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Hausmittel gegen Nagelpilz: Was hilft wirklich?

Von Wiebke Posmyk

Aktualisiert am 27.07.2022Lesedauer: 4 Min.
Fußnägel: Viele versuchen, Nagelpilz mit Hausmitteln zu bekämpfen.
Fußnägel: Viele versuchen, Nagelpilz mit Hausmitteln zu bekämpfen. (Quelle: robertprzybysz/getty-images-bilder)
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Teebaumöl, Apfelessig oder Backpulver: Die Liste der Hausmittel gegen Nagelpilz ist lang. Hier erfahren Sie, wie erfolgversprechend sie sind.

Das Wichtigste im Überblick


  • Hausmittel: Teebaumöl gegen Nagelpilz
  • Hausmittel: Essig gegen Nagelpilz
  • Weitere Nagelpilz-Hausmittel: Backpulver, Zahnpasta, Zitrone & Co.
  • Nagelpilz: Hausmittel oder Arztbesuch?

Nagelpilz (Onychomykose) ist in der Regel nicht gefährlich. Allerdings sehen die verdickten oder brüchigen, gelblich bis bräunlich verfärbten Nägel einfach unschön aus. Nur selten bildet sich Nagelpilz von allein zurück. Im Gegenteil: Bleibt er unbehandelt, breitet er sich immer weiter aus.

Viele Betroffene scheuen die (oft monatelange) Behandlung mit medizinischen Cremes, Lacken oder Tabletten – etwa weil sie Nebenwirkungen befürchten oder weil ihnen der Besuch in der Arztpraxis unangenehm ist. Stattdessen versuchen sie, dem Pilz mit Hausmitteln den Garaus zu machen. Aber inwieweit helfen Teebaumöl, Essig & Co. überhaupt? Und sind solche Hausmittel wirklich so harmlos, wie viele meinen?

Hausmittel: Teebaumöl gegen Nagelpilz

Teebaumöl wird aus dem australischen Teebaum Melaleuca alternifolia gewonnen. In Internetshops, Apotheken und Drogerien sind zahlreiche Produkte mit Teebaumöl in verschiedenen Konzentrationen erhältlich. Zudem ist das Öl in zahlreichen Kosmetik- und Pflegepräparaten zu finden, zum Beispiel in Cremes oder Anti-Pickel-Stiften.

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Als Hausmittel ist Teebaumöl äußerst beliebt – nicht nur gegen Nagelpilz. Durch seine keimabtötenden und entzündungshemmenden Eigenschaften soll es unter anderem gegen Akne, Lippenherpes oder Warzen helfen.

Häufig lautet die Empfehlung, den vom Pilz befallenen Nagel mehrmals täglich mit Teebaumöl zu bestreichen, zum Beispiel mithilfe eines Wattestäbchens. Alternativ könne ein Hand- oder Fußbad mit zugesetztem Teebaumöl helfen. Manche empfehlen auch, einige Tropfen des Öls auf dem Nagel zu verreiben. Aber hilft das?

Vielleicht. Ob Teebaumöl dem Nagelpilz zuverlässig zu Leibe rückt, ist nicht abschließend anhand von Studien bewiesen. Als Arzneimittel ist Teebaumöl daher nicht zugelassen.

Mögliche Risiken von Teebaumöl als Hausmittel

Nagelpilz-Geplagte, die dennoch einen Versuch mit Teebaumöl starten möchten, sollten über mögliche gesundheitliche Risiken informiert sein. Dazu zählen allergische Reaktionen und Hautreizungen, die insbesondere nach der Anwendung von hochkonzentriertem oder unverdünntem Teebaumöl entstehen können. Darauf weist das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer Stellungnahme hin.

Bei älteren und/oder nicht lichtgeschützt gelagerten Teebaumöl-Produkten sollten Anwenderinnen und Anwender besonders vorsichtig sein, so das BfR. Sauerstoff und Lichteinfluss verändern im Laufe der Zeit einige der Inhaltsstoffe, was das Risiko für unerwünschte Wirkungen erhöht.

Wichtiger Hinweis: Wenn Sie Teebaumöl auf Haut und Nägel auftragen möchten, sollten Sie es nicht übertreiben. Tragen Sie das Öl nicht in konzentrierter Form auf. Personen, die zu Hautirritationen oder Allergien neigen, sollten auf die Anwendung von Teebaumöl besser verzichten.

Hausmittel: Essig gegen Nagelpilz

Essig ist sauer, während Pilze eher ein basische Umgebung bevorzugen. Daher halten viele dieses Hausmittel für gut geeignet, um Nagelpilz dauerhaft loszuwerden. Aber wie beim Teebaumöl gilt: Die Wirksamkeit von Apfelessig oder anderen Essigformen gegen Nagelpilz ist bislang nicht ausreichend erforscht.

Im Internet stellen sich viele Hausmittel-Anhänger nicht nur die Frage, ob, sondern auch welcher Essig besonders gut gegen Nagelpilz helfen soll. Ganz weit oben auf der Empfehlungsliste: Apfelessig. Aber auch gewöhnlicher Haushaltsessig soll den Pilz abtöten können.

