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Corona | Delta-Variante: Wie gefährdet sind Geimpfte und Ungeimpfte?

Neue Studiendaten  

Delta-Variante: Wie gefährdet sind Geimpfte und Ungeimpfte?

Von Melanie Rannow und Sandra Simonsen

03.08.2021, 07:53 Uhr
Corona | Delta-Variante: Wie gefährdet sind Geimpfte und Ungeimpfte?. Corona-Impfung: Schützen die Vakzine auch gegen die Delta-Variante?  (Quelle: imago images/Rainer Unkel)

Corona-Impfung: Schützen die Vakzine auch gegen die Delta-Variante? (Quelle: Rainer Unkel/imago images)

Mittlerweile ist die Delta-Variante die häufigste Corona-Mutante in Deutschland. Neueste Studien zeigen, wie gefährlich sie wirklich ist – und wie sicher sich Geimpfte fühlen können. 

Die Delta-Mutante, die auch als B.1.617.2 bekannt ist, wurde erstmals im Oktober 2020 in Indien nachgewiesen. Inzwischen dominiert sie in zahlreichen Ländern der Welt das Infektionsgeschehen. So auch in Deutschland: Dem aktuellen RKI-Wochenbericht (Stand: 29. Juli 2021) zufolge sind zurzeit mehr als 90 Prozent der Neuinfektionen in Deutschland auf die Delta-Variante zurückzuführen.

Die Mutante zählt daher zu den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als "besorgniserregend" eingestuften Varianten und gilt als ansteckender als das Ursprungsvirus. Studien zeigen jedoch, dass die Corona-Impfungen sehr gut vor schweren Krankheitsverläufen bei Delta schützen können. Wie gut die einzelnen Impfstoffe gegen die Delta-Variante wirken, lesen Sie hier.

Immer wieder infizieren sich dennoch geimpfte Menschen mit dem Coronavirus. Häufig wird die Delta-Variante dafür verantwortlich gemacht. Sie führt neuen Studien zufolge zu einer höheren Virenkonzentration im Rachen und gilt deshalb als ansteckender.

US-Behörde: Delta wohl so ansteckend wie Windpocken – trotz Impfung

Laut der US-Gesundheitsbehörde CDC ist die Delta-Variante des Coronavirus sogar so ansteckend wie Windpocken. Die Virusmenge in Infizierten sei dabei deutlich höher als bei der ursprünglichen Variante und eine Ansteckung könne leichter weitergegeben werden, heißt es in einer internen CDC-Präsentation, die von der "Washington Post" veröffentlicht wurde.

Die Erkenntnisse der Behörde stellen allerdings nicht die Wirksamkeit der Impfstoffe infrage: Diese schützten auch bei Delta weiterhin mit hoher Wahrscheinlichkeit vor schweren Verläufen oder dem Tod. Der Schutz vor Ansteckung besteht zwar auch, scheint aber schwächer.

Immunologin: Vergleich "politisch motiviert"

Die Immunologin Christine Falk zeigt sich kritisch zu diesen US-Berichten. "So weit würde ich nicht gehen", sagte die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI) der Funke Mediengruppe laut einem Vorabbericht. Windpocken könnten über mehrere Meter über die Luft übertragen werden.

"Ich vermute hinter der drastischen Wortwahl auch eine politische Motivation", erklärt Falk. Sie spricht von einem "Kardinalfehler" der USA, im Gegensatz zu Deutschland die Maskenpflicht, Abstands- und Hygieneregeln zu früh aufgehoben zu haben. "Es braucht ein dramatisches Szenario, um die Bevölkerung wieder einzufangen."

Studie aus Singapur: Ansteckung unter Geimpften sinkt stark

Fest steht also: Einen hundertprozentigen Schutz durch eine Impfung gegen Covid-19 gibt es bei keiner Virusvariante. Impfdurchbrüche sind insbesondere bei der Delta-Variante möglich, wenn auch sehr unwahrscheinlich. 

Forscher des Nationalen Zentrums für Infektionskrankheiten in Singapur haben dazu die Viruslast Infizierter mit und ohne vorherigen Impfschutz über den gesamten Zeitraum der Erkrankung verfolgt.

Das Ergebnis ihrer vorläufigen Studie: Die Viruslast im Rachen durch die Delta-Variante war bei beiden Gruppen zu Beginn der Infektion ähnlich hoch. Dies bedeutet, dass Geimpfte und Ungeimpfte das Virus zunächst gleichermaßen verbreiten können. Doch bei den Geimpften fiel die Virenkonzentration dann deutlich schneller ab.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach teilte die Ergebnisse der "wichtigen Studie" auf Twitter. Er schließt daraus, dass sich das Virus unter Geimpften nicht verbreiten werde.

Die Virologin Sandra Ciesek hat im NDR-Podcast "Coronavirus-Update" dazu geraten, bei einem Infektionsverdacht auf PCR-Tests zu setzen – vor allem bei Geimpften. Denn die Viruslast bei Geimpften sei im Verlauf der Infektion oft so gering, dass ein Antigen-Schnelltest eine Infektion nicht erkennen könne. Die Impfdurchbrüche bei Immunisierten bewertete auch Ciesek als kein großes Risiko, schließlich gebe nichts in der Medizin eine Sicherheit von 100 Prozent.

Auch der Immunologe Carsten Watzl äußert sich auf Twitter zu Delta-Variante und Impfungen. 


Er erklärt, dass nicht die Durchbruchsinfektionen das Problem seien, sondern die Infektion der Ungeimpften. Geimpfte hingegen könnten das Virus schneller bekämpfen und seien demnach eine kürzere Zeit lang ansteckend. 

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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