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Novavax: Wie funktioniert der Corona-Impfstoff?

Hohe Wirksamkeit  

Hoffnungsträger von Novavax – So funktioniert der Impfstoff

14.06.2021, 18:11 Uhr
Novavax: Wie funktioniert der Corona-Impfstoff? . Corona-Impfung: NVX-CoV2373 ist im Gegensatz zu den bisher zugelassenen Impfstoffen ein sogenannter Totimpfstoff.  (Quelle: imago images/NurPhoto)

Corona-Impfung: NVX-CoV2373 ist im Gegensatz zu den bisher zugelassenen Impfstoffen ein sogenannter Totimpfstoff. (Quelle: NurPhoto/imago images)

In Deutschland wird bisher mit vier Corona-Impfstoffen gearbeitet. Jetzt meldet auch der US-Hersteller Novavax eine hohe Wirksamkeit seines Impfstoffes gegen das Coronavirus. Wann wird das Vakzin auch hier verimpft?

Ein Impfstoff-Kandidat des US-Herstellers Novavax bietet nach Unternehmensangaben einen hohen Schutz vor Covid-19. Die Wirksamkeit des Impfstoffs NVX-CoV2373, der zweimal gespritzt werden muss, liege nach den Ergebnissen einer Phase-3-Studie bei 90,4 Prozent, teilte Novavax am Montag mit. Doch wie funktioniert der Impfstoff und wann könnte er auch nach Deutschland kommen? t-online gibt einen Überblick über die wichtigsten Fragen und Antworten. 

Wie funktioniert das Vakzin von Novavax? 

NVX-CoV2373 ist im Gegensatz zu den bisher zugelassenen Impfstoffen weder ein mRNA-Impfstoff wie die Präparate von Biontech und Moderna, noch ein Vektor-Impfstoff wie die Mittel von Astrazeneca oder Johnson & Johnson: Das Vakzin enthält winzige Partikel, die aus einer im Labor hergestellten Version des Spike-Proteins von SARS-CoV-2 bestehen und funktioniert somit als sogenannter Totimpfstoff.

Novavax reproduziert dieses Spike-Protein massenhaft in Insektenzellen. Das menschliche Immunsystem bildet dann nach der Impfung Antikörper gegen das Spike-Protein und kann dadurch eine Covid-19-Erkrankung abwehren.

Was ist ein Totimpfstoff?
Totimpfstoffe enthalten abgetötete Krankheitserreger, die sich nicht mehr vermehren können, oder auch nur Bestandteile der Erreger. Diese werden vom Körper als fremd erkannt und regen das körpereigene Abwehrsystem zur Antikörperbildung an, ohne dass die jeweilige Krankheit ausbricht. Zu den Totimpfstoffen gehören beispielsweise Impfstoffe gegen Diphtherie, Hepatitis B, Kinderlähmung, Keuchhusten und Tetanus.

Wie gut schützt Novavax vor dem Coronavirus? 

In einer Studie mit rund 30.000 Teilnehmern in den USA und Mexiko zeigte das Vakzin eine Wirksamkeit von mehr als 93 Prozent gegen die vorherrschenden Virusvarianten, wie Novavax am Montag mitteilte. Während der Untersuchung sei die erstmals in Großbritannien aufgetretene Alpha-Variante B.1.1.7 am häufigsten aufgetreten, Studienteilnehmer hätten sich aber auch mit den Varianten aus Brasilien, Südafrika und Indien infiziert, sagte Novavax-Forschungschef Gregory Glenn.

Der Impfstoff schützte Studienteilnehmer, die ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf hatten, demnach zu 91 Prozent und zeigte eine Wirksamkeit von 100 Prozent bei der Vorbeugung mittelschwerer und schwerer Covid-19-Fälle. Gegen Varianten, die Novavax nicht identifizieren konnte, sei er zu etwa 70 Prozent wirksam gewesen, sagte Glenn. 

Corona-Impfstoffdosen von Novavax: Das Vakzin soll besonders wirksam sein.  (Quelle: imago images/Martin Wagner)Corona-Impfstoffdosen von Novavax: Das Vakzin soll besonders wirksam sein. (Quelle: Martin Wagner/imago images)

Gibt es bei dem Impfstoff von Novavax Nebenwirkungen?

Generell sei die Impfung gut vertragen worden, hieß es von dem Unternehmen. Teilnehmer berichteten demnach über zeitweilige Schmerzen an der Einstichstelle sowie Müdigkeit, Kopf- und Muskelschmerzen. An der Studie hatten 29.960 Menschen ab 18 Jahren in den USA und Mexiko teilgenommen.

Wann könnte der Wirkstoff von Novavax auch in Deutschland zugelassen werden? 

Novavax plant nun zunächst Zulassungsanträge im dritten Quartal, eigentlich waren diese schon für das zweite Quartal geplant, wurden dann aber im Mai verschoben. 

In der EU läuft seit Februar ein beschleunigtes Prüfverfahren. Dieser sogenannte Rolling-Review-Prozess wird so lange fortgesetzt, bis ausreichend Daten für einen formellen Zulassungsantrag vorhanden sind.

Bis Ende 2021 könnten rund 150 Millionen Dosen des Impfstoffes hergestellt werden, teilte Novavax mit. Da die USA allerdings bereits ausreichend Impfstoff zur Verfügung haben, wird erwartet, dass das Novavax-Präparat vorrangig anderswo eingesetzt werden wird.

Was ist das Besondere an dem Vakzin von Novavax?

Das Novavax-Vakzin könnte eine wichtige Rolle im Covax-Programm spielen, das auch ärmeren Ländern einen Zugang zu Impfstoffen garantieren soll. Der Impfstoff lässt sich – anders als beispielsweise das Biontech-Pfizer-Vakzin – bei Kühlschranktemperatur lagern, was die Logistik erleichtert.

Zudem forscht Novavax an einer Kombination aus Grippe- und Corona-Impfstoffen, sodass es möglich werden könnte, künftig mit einer Impfung immun gegen beide Erkrankungen zu werden. Der Novavax-Chef für Forschung und Entwicklung Gregory Glenn erklärte der "Pharmazeutischen Zeitung" zufolge, in der Corona-Pandemie seien zwar die saisonalen Grippeerkrankungen weltweit stark zurückgegangen. Influenza stelle aber nach wie vor eine große Gesundheitsgefahr dar. Der Doppelimpfstoff könne deswegen ein "wichtiges künftiges Instrument im langfristigen Kampf" gegen die beiden respiratorischen Viren werden. Tierversuche an Hamstern und Frettchen hätten "positive“ Ergebnisse erbracht", berichtet das "Ärzteblatt".

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, AFP
  • tagesschau.de: "Novavax zu 90 Prozent wirksam", 14. Juni 2021. 
  • Pharmazeutische Zeitung: "Doppelimpfstoff gegen SARS-CoV-2 und Grippe", 11. Juni 2021. 
  • Ärzteblatt: "Novavax verschiebt Zulassungsantrag für seinen Coronaimpfstoff", 11. Mai 2021. 
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: "Welche unterschiedlichen Impfstoffe gibt es?"
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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