Zitrusfrüchte, Backpulver, Essig: Beliebte Hausmittel gegen Nagelpilz
Zitrusfrüchte, Backpulver, Essig: Beliebte Hausmittel gegen Nagelpilz (Quelle: alexander ruiz/getty-images-bilder)

Zur Selbstbehandlung soll es hilfreich sein, einen mit Essig getränkten Wattebausch mehrmals täglich auf die befallenen Stellen aufzutragen. Alternativ können es Betroffene mit einem 10 bis 15-minütigen Fuß- bzw. Handbad versuchen. Dieses besteht aus lauwarmem Wasser und (Apfel-)Essig.

Für einen schnellen Erfolg setzen manche auf Essigessenz, die sie direkt auf den Nagel auftragen. Doch Vorsicht: Essigessenz ist hoch konzentriert. Der hohe Säuregehalt kann zu Hautreizungen führen.

Weitere Nagelpilz-Hausmittel: Backpulver, Zahnpasta, Zitrone & Co.

Neben Essig und Teebaumöl gibt es viele weitere Hausmittel, die gegen Nagelpilz wirken sollen. Dazu zählen etwa

  • Backpulver/Natron: Hausmittel-Fans verrühren das Pulver mit Wasser, bis eine zählflüssige Masse entstanden ist. Diese tragen sie anschließend mehrmals täglich über einen längeren Zeitraum auf den Nagel auf.
  • Zitrone: Die Säure im frischen Zitronensaft soll eine pilzabtötende Wirkung haben und in wenigen Wochen zum Erfolg führen. Dabei soll es ausreichen, den Nagel zweimal täglich mit frischem Zitronensaft zu bepinseln.
  • Zahnpasta: Gegen Nagelpilz soll vor allem das in der Zahnpaste enthaltene Fluorid wirken. Wer eine fluoridhaltige Zahnpasta auf die befallenen Nägel aufträgt, soll nach einiger Zeit seinen Pilz los sein.
  • Knoblauch: Eine aufgeschnittene Knoblauchzehe, mit welcher der Nagel eingerieben wird, soll ebenfalls gegen Nagelpilz helfen.

Darüber hinaus kursieren nahezu unzählige weitere Hausmittel wie zum Beispiel Alkohol oder Eigenurin.

Wichtiger Hinweis: Ob diese Hausmittel tatsächlich gegen Nagelpilz helfen und wenn ja, in welcher Dosierung, ist unbekannt. Ihre Wirkung ist bislang nicht ausreichend durch wissenschaftliche Studien untersucht worden, oder die durchgeführten Studien wiesen methodische Mängel auf. Ebenfalls nicht erwiesen ist der Nutzen von natürlichen Heilmitteln aus der Apotheke oder dem Internet, die Säuren (z. B. Essig- oder Milchsäure) oder Öle (z. B. Teebaum- oder Lavendelöl) enthalten.

Nagelpilz: Hausmittel oder Arztbesuch?

Bei Anzeichen von Nagelpilz sollten Sie sicherheitshalber immer eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Diese oder dieser kann den Pilz zuverlässig erkennen und professionell behandeln.

Gegen eine längerfristige alleinige Behandlung mit Hausmitteln sprechen verschiedene Gründe:

  • Verwechslungsgefahr: Ein Laie kann nicht sicher sein, ob es sich bei den Beschwerden tatsächlich um Nagelpilz handelt. Möglicherweise übersieht sie oder er eine ernsthafte Hauterkrankung, etwa Hautkrebs.
  • Ansteckungsgefahr: Nagelpilz ist ansteckend. Zum Schutz der Mitmenschen sollten Betroffene daher nicht lange herumexperimentieren, sondern eine professionelle Behandlung anstreben.
  • Gefahr, dass sich der Pilz ausbreitet: Die Wirkung der klassischen Nagelpilz-Hausmittel wie Essig, Teebaumöl oder Backpulver ist nicht belegt. Ohne wirksame Behandlung breitet sich der Pilz jedoch immer weiter aus – was eine professionelle Therapie unter Umständen deutlich verlängert.

Nicht zuletzt gilt: Lassen Sie bei Hausmitteln Vorsicht walten. Auch vermeintlich harmlose Präparate können zu unerwünschten Wirkungen wie Hautreizungen oder Allergien führen – und eventuell weitere Beschwerden nach sich ziehen.

Behandlung mit Nagellack

Wer auf Selbstbehandlung setzen möchte, kann in leichten Fällen von Nagelpilz auf rezeptfreie Nagellacke aus der Apotheke zurückgreifen. Diese enthalten Antipilzmittel wie Ciclopirox oder Amorolfin.

Mögliche Nebenwirkungen sind zum Beispiel Hautrötungen, Juckreiz oder allergische Reaktionen. Bildet sich der Pilz nicht zurück oder sind Sie unsicher, ob es sich überhaupt um Nagelpilz handelt, sollten Sie im Zweifel eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen.

Behandlung mit Tabletten

Häufig reicht eine äußere Behandlung mit Lacken nicht aus. Dann wird die Ärztin oder der Arzt Tabletten mit Wirkstoffen wie Itraconazol oder Terbinafin verschreiben. Die Tabletten müssen über mehrere Wochen oder Monate eingenommen werden, um den Pilz zu beseitigen. Zu möglichen Nebenwirkungen zählen Magen-Darm-Probleme. Auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten können auftreten. Zudem können in sehr seltenen Fällen Leberschäden entstehen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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