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Schulterschmerzen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Anfällige Gelenke  

Schulterschmerzen können viele Ursachen haben

Ann-Kathrin Landzettel

23.11.2021, 10:21 Uhr
Schulterschmerzen: Ursachen, Symptome und Behandlung. Mann mit Schulterschmerzen (Quelle: Getty Images/Inside Creative House)

Verspannungen gehören zu den häufigsten Ursachen von Schulterschmerzen. (Quelle: Inside Creative House/Getty Images)

Die Schulter ist nicht nur das beweglichste Gelenk im Körper, sie ist in unseren Wachphasen auch fast pausenlos im Einsatz. Treten Schmerzen auf, sollten Sie dieses Warnsignal ernst nehmen. 

Schmerzen in der Schulter können somit den Alltag und deutlich die Lebensqualität beinträchtigen. Von den Gelenkschmerzen sind sowohl ältere als auch jüngere Menschen betroffen. Was die Schulter besonders häufig schmerzen lässt – und was dagegen hilft.

Warum die Schulter so anfällig ist

Schulterschmerzen gehören zu den häufigsten Gelenkbeschwerden und nehmen nach Rückenschmerzen und Knieschmerzen Platz drei unter den Erkrankungen des Bewegungs- und Halteapparates ein. Angaben der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) zufolge leiden etwa 70 Prozent aller Menschen mindestens einmal im Leben an Schulterschmerzen – unabhängig von Geschlecht, Alter oder Beruf.

Da die Schulter sehr komplex aufgebaut ist, damit sich der Arm in fast jede Richtung bewegen lässt, ist sie besonders anfällig für Verletzungen, Verschleiß und Verspannungen. Seine Beweglichkeit erhält das Schultergelenk durch drei Knochen, verschiedene Muskelgruppen, Bänder und Sehnen. Wird dieses komplexe Zusammenspiel gestört, etwa durch Überlastung, Verspannungen, Abnutzung oder Verletzungen, sind Schmerzen und Bewegungseinschränkungen die Folge.

Verspannungsschmerz in der Schulter

Eine sehr häufige Ursache von Schulterschmerzen sind Verspannungen. Diese sind oft auf eine falsche Haltung – etwa häufiges Über-Kopf-Arbeiten oder langes Sitzen am Schreibtisch – Überlastung, Bewegungsmangel und Stress zurückzuführen. Alle diese Faktoren können ein Zusammenziehen und Verkrampfen der Muskulatur auslösen.

Fehlen dann lockernde Bewegungsabläufe und ist die Schultermuskulatur nicht ausreichend gestärkt, kann die Muskulatur anhaltend verkrampfen. Schmerzen entstehen. Sind Verspannungen die Ursache der Schmerzen in der Schulter und liegt keine ernste Ursache zugrunde, sprechen Orthopäden von unspezifischen Schulterschmerzen.

Verspannungen in der Schulter lösen

"Eine verspannte Schultermuskulatur ist meist von Verspannungen in Rücken und Nacken begleitet, da der Schulter-, Nacken- und Rückenbereich muskulär verbunden ist", erklärt Professor Knut Beitzel, Chefarzt für Schulterchirurgie, Arthroskopie und Sportorthopädie der Atos Orthoparc Klinik. "Die verspannte Muskulatur führt zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen." Damit die Muskulatur gar nicht erst verhärtet, sind regelmäßige Dehnungs-, Lockerungs- und Kräftigungsübungen unverzichtbar.

"Bei akuten Schulterschmerzen sollten die Übungen im Rahmen einer Physiotherapie durchgeführt werden", rät der Orthopäde. "Unter professioneller Anleitung lernen Betroffene verschiedene Übungen, die für die individuelle Situation des Schultergelenks geeignet sind." Damit Bewegung trotz Schmerz möglich wird, können gegen den akuten Schmerz kurzzeitig entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente helfen. Auch Wärme kann den Schmerz oftmals lindern und die Beweglichkeit verbessern. Gut geeignet sind eine Wärmflasche, ein Kirschkernkissen oder eine Rotlichtlampe.

Schulterschmerzen durch Überlastungen

Anhaltende Überlastungen des Schultergelenks, wie sie beispielsweise bei Sportlern oder Handwerkern auftreten können, gehören ebenfalls zu den Ursachen von Schulterschmerzen. Werden durch bestimmte Bewegungen immer wieder die gleichen Stellen im Schultergelenk strapaziert, können sich unter anderem Ausfaserungen, raue Stellen und Sporne bilden. Diese sorgen für eine zusätzliche Reizung des Gelenks. Die Folge sind Schmerzen, Entzündungen und Bewegungseinschränkungen.

"Bleibt die Schulter in diesem Überlastungs- und Reizmodus, können größere Schäden am Gelenk entstehen, beispielsweise Einrisse, aber auch Schrumpfungen und Verklebungen bis hin zur Schultersteife", warnt Beitzel. "Wichtig ist, jede Überlastung zu vermeiden und die Reizung zu behandeln, etwa indem eine Verengung im Gelenk beseitigt wird, damit das Schultergelenk wieder gleiten kann."

 (Quelle: Privat) (Quelle: Privat)
Professor Knut Beitzel
ist Chefarzt für Schulterchirurgie, Arthroskopie und Sportorthopädie der Atos Orthoparc Klinik und Leiter der Kommission Rehabilitation der DGOU-Sektion Deutsche Vereinigung für Schulter- und Ellenbogenchirurgie (DVSE).

Kalkschulter als mögliche Ursache

Weitere Gründe für schmerzende Schultergelenke können Verkalkungen sein, auch Kalkschulter (Tendinosis calcarea) genannt. Betroffen ist nicht das Schultergelenk selbst, sondern die Sehnen im Schultergelenk. Ursache für den Schmerz sind Ablagerungen von Kalziumsalzen. Das Immunsystem bekämpft diese und Entzündungsreaktionen entstehen. Es kommt zu starken Schmerzen, Druck im Gelenk und Bewegungseinschränkungen. Die Kalkschulter-Symptome treten oftmals plötzlich und sehr intensiv auf. Häufig sind Menschen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr betroffen.

Organische Erkrankungen können zugrundeliegen

Nicht immer hat der Schulterschmerz im Schultergelenk seinen Ursprung. Auch Erkrankungen innerer Organe können die Schulter schmerzen lassen. So kann ein einseitiger akut auftretender Schulterschmerz während sportlicher Aktivität ein Hinweis auf einen Herzinfarkt sein. Ebenso können eine Funktionsstörung der Schilddrüse, Diabetes mellitus sowie rheumatische Erkrankungen mit Schulterschmerzen in Verbindung stehen.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie leidet etwa jeder fünfte Diabetespatient unter Schulterschmerzen und Bewegungseinschränkungen. Der Grund hierfür ist bislang noch nicht abschließend geklärt. Experten diskutieren Entzündungsprozesse, Durchblutungsstörungen und Zuckeranhaftungen an Bindegewebsfasern als Ursachen.

Mit Schulterschmerzen immer zum Arzt gehen

Auch eine Schleimbeutelentzündung, Verschleiß (Arthrose), verschleißbedingte Risse, Nervenschäden, Haltungsschäden, akute Verletzungen sowie Einklemmungen können Schulterschmerzen auslösen. Da Schmerzen in der Schulter so viele Ursachen haben können, ist es empfehlenswert, bei Schulterschmerzen einen Orthopäden oder eine Orthopädin aufzusuchen und den Auslöser abzuklären.

"Die Untersuchung der Schulter und eine entsprechend angepasste Behandlung der Schulterschmerzen ist wichtig, um Langzeitschäden entgegenzuwirken. Werden beispielsweise akute Verletzungen oder verschleißbedingte Risse ignoriert, kann das Schultergelenk in seiner Bewegungsfähigkeit dauerhaft eingeschränkt bleiben", warnt Beitzel.

Verwendete Quellen:


Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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