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Stabile Knochen brauchen Phosphor


Stabile Knochen brauchen Phosphor

Ann-Kathrin Landzettel

20.11.2020Lesedauer: 3 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Eine Frau macht Liegestütze im Fitnessstudio: Je älter man wird, umso wichtiger ist es, durch Training und Ernährung die Knochen zu stärken.
Eine Frau macht Liegestütze im Fitnessstudio: Je älter man wird, umso wichtiger ist es, durch Training und Ernährung die Knochen zu stärken. (Quelle: FatCamera/getty-images-bilder)
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Phosphor (Phosphat) ist ein lebensnotwendiger Mineralstoff und zusammen mit Kalzium Hauptbestandteil des Knochengewebes. Auch für den Aufbau der Zähne ist Phosphor unverzichtbar und an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt. Lesen Sie hier, welche Menge der Körper braucht und wann ein Phosphormangel drohen kann.

Das Wichtigste im Überblick


  • Was ist Phosphor?
  • Welche Aufgaben hat Phosphat im Körper?
  • Wie viel Phosphor braucht der Mensch?
  • Osteoporoserisiko: Angst vor Knochenschwund
  • Phosphormangel wie erkennen?
  • Welche Lebensmittel sind reich an Phosphor?
  • Phosphate: beliebte Zusatzstoffe in Lebensmitteln
  • Nebenwirkungen bei zu viel Phosphor?

Was ist Phosphor?

Das Element Phosphor gehört zu den sogenannten Nichtmetallen. Im Körper liegt es vor allem als Phosphat vor – einer Verbindung aus Phosphor und Sauerstoff. Der größte Phosphatspeicher im Körper sind die Knochen. Etwa 85 Prozent des Mineralstoffs sind im menschlichen Skelett und Zähnen angereichert, der Rest in Gewebe und Blut.

Ernährungswissenschaftler sprechen auch von anorganischem Phosphat. Organisches Phosphat kommt in allen Körperzellen vor. Sowohl das anorganische als auch das organische Phosphat ist auch im Blutplasma vorhanden – unter anderem an Kalzium und Proteine gebunden. Im Körper sind um die 600 bis 700 Gramm Phosphor gespeichert.


Lebensmittel für starke Knochen

Greifen Sie bei Mineralwasser zu Sorten mit einem Kalziumgehalt von mehr als 150 Milligramm pro Liter. So decken Sie mit anderthalb Litern etwa ein Viertel Ihres Tagesbedarfs.
Dunkelgrüne Gemüsesorten sind nicht nur reich an Kalzium, sondern liefern auch viel Vitamin K. Das Vitamin unterstützt die Kalziumeinlagerung in die Knochen. Als bestes Knochengemüse gilt der Grünkohl mit mehr als 200 mg Kalzium pro 100 Gramm.
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Welche Aufgaben hat Phosphat im Körper?

Im Körper erfüllt Phosphat eine Vielzahl wichtiger Aufgaben. Phosphor ist ein bedeutender Baustein für die Stabilität der Knochen – zusammen mit Kalzium. Des Weiteren dient Phosphor unter anderem als Energiequelle für die Zellen, ist bedeutsam für die Speicherung genetischer Informationen als Teil der DNA und RNA und wirkt als Puffersystem zur Aufrechterhaltung des pH-Wertes in Plasma, Urin und den Körperzellen.

Wie viel Phosphor braucht der Mensch?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen ab 19 Jahren eine tägliche Phosphor-Zufuhr von 700 Milligramm. Bei Jugendlichen zwischen zehn und 19 Jahren liegt aufgrund des Wachstums die empfohlene Zufuhr bei 1250 Milligramm pro Tag. Schwangere und Stillende sollten mit 800 bis 900 Milligramm pro Tag ebenfalls etwas mehr Phosphor aufnehmen.

Osteoporoserisiko: Angst vor Knochenschwund

Die Knochen brauchen ebenso wie die Zähne ausreichend Phosphor, um belastungsfähig und stabil zu bleiben. Angst vor Osteoporose aufgrund eines Phosphormangels müssen aber die wenigsten haben. "Da praktisch alle Lebensmittel Phosphor enthalten, ist ein ernährungsbedingter Phosphormangel nicht bekannt", beruhigt Ernährungswissenschaftlerin Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Phosphormangel wie erkennen?

Ein Phosphormangel tritt der Ernährungswissenschaftlerin zufolge nur bei bestimmten Krankheiten wie Nierenfunktionsstörungen, Vitamin-D-Mangel, Anorexia Nervosa (Magersucht), Sepsis (Blutvergiftung), Darmerkrankungen oder schweren Verletzungen auf. Bei diesen Erkrankungen zeigt eine Blutuntersuchung, ob ein Phosphormangel vorliegt. Besteht ein Phosphormangel, sollte dieser nach ärztlicher Rücksprache entsprechend behandelt werden.

Welche Lebensmittel sind reich an Phosphor?

Bei gesunden Menschen füllt eine eiweiß- und kalziumreiche Ernährung automatisch auch die Phosphorspeicher, da Phosphor an Kalzium und Protein gebunden ist. Mit einer abwechslungsreichen Ernährung ist der Körper ausreichend versorgt. "Besonders reich an Phosphor sind tierische Lebensmittel wie Leber, Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier. Doch auch Brot enthält Phosphor", sagt Restemeyer.

Phosphate: beliebte Zusatzstoffe in Lebensmitteln

Darüber hinaus werden Phosphate häufig als Zusatzstoffe in Lebensmitteln verarbeitet, zum Beispiel als Schmelzsalze (Polyphosphate) oder als Lockerungsmittel für Backwaren. Die erreichten Mengen sind oft hoch.

So kann dem Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zufolge in 100 Gramm Kochschinken gut 130 Milligramm Phosphat verarbeitet sein, in 100 Gramm Knäckebrot sogar bis zu 300 Milligramm. Ein Colagetränk ist mit 500 Milligramm auf einen Liter laut dem Ministerium eine wahre "Phosphatbombe".

Nebenwirkungen bei zu viel Phosphor?

Ein Phosphormangel ist sehr selten. Im Gegenteil: Die empfohlene Phosphorzufuhr wird im Durchschnitt von den meisten Menschen überschritten. Während überschüssiges Phosphat bei Gesunden über die Nieren ausgeschieden wird, kann sich beispielsweise bei Nierenkranken zu viel Phosphat anreichern. Dann sind unter anderem Ablagerungen in den Blutgefäßen möglich, die zu Gefäßverkalkung und Gefäßschäden führen können.

"Grundsätzlich sollten Sie Mineralstoffe nur dann zusätzlich zur Nahrung einnehmen, wenn ein physiologischer Mangel besteht", warnt Restemeyer. "Eine medizinische Notwendigkeit für die Einnahme von Phosphor besteht beispielsweise bei einer familiären hypophosphatämischen Rachitis. Dann sollte der Arzt ein entsprechendes Medikament verordnen."

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Gesundheitsinformation.de
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
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Von Ann-Kathrin Landzettel
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