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Verschärfte Corona-Regeln: Wie hoch ist das Ansteckungsrisiko im Freien?

Verschärfte Corona-Regeln  

Wie hoch ist das Ansteckungsrisiko im Freien?

12.12.2020, 18:54 Uhr
Verschärfte Corona-Regeln: Wie hoch ist das Ansteckungsrisiko im Freien?. Corona-Maßnahme: Die Maskenpflicht im Freien wird aktuell viel diskutiert. (Quelle: Getty Images/andresr)

Corona-Maßnahme: Die Maskenpflicht im Freien wird aktuell viel diskutiert. (Quelle: andresr/Getty Images)

Immer mehr Städte ordnen eine Maskenpflicht im Freien an – zumindest an Orten, an denen viele Menschen aufeinander treffen. Wie sinnvoll ist das? Und welche Rolle spielen Tröpfchen und Aerosole an der frischen Luft?

Die weiterhin hohen Corona-Infektionszahlen haben in einigen deutschen Städten dazu geführt, dass dort auf belebten Plätzen in der Innenstadt eine Maskenpflicht eingeführt wurde. In Ländern wie etwa Frankreich und Italien ist die Alltagsmaske in manchen Regionen generell auf der Straße vorgeschrieben.

Doch bislang zeigt sich dort noch kaum eine markante Wirkung der Maßnahme. Auch Experten wie Hendrik Streeck zweifeln die Corona-Regel an. Was sagt die Wissenschaft zum Ansteckungsrisiko im Freien?

Wie groß ist die Gefahr, sich draußen mit SARS-CoV-2 zu infizieren?

Das Gros der Forschergemeinde ist davon überzeugt, dass Tröpfchen und die noch kleineren Aerosole eine entscheidende Rolle bei der Übertragung des Coronavirus spielen – also eine Ansteckung durch Flüssigkeitspartikel, die beim Atmen, Sprechen, Husten oder Niesen entstehen und auf eine andere Person übertragen werden können.

Nach dem bisherigen Forschungsstand ist das Risiko, sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 anzustecken an der frischen Luft deutlich geringer als in geschlossenen Räumen.

Das bestätigt unter anderem eine Untersuchung aus Japan, die bereits im Frühjahr durchgeführt wurde. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass die Wahrscheinlichkeit, das Coronavirus zu übertragen, in geschlossenen Räumen etwa 20 mal höher ist.

"Wir atmen ja Aerosole und eventuell Viren aus – draußen in einen riesigen Luftraum im Vergleich zu einem Innenraum", sagte der Aerosolforscher Prof. Martin Kriegel im Interview mit t-online. Im Freien sei auch die Luftbewegung viel größer als im Innenraum. Das bedeutet dem Experten zufolge, dass sich im Außenbereich die Aerosole in Sekundenschnelle im großen Luftraum verteilen und nicht für längere Zeit in der Luft stehen.

RKI: Virenübertragung im Freien seltener, aber nicht ausgeschlossen

Wie stark genau sich die Anzahl der Viren durch Frischluft verringert und inwieweit es dann noch im Freien zur Übertragung kommen kann, wurde laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bislang noch nicht ausreichend untersucht. Die Studienlage fällt dünn aus.

Fest steht aber: Übertragungen im Freien kommen insgesamt seltener als in Innenräumen vor. "Bei gleichzeitiger Wahrung des Mindestabstandes ist die Übertragungswahrscheinlichkeit im Freien aufgrund der Luftbewegung sehr gering", heißt es dazu auch vom Robert Koch-Institut (RKI). 

Das bestätigt auch der Bonner Virologe Hendrik Streeck. Er hält die Maskenpflicht im Freien für kaum effektiv. In einem Interview mit "ntv" sagt Streeck: "Im Grunde gibt es keine Studie, die ich kenne, die wirklich bewiesen hat, dass eine Maskenpflicht im Freien zu so einer starken Reduktion führt."

Maske tragen ersetzt nicht die Abstandsregelung

Trotzdem ist auch im Freien eine Ansteckung mit dem Coronavirus möglich – zum Beispiel wenn der Mindestabstand nicht eingehalten wird. Denn das Infektionsrisiko vergrößert sich, je länger man sich in der Nähe zu einer infektiösen Person aufhält. Es ist daher wichtig, auch im Außenbereich immer darauf zu achten, den Mindestabstand zu wahren.

Ist dies in zum Beispiel belebten Innenstädten mit Fußgängerzonen und Wochenmärkten nicht immer möglich, können Masken sinnvoll sein. Sie können die ausgestoßene Viruslast minimieren. Wer aber alleine draußen unterwegs ist oder keinen Menschen begegnet, braucht in der Regel keine Maske – es sei denn, es ist so vorgeschrieben. Eine generelle Maskenpflicht an allen Orten im Freien halten Experten für nicht notwendig.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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