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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Ist Rheuma wirklich eine "Alte-Leute-Krankheit"?

Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 04.03.2022Lesedauer: 3 Min.
Frau mit Schmerzen im Handgelenk. Rheumatische Erkrankungen können in jedem Alter auftreten. Frauen sind dabei öfter betroffen als MÀnner.
Frau mit Schmerzen im Handgelenk. Rheumatische Erkrankungen können in jedem Alter auftreten. Frauen sind dabei öfter betroffen als MÀnner. (Quelle: ljubaphoto/getty-images-bilder)
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Nur alte Menschen bekommen Rheuma und ein Wetterumschwung löst Gelenkschmerzen aus: Rund um rheumatische Erkrankungen ranken sich viele Mythen. Was an den Behauptungen dran ist, deckt der Rheuma-Faktencheck auf.

Das Wichtigste im Überblick


  • Mythos Nr. 1: "Rheuma betrifft nur die Gelenke"
  • Mythos Nr. 2: "Nur alte Menschen bekommen Rheuma"
  • Mythos Nr. 3: "Bei Wetterumschwung schmerzen die Gelenke"

Wer den Begriff "Rheuma" hört, denkt meist zuerst an geschwollene Gelenke – und damit an rheumatoide Arthritis (RA). Die chronische Erkrankung der Gelenke ist die hĂ€ufigste rheumatisch-entzĂŒndliche Gelenkerkrankung. Doch der Begriff "Rheuma“ umfasst ĂŒber 100 verschiedene Krankheitsbilder, die sich alle in chronischen Schmerzen Ă€ußern und verschiedene Körperbereiche betreffen können.


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Mythos Nr. 1: "Rheuma betrifft nur die Gelenke"

Rheuma tritt zwar vornehmlich am Bewegungsapparat auf, betrifft aber nicht nur feste Strukturen wie Knochen, Gelenke oder Knorpel. Auch entzĂŒndliche Erkrankungen des Bindegewebes (Kollagenosen) und der BlutgefĂ€ĂŸe (Vaskulitiden) sowie weitere, seltene entzĂŒndliche Erkrankungen des Immunsystems zĂ€hlen zu den rheumatischen Erkrankungen.

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Experten unterscheiden vier Gruppen:

  • EntzĂŒndlich-rheumatische Erkrankungen: Die rheumatoide Arthritis ist die hĂ€ufigste Form dieser Hauptgruppe und betrifft die Gelenke. Die Innenhaut der Gelenke ist dauerhaft entzĂŒndet. Die Gelenke sind geschwollen, schmerzen und sind steif. Bewegungen können stark eingeschrĂ€nkt sein. Ursache ist ein fehlgeleitetes Immunsystem, welches fĂ€lschlicherweise die Gelenke angreift. Eine weitere entzĂŒndlich-rheumatoide Erkrankung ist der systemische Lupus erythematodes. Bei der entzĂŒndlichen Autoimmunerkrankung können Haut, Unterhautfettgewebe und Organe entzĂŒndet sein. Lupus erythematodes gehört zu den Kollagenosen. Auch Morbus Bechterew, Psoriasis Arthritis und EntzĂŒndungen der BlutgefĂ€ĂŸe (Vaskulitiden) gehören zu dieser Gruppe.
  • Degenerativ-rheumatische Erkrankungen: Hierzu gehört die Arthrose. Bei einer Arthrose sind Abnutzungen an den Gelenken die Ursache der Beschwerden.
  • Chronische Schmerzsyndrome des Bewegungsapparates: Dieser Gruppe gehört der chronische RĂŒckenschmerz an, ebenso die Fibromyalgie, bei der Muskeln und Knochen Schmerzen verursachen.
  • Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden: Zu den Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden zĂ€hlt die Osteoporose, umgangssprachlich als Knochenschwund bezeichnet. Auch Gicht gehört dieser Gruppe an. Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der zu viel HarnsĂ€ure im Blut zirkuliert, die sich schließlich in den Gelenken, Sehnen, in der Haut und in den Schleimbeuteln ablagert. GelenkentzĂŒndungen und GelenkschĂ€den sind die Folge.

Mythos Nr. 2: "Nur alte Menschen bekommen Rheuma"

Angaben der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Rheumatologie e. V. zufolge sind in Deutschland etwa 20 Millionen Menschen von einer verschleißbedingten oder entzĂŒndlichen rheumatischen Erkrankung betroffen – also jede vierte Person. Rheuma zĂ€hlt daher zu den Volksleiden. Frauen erkranken etwas hĂ€ufiger an Rheuma als MĂ€nner.

Es können alle Altersklassen betroffen sein. "Rheuma ist keine `Alte-Leute-Krankheit ́, auch ich musste vor Jahrzehnten lernen, wie frĂŒh und hart Kinder von Rheuma betroffen sein können", sagt Rotraut Schmale-Grede, PrĂ€sidentin der Deutschen Rheuma-Liga e. V. "Bundesweit leiden etwa 20.000 Kinder und Jugendliche an Rheuma. JĂ€hrlich erkranken rund 1.200 Menschen unter 18 Jahren an der Krankheit."

Rotraut Schmale-Grede ist PrÀsidentin der Deutschen Rheuma-Liga Bundesverband e. V. Ehrenamtlich engagiert sie sich schon seit Jahrzehnten in der Deutschen Rheuma-Liga. Sie erhielt am 2. Dezember 2017 das Bundesverdienstkreuz am Internationalen Tag des Ehrenamts.

Eine erste Orientierung, ob bei Ihnen möglicherweise eine rheumatische Erkrankung vorliegen könnte, kann der Selbsttest "Bin ich rheumagefĂ€hrdet?“ der Deutschen Rheuma-Liga e. V. bieten. "Es ist fĂŒr den Krankheitsverlauf entscheidend, dass Rheuma möglichst frĂŒhzeitig erkannt wird. Werden notwendige medizinische Maßnahmen schnell eingeleitet, stehen die Chancen besser, einen Stillstand der Krankheit zu erreichen", sagt Schmale-Grede.

Mythos Nr. 3: "Bei Wetterumschwung schmerzen die Gelenke"

Es gibt bis heute keine Einigkeit unter Wissenschaftlern, ob und wie das Wetter oder ein Wetterwechsel rheumatische Beschwerden auslöst. Zwar haben sich einige Untersuchungen mit dieser Frage beschÀftigt. Doch deutliche Ergebnisse fehlen bislang. Immer wieder berichten Menschen, dass feuchtes, regnerisches Wetter oder KÀlte Schmerzen verursacht. Einige Forscher gehen bislang davon aus, dass nicht KÀlte, Regen oder Schnee die Auslöser sind, sondern die wetterbedingten VerÀnderungen im Luftdruck.

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Andere Wissenschaftler wiederum vermuten, dass durch das Wetter beeinflusste Gelenkschmerzen oft auf ein anderes AktivitĂ€tsverhalten der Betroffenen zurĂŒckzufĂŒhren sei: Bei bestimmten Wetterbedingungen sind Menschen möglicherweise aktiver und ĂŒberanstrengen dann ihre Gelenke leichter.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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