Nachrichten
Wir sind t-online

Mehr als 150 Journalistinnen und Journalisten berichten rund um die Uhr fĂŒr Sie ĂŒber das Geschehen in Deutschland und der Welt.

Ist Omikron wirklich weniger gefÀhrlich als Delta?

  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen

Aktualisiert am 20.01.2022Lesedauer: 5 Min.
Corona-Intensivstation (Symbolbild): Omikron fĂŒhrt nicht zu so schweren Corona-VerlĂ€ufen wie bisherige Varianten.
Corona-Intensivstation (Symbolbild): Omikron fĂŒhrt nicht zu so schweren Corona-VerlĂ€ufen wie bisherige Varianten. (Quelle: Tempura/getty-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild fĂŒr einen TextJamaika-Koalition in Kiel ist vom TischSymbolbild fĂŒr einen TextBundestag winkt LNG-Gesetz durchSymbolbild fĂŒr einen TextRihannas Baby ist daSymbolbild fĂŒr einen TextLufthansa-Ticket fĂŒr 24.000 DollarSymbolbild fĂŒr einen TextBericht: Kovac vor Bundesliga-ComebackSymbolbild fĂŒr einen TextEx-Bundesligatrainer muss bangenSymbolbild fĂŒr einen TextImmer mehr Affenpocken-FĂ€lle weltweitSymbolbild fĂŒr ein VideoForscher finden Hinweis auf ParalleluniversumSymbolbild fĂŒr einen TextKomponist Vangelis ist totSymbolbild fĂŒr einen Text400 Reisende in Hitze-ICE gefangenSymbolbild fĂŒr einen Watson TeaserRTL-Moderatorin zeigt sich oben ohne

WÀhrend die Infektionszahlen von Omikron in die Höhe getrieben werden, fÀllt auf: Die Zahl der Krankenhauseinweisungen und auch die TodesfÀlle sind geringer als beispielsweise vor einem Jahr.

Das Wichtigste im Überblick


  • Wie wirkt sich Omikron auf die Infektionszahlen aus?
  • Weniger schwere VerlĂ€ufe? Omikron in den KrankenhĂ€usern
  • Sorgt Omikron auch fĂŒr weniger TodesfĂ€lle als bisherige Varianten?
  • Welchen Einfluss haben die Impfungen?

Mehr als 100.000 Neuinfektionen an einem Tag: Die Omikron-Variante hat Deutschland fest im Griff und sorgt nahezu tĂ€glich fĂŒr neue Corona-Rekordwerte. Doch die Zahlen zeigen auch: WĂ€hrend die Infektionszahlen steigen, liegen die Zahlen bei Krankenhausbelegungen und TodesfĂ€llen noch unter den Höchstwerten bisheriger Corona-Wellen. t-online hat sich die einzelnen Parameter genauer angeschaut und Vergleiche zu 2021 gezogen.


Omikron-Symptome: Das sind die ersten Anzeichen

MĂŒdigkeit: Omikron-Infizierte berichten auch ĂŒber Erschöpfung und starke MĂŒdigkeit.
Halskratzen: Zu den hÀufigsten Omikron-Symptomen gehören auch Halsschmerzen.
+4

Wie wirkt sich Omikron auf die Infektionszahlen aus?

Am 19. Januar meldete das Robert Koch-Institut (RKI) 112.323 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages – ein neuer Rekord, der bereits am 20. Januar mit 133.536 Neuinfektionen gebrochen wurde. FĂŒnf Prozent der Infektionen werden auch auf Varianten wie Omikron geprĂŒft, dabei wurden mittlerweile insgesamt 226.860 Omikron-FĂ€lle entdeckt, allein knapp 20.000 an den vergangenen zwei Tagen.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Könnte die Nato Erdoğan einfach rauswerfen?
Recep Tayyip Erdoğan: Der tĂŒrkische PrĂ€sident blockiert den Nato-Beitritt von Schweden und Finnland.


Auch die Inzidenz liegt mit 584,4 Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner bereits am 19. Januar auf einem Rekordhoch, am 20. Januar klettert der Wert sogar auf 638,8. In einzelnen Regionen sieht es allerdings noch dramatischer aus. Die höchste Inzidenz hat derzeit (Stand: 20. Januar 2022) Berlin-Mitte mit 2.286, dicht gefolgt von weiteren Berliner Stadtteilen wie Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg. Aber auch in Bremen und Delmenhorst, Frankfurt am Main, Potsdam, LĂŒbeck, Kiel, Segeberg, Bonn, Wiesbaden und Hamburg sieht es mit Inzidenzen zwischen knapp 1.000 und sogar mehr als 1.400 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen nicht viel besser aus.

Loading...
Symbolbild fĂŒr eingebettete Inhalte

Embed

Das Fazit lĂ€sst sich also recht leicht ziehen: Omikron lĂ€sst die Infektionszahlen dramatisch ansteigen. Oder? Wie sahen die Zahlen vor einem Jahr ohne die Omikron-Variante – aber auch ohne hohe Impfquoten – aus?

Dem Situationsbericht des RKI vom 19. Januar 2021 ist zu entnehmen, dass es vor einem Jahr deutlich weniger Neuinfektionen gab: Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zu diesem Zeitpunkt bei 132, insgesamt gab es nur etwa zehn Prozent der Neuinfektionen, die aktuell gemeldet werden: 11.369 waren es am 19. Januar 2021. Auch der R-Wert, also der Wert, der anzeigt, wie viele Menschen ein Infizierter ansteckt, lag zu diesem Zeitpunkt leicht unter 1, die Zahlen sanken nach einem Peak Ende Dezember 2020/Anfang Januar 2021. Aktuell liegt der R-Wert laut RKI bei etwa 1,07.

Loading...
Symbolbild fĂŒr eingebettete Inhalte

Embed

Die höchsten Inzidenzen lagen zudem vor einem Jahr noch in ganz anderen Regionen: WĂ€hrend aktuell vor allem der Norden und die GroßstĂ€dte Deutschlands betroffen zu sein scheinen, lagen die Hotspots vor einem Jahr noch vorrangig im Osten und auch SĂŒden des Landes. Die höchste Inzidenz hatte der ThĂŒringer Landkreis Saalfeld-Rudolstadt mit knapp 440.

Weniger schwere VerlÀufe? Omikron in den KrankenhÀusern

Mittlerweile zeigen mehrere unterschiedliche Studien, dass die Omikron-Variante möglicherweise zu leichteren Corona-VerlĂ€ufen fĂŒhren könnte als bisherige Varianten. Es scheint, als greife die Mutante die Lunge gar nicht oder weniger stark an als beispielsweise die Delta-Variante. Dadurch kommt es zu weniger LungenentzĂŒndungen und weniger Patienten mĂŒssen auf der Intensivstation kĂŒnstlich beatmet werden. Doch zeigt sich das auch in den Zahlen?

Obwohl die Infektionszahlen derzeit so hoch sind wie nie zuvor, ist die Lage auf den Intensivstationen in Deutschland noch moderat. Aktuell (Stand: 19. Januar 2022) liegen laut der Deutschen InterdisziplinĂ€ren Vereinigung fĂŒr Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) 2.571 Covid-Patienten auf den Intensivstationen, 1.541 von ihnen, also rund 60 Prozent, mĂŒssen kĂŒnstlich beatmet werden. Insgesamt sind aktuell rund 19.100 Intensivbetten belegt und nur noch etwa 3.100 frei.

Loading...
Symbolbild fĂŒr eingebettete Inhalte

Embed

Zum Vergleich: 2021 lagen am 19. Januar insgesamt 4.947 Covid-Patienten auf den Intensivstationen, 2.862 von ihnen mussten kĂŒnstlich beatmet werden. Allerdings gab es zu diesem Zeitpunkt auch noch mehr IntensivkapazitĂ€ten: WĂ€hrend 22.600 Betten belegt waren, waren trotzdem noch mehr als 4.400 frei.

Auch die Hospitalisierungsrate zeigt: Wir sind aktuell weit vom Höhepunkt 2020/2021 entfernt: So lag die Hospitalisierungsinzidenz am 25. Dezember 2020 bei mehr als 14,7. Aktuell meldet das RKI eine Hospitalisierungsinzidenz von rund 3,5, Tendenz sinkend, obwohl die Infektionszahlen steigen.

Loading...
Symbolbild fĂŒr eingebettete Inhalte

Embed

Noch Ende November, bei deutlich niedrigeren Infektionszahlen und vor einer Ausbreitung der Omikron-Variante in Deutschland hatte die Hospitalisierungsinzidenz einen zweiten Höhepunkt mit knapp 13 erreicht. WÀhrend sich Omikron ausbreitet, scheint eine Krankenhauseinweisung der Covid-Patienten jedoch seltener notwendig zu sein.

Sorgt Omikron auch fĂŒr weniger TodesfĂ€lle als bisherige Varianten?

Weniger schwere VerlĂ€ufe fĂŒhren theoretisch auch zu weniger TodesfĂ€llen durch Corona-Infektionen. LĂ€sst sich diese Theorie ebenfalls anhand von Zahlen bestĂ€tigen? Wahrscheinlich schon.

Am 19. Januar 2022 gab es insgesamt 234 neue TodesfÀlle, die im Zusammenhang mit einer Covid-Infektion stehen. Insgesamt sind bisher 116.000 Menschen in Deutschland im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Am 19. Januar 2021 hingegen starben fast 1.000 Menschen am Coronavirus, insgesamt waren bis dahin rund 48.000 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Auch anhand der Inzidenz der TodesfÀlle binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner ist zu erkennen, dass sich die Zahlen aktuell deutlich unter den Werten bisheriger Corona-Wellen bewegen.

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Symbolbild fĂŒr eingebettete Inhalte

Embed

WĂ€hrend diese Inzidenz aktuell bei etwa 2,3 liegt, befand sie sich vor genau einem Jahr noch bei 10,4 und erreichte am 13. Januar 2021 ein Allzeithoch mit 10,66. An diesem Tag starben demnach 10,66 Menschen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Und das, obwohl die Infektionszahlen zu diesem Zeitpunkt deutlich niedriger waren als aktuell.

Welchen Einfluss haben die Impfungen?

Doch: Auch, wenn alle Zahlen vermuten lassen, dass Omikron offenbar zu leichteren VerlĂ€ufen und weniger TodesfĂ€llen fĂŒhrt als bisherige Varianten, sollte auch die Tatsache nicht vernachlĂ€ssigt werden, dass mittlerweile Millionen Menschen in Deutschland gegen SARS-CoV-2 geimpft sind. Und auch, wenn Omikron zu zahlreichen Durchbruchsinfektionen fĂŒhrt, schĂŒtzt die Impfung offenbar recht sicher vor einem schweren Verlauf oder dem Tod durch Covid-19.

Bisher sind in Deutschland insgesamt rