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Ja, die Redaktion hat f√ľr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Hilft heiße Milch mit Honig bei Schlafproblemen?

Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 15.02.2022Lesedauer: 4 Min.
Heiße Milch mit Honig. Dem altbekannten Hausmittel wird eine beruhigende Wirkung nachgesagt.
Heiße Milch mit Honig. Dem altbekannten Hausmittel wird eine beruhigende Wirkung nachgesagt. (Quelle: Gulsina/getty-images-bilder)
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Sport am Abend stört den Schlaf und heiße Milch mit Honig lässt uns gut träumen: Um das Thema Schlaf ranken sich eine Menge Mythen. Doch was lässt uns tatsächlich besser oder schlechter schlafen?

Das Wichtigste im √úberblick


  • Schlafmythos 1: Hei√üe Milch mit Honig
  • Schlafmythos Nr. 2: Alkohol
  • Schlafmythos Nr. 3: Sport vor dem Einschlafen
  • Schlafmythos Nr. 4: Sieben Stunden Schlaf als Regel
  • Schlafmythos 5: Schnarchen

Ein- oder Durchschlafst√∂rungen k√∂nnen sehr belastend sein. Sie f√ľhren dazu, dass die Betroffenen tags√ľber m√ľde und unkonzentriert sind. Viele probieren Hausmittel wie Honigmilch, Bier oder Kr√§utertees aus, in der Hoffnung, durch sie einen besseren Schlaf zu finden. Doch nicht alles, was empfohlen wird, taugt wirklich etwas. Wir haben sechs popul√§re Schlafmythen unter die Lupe genommen.


Tipps f√ľr einen besseren Schlaf

In wohltemperierten Schlafräumen, die mit beruhigenden Farben und nicht zu aufregenden Mustern eingerichtet sind, schläft es sich gleich viel besser.
Das Bett sollte zum Schlafen da sein
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Schlafmythos 1: Heiße Milch mit Honig

Angaben der Deutschen Stiftung Schlaf zufolge kann ein hei√ües Getr√§nk wie Tee oder Milch mit Honig tats√§chlich den Schlaf unterst√ľtzen. Ein warmes Getr√§nk wirke entspannend, baue Stress ab und bremse die Aussch√ľttung des Stresshormons Cortisol vor dem Schlafengehen. Auch eine hei√üe Dusche, ein Bad oder Entspannungs√ľbungen wie Meditation oder autogenes Training lassen uns entspannen und k√∂nnen das Ein- und Durchschlafen unterst√ľtzen.

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"Auch wenn bislang wissenschaftliche Belege zu hei√üer Milch mit Honig und Schlaf fehlen, so berichten doch viele Menschen, dass das Getr√§nk ihnen guttut und sie entspannt", sagt Diplom-√Ėkotrophologien Brigitte Neumann. "Da keine gegenteiligen Effekte zu bef√ľrchten sind, spricht also nichts dagegen, dabeizubleiben oder es auszuprobieren. Zudem s√§ttigt Milch mit Honig angenehm, was den Schlaf ebenfalls unterst√ľtzen kann."

Schlafmythos Nr. 2: Alkohol

Nach einem stressigen Tag h√∂rt man oft den Ratschlag: "Trink ein Gl√§schen Wein oder ein Bier, das beruhigt und du schl√§fst besser." Besser Schlafen mit Alkohol? Das ist ein Irrtum. Alkohol st√∂rt den Schlaf. Zwar ist es m√∂glich, dass man durch die beruhigende Wirkung des Alkohols leichter einschl√§ft. Doch das Durchschlafen ist gest√∂rt. Man wacht zwischendurch h√§ufiger auf und der Schlaf ist weniger erholsam. Zu viel Alkohol verursacht zudem Unwohlsein und Schwindel, st√∂rt den Tiefschlaf und beg√ľnstigt Albtr√§ume.

"Gegen ein kleines Glas Rotwein oder ein Glas Bier zu einem fr√ľhen Abendessen ist nichts einzuwenden", sagt Neumann. "Dann hat der K√∂rper noch ausreichend Zeit, den Alkohol abzubauen. Und Sie m√ľssen keine Schlafst√∂rungen durch Alkohol bef√ľrchten. Kurz vor dem Schlafengehen sollten Sie auf Alkohol aber verzichten. Das gilt √ľbrigens auch f√ľr anregende Getr√§nke wie Schwarztee, Kaffee oder Cola-Getr√§nke."

(Quelle: Privat)


Thea Herold ist Gesch√§ftsf√ľhrerin der Deutschen Stiftung Schlaf und Mitglied der Deutschen Gesellschaft f√ľr Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). 2011 gr√ľndete sie zusammen mit der Diplompsychologin Sandra Zimmermann das Experten-Netzwerk Schlafakademie Berlin.

Schlafmythos Nr. 3: Sport vor dem Einschlafen

Es stimmt, dass intensiver Sport kurz vor dem Zubettgehen das Einschlafen und das Durchschlafen erschwert, weil der K√∂rper aktiviert ist und durch den Sport wacher wird. Anders sieht es aus, wenn Sport tags√ľber getrieben wird oder wenn man einige Stunden vor dem Schlafengehen sanfte Sportarten wie Gymnastik, Pilates oder Yoga praktiziert. Diese k√∂nnen den Schlaf unterst√ľtzen, da Stress abgebaut und Gl√ľckshormone ausgesch√ľttet werden. Das Einschlafen f√§llt dann leichter ‚Äď auch, weil man m√∂glicherweise weniger √ľber den Tag gr√ľbelt.

Schlafmythos Nr. 4: Sieben Stunden Schlaf als Regel

Jeder Mensch braucht unterschiedlich viel Schlaf. W√§hrend die einen nach f√ľnf Stunden erholt aufstehen, brauchen andere sechs, sieben oder acht Stunden, um sich ausgeschlafen und fit zu f√ľhlen. Schlafexperten raten daher, auf das eigene Schlafbed√ľrfnis zu h√∂ren: "Jeder schl√§ft seinen ganz eigenen Schlaf und hat seine eigene Schlafl√§nge, nach der er mit Energie den Tag beginnen kann. Wer nach f√ľnf Stunden fit ist, muss nicht sieben Stunden schlafen", sagt Thea Herold, Gesch√§ftsf√ľhrerin der Deutschen Stiftung Schlaf und Mitglied der Deutschen Gesellschaft f√ľr Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). "Aber f√ľr die gro√üe Mehrheit sind sieben bis acht Stunden Schlaf f√ľr die Gesundheit am besten."

√úbrigens: Das Schlafbed√ľrfnis ist nicht immer gleich. In verschiedenen Lebensphasen ver√§ndert sich der Schlaf. So schlafen Kinder zwischen sechs und zw√∂lf Jahren im Durchschnitt neun Stunden. Im Alter von etwa 40 Jahren schlafen Menschen meist etwa sieben Stunden. Zwischen 55 und 60 Jahren sind es im Schnitt sechseinhalb Stunden. Gesunde 80-J√§hrige schlafen zwischen f√ľnf bis sechs Stunden pro Nacht.

Schlafmythos 5: Schnarchen

Schnarchen? Das ist vor allem nervig. Nicht ganz. Keine Frage, dass es den Schlaf raubt ‚Äď und den Nerv, wenn der Mensch, der neben einem liegt, laut schnarcht. Doch Schnarchen kann f√ľr die Gesundheit zu einem Risiko werden. N√§mlich dann, wenn zum Schnarchen Atemaussetzer hinzukommen. Viele Schnarcher leiden unter n√§chtlichen Atemaussetzern, obstruktive Schlafapnoe genannt. Der Atemstopp kann lebensbedrohliche Folgeerkrankungen nach sich ziehen, warnt die Deutsche Gesellschaft f√ľr Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) in ihrem Ratgeber "Obstruktive Schlaf-Apnoe".

Die Sauerstoffunterversorgung, die Aussch√ľttung von Stresshormonen sowie das gest√∂rte Durchschlafen k√∂nnen nicht nur Tagesschl√§frigkeit, Konzentrationsst√∂rungen, Leistungsabfall und depressive Symptome zur Folge haben. Menschen mit einer obstruktiven Schlafapnoe haben zudem √∂fter Bluthochdruck und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzrhythmusst√∂rungen sowie ein h√∂heres Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Experten raten daher, n√§chtliche Atemaussetzer behandeln zu lassen.

(Quelle: privat)

Brigitte Neumann ist Diplom-√Ėkotrophologin. Die freiberufliche Ern√§hrungswissenschaftlerin ist in der Erwachsenenbildung t√§tig. Sie h√§lt unter anderem Vortr√§ge in Schulen und Firmen und arbeitet mit Verb√§nden, Institutionen, Krankenkassen und √Ąrzten zusammen.

Schlafmythos Nr. 6: Baldrian

Bei Schlafst√∂rungen suchen Verbraucherinnen und Verbraucher h√§ufig eine Alternative zu Medikamenten ‚Äď und entscheiden sich oft f√ľr Baldrian als Einschlafhilfe. Baldrian z√§hlt ebenso wie Hopfen, Melisse und Passionsblume zu den Phytopharmaka, denen eine schlaff√∂rdernde Wirkung nachgesagt wird. Doch: Es gibt keine wissenschaftlichen Belege daf√ľr, dass pflanzliche Mittel die Beschwerden einer Schlafst√∂rung lindern k√∂nnen. Aussagekr√§ftige Studien fehlen.

Dennoch berichten viele Menschen, dass ihnen Baldrian & Co. guttun und sie leichter einschlafen. Da bei den frei verk√§uflichen pflanzlichen Mitteln in der Regel keine ernsthaften Nebenwirkungen zu erwarten ist, k√∂nnen Menschen mit Schlafst√∂rungen ein solches Pr√§parat testen. Wichtig ist, die Packungsbeilage gr√ľndlich zu lesen. Dort sind wichtige Hinweise zur Einnahme, Dosierung und Nebenwirkungen sowie zu m√∂glichen allergischen Reaktionen aufgef√ľhrt. Menschen, die Medikamente nehmen, sollten immer √§rztlichen Rat einholen, bevor sie Baldrian & Co. schlucken, da einige Phytopharmaka sich nicht mit anderen Medikamenten vertragen und es zu Wechselwirkungen kommen kann.

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Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte √Ąrzte. Die Inhalte von t-online k√∂nnen und d√ľrfen nicht verwendet werden, um eigenst√§ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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