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Forscher finden heraus, wie Astrazeneca noch besser wirkt

  • Melanie Rannow
Von Melanie Rannow

Aktualisiert am 25.02.2021Lesedauer: 3 Min.
Corona-Impfung: Beim Astrazeneca-Vakzin könnte eine verzögerte zweite Dosis medizinische Vorteile bringen.
Corona-Impfung: Beim Astrazeneca-Vakzin könnte eine verzögerte zweite Dosis medizinische Vorteile bringen. (Quelle: Antonio Balasco/imago-images-bilder)
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Die Zweifel am Astrazeneca-Impfstoff sind laut Experten unberechtigt. Dennoch bleiben Tausende Impfdosen weiterhin ungenutzt.

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca, der zusammen mit der UniversitĂ€t Oxford entwickelt wurde, gilt als umstritten. Studiendaten bescheinigten dem Mittel eine Wirksamkeit von 60 bis 70 Prozent gegen Covid-19 – deutlich weniger als bei den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna. Berichte ĂŒber teils heftige Nebenwirkungen sorgen zusĂ€tzlich fĂŒr Verunsicherung.


Einfach erklÀrt: Die Etappen bis zur Zulassung eines Corona-Impfstoffs

Die Entwicklung eines Impfstoffs startet mit der Arbeit im Labor. Zuerst muss das Virus analysiert und verstanden werden, ĂŒber welche Mechanismen der Erreger die Immunreaktionen des Körpers auslöst. Erst dann folgen die eigentlichen Etappen bis hin zur Zulassung. (Symbolbild)
Etappe 1 – Erprobung an Tieren: ZunĂ€chst wird getestet, wie wirksam und vertrĂ€glich der Impfstoff ist. Neben Affen nutzen Forscher bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen SARS-CoV-2 auch Frettchen und genetisch verĂ€nderte MĂ€use. (Symbolbild)
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Immer wieder gibt es Meldungen, nach denen sich Menschen nicht mit dem Astrazeneca-Impfstoff impfen lassen wollen und vorerst lieber auf ihren Impftermin verzichten. Von einem "Impfstau" ist die Rede.

Und tatsÀchlich: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden bis zum 23. Februar nur rund 239.000 Dosen des Herstellers Astrazeneca gespritzt. Dem Gesundheitsministerium zufolge sind aber bereits mehr als 1,4 Millionen Astrazeneca-Dosen an die 16 BundeslÀnder geliefert worden.

Experten: Astrazeneca ist wirksam und sicher

Von wissenschaftlicher Seite bestehen jedoch keine Zweifel an der QualitĂ€t und Wirksamkeit des Mittels. Experten wie der Bonner Virologe Hendrik Streeck und der CharitĂ©-Virologe Christian Drosten betonen, dass der Impfstoff wirksam und sicher sei: Streeck sieht keine qualitativen Unterschiede zwischen den in Deutschland zugelassenen Impfstoffen. Und auch Drosten hĂ€lt das Astrazeneca-PrĂ€parat fĂŒr deutlich besser als sein Ruf, wie er im NDR-Podcast "Coronavirus-Update" sagte.

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Ein SchĂŒtzenpanzer Marder 1A5 der Bundeswehr (Symbolbild): Er wird von der Rheinmetall Landsysteme hergestellt.


Die neuesten Daten aus Großbritannien, wo bereits seit Ende Dezember mit Astrazeneca großflĂ€chig geimpft wird, zeigen ebenfalls, dass der Impfstoff bei der PandemiebekĂ€mpfung hilft.

Studie zu Astrazeneca: Impfabstand sollte erhöht werden

Ein lĂ€ngerer Zeitraum zwischen den beiden Dosierungen des Astrazeneca-Impfstoffs könnte einer aktuellen Studie zufolge die Wirksamkeit verbessern. Ein dreimonatiges Intervall zwischen erster und zweiter Dosis statt den ĂŒblichen sechs Wochen fĂŒhrte zu einer höheren Schutzwirkung, berichteten Forscher der UniversitĂ€t Oxford. Sie werteten dazu Daten von mehr als 17.000 Patienten aus, die den Astrazeneca-Impfstoff erhalten haben.

Demnach steigt die Wirksamkeit auf 81 Prozent, wenn die beiden Impf-Dosen mit zwölf Wochen Abstand verabreicht werden. Bei weniger als sechs Wochen Abstand sind es nur gut 55 Prozent, heißt es in der im englischsprachigen Fachblatt "The Lancet" veröffentlichten Studie.

Die Beobachtungen werden zudem durch immunologische Untersuchungen gestĂŒtzt, die zeigten, dass Probanden, deren Auffrischung nach mehr als zwölf Wochen erfolgte, mehr als doppelt so hohe Antikörpertiter aufwiesen wie bei denjenigen, die die zweite Dosis innerhalb von sechs Wochen erhielten. Die Forscher wiesen aber auch auf EinschrĂ€nkungen der Studienergebnisse hin: So sei der Nachbeobachtungszeitraum nach der zweiten Dosis des Impfstoffs noch zu gering, um Aussagen ĂŒber die Langzeitwirkung der Impfung zu treffen.

WHO Ă€ndert Empfehlung – Großbritannien reagiert sofort

Durch die Verzögerung der zweiten Impfdosis könnte ein grĂ¶ĂŸerer Teil der Bevölkerung schneller geimpft werden. Denn noch immer sei der Impfstoffvorrat begrenzt, so die Forscher. "Deshalb mĂŒssen die politischen EntscheidungstrĂ€ger entscheiden, wie sie die Dosen am besten verteilen, um den grĂ¶ĂŸten Nutzen fĂŒr die öffentliche Gesundheit zu erzielen", erlĂ€utert Professor Andrew Pollard von der UniversitĂ€t Oxford.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die neuen Daten bereits berĂŒcksichtigt und empfiehlt fĂŒr den Astrazeneca-Impfstoff nun einen zwölfwöchigen Abstand. Die britische Impfkommission hat daraufhin eine Verschiebung der zweiten Astrazeneca-Dosis auf bis zu drei Monate erlaubt, um mit der begrenzten Impfstoffmenge möglichst viele Personen impfen zu können.

Impfstrategie in Deutschland: Anpassungen nötig?

In Deutschland hat die StÀndige Impfkommission (Stiko) festgelegt, dass die zweite Dosis des Astrazeneca-Impfstoffs neun bis zwölf Wochen nach der ersten zu verabreichen ist. Und das nur an Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren. Bei den mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna hingegen soll die Gabe der zweiten Dosis optimalerweise drei Wochen nach der Erstimpfung erfolgen.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach Ă€ußerte sich dazu auf Twitter:

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Er forderte, das Impfschema anzupassen und das Schieben der zweiten Dosis bei allen zugelassenen Impfstoffen zu ermöglichen. Dies sei die "beste Strategie gegen die dritte Welle", so Lauterbach. Er plĂ€diert auch dafĂŒr, Astrazeneca wegen positiver Studiendaten fĂŒr alle Altersgruppen freizugeben.

Weitere Artikel


Doch zuvor bleibt die Frage, wie sich das Vertrauen der Impfwilligen in den Astrazeneca-Wirkstoff zurĂŒckgewinnen lĂ€sst.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Christiane Braunsdorf
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  • Sandra Simonsen
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