gefährlich sein können. So gibt es technische Unterschiede bei den Klimageräten. Die in Deutschland üblichen Klimaanlagen verfügen über eine Frischluftzufuhr und moderne Filter.

Laut dem Umweltbundesamt können diese eingebauten Filter das Virus in den Anlagen abfangen. Das Infektionsrisiko falle demnach gering aus, wenn es sich um professionell installierte und gewartete Anlagen handelt. Allerdings liegen bisher keine belastbaren Studien zur Infektionsgefahr von Klimaanlagen vor.

Was bedeutet Frischluftzufuhr? Die Klimaanlage führt ständig frische Luft zu und sorgt so für einen Luftaustausch. Die verbrauchte Luft, die Viren enthalten könnte, kann sich so nicht anreichern und von anderen Personen eingeatmet werden.

Stark blasende Klimaanlagen ohne Frischluftzufuhr sind hierzulande verboten – in den USA und in asiatischen Ländern aber weitverbreitet. Experten gehen davon aus, dass die Klimaanlage in dem Restaurant in China keine oder nur eine schwache Frischluftzufuhr hatte. So konnte die Luft mit den Viren mehrfach an den Gästen vorbeiströmen.

Ventilator: Er kann bei richtiger Nutzung dabei helfen, die Virusausbreitung einzudämmen.
Ventilator: Er kann bei richtiger Nutzung dabei helfen, die Virusausbreitung einzudämmen. (Quelle: Volodymyr Shtun/getty-images-bilder)

Sind Ventilatoren in Corona-Zeiten sinnvoll?

Ventilatoren sollten Experten zufolge nur sehr umsichtig zur Unterstützung der Frischluftzufuhr eingesetzt werden. In jedem Fall sei es wichtig, sie so aufzustellen, dass nicht gleichzeitig andere Menschen angeblasen werden. Natürlich sollte es auch vermieden werden, hinein zu niesen oder hinein zu husten, um ein mögliches Virus nicht in den ganzen Raum zu verteilen.

Der Virologe Christian Drosten hat dazu bereits 2020 im NDR-Podcast "Coronavirus-Update" vorgeschlagen, Ventilatoren in Kindertagesstätten oder Schulen aufzustellen. Sie sollten dabei am geöffneten Fenster stehen und auf niedriger Stufe eingestellt werden.

"Wenn es denn so ist, dass ein Virus in der Raumluft steht, dann muss diese Raumluft natürlich bewegt werden und herausbefördert werden", so Drosten. Ventilatoren könnten bei richtiger Handhabung einen sanften, aber konstanten Luftaustausch durch die offenen Fenster unterstützen.

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Generell gilt: Regelmäßiges Lüften kann das Ansteckungsrisiko des Coronavirus senken. Außerdem fördert Lüften "ein gutes Raumklima und verhindert durch die größere Luftfeuchtigkeit das Austrocknen der Mund- und Nasenschleimhäute, die zur Abwehr vor Krankheitserregern wichtig sind", schreibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Christiane Braunsdorf
  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen
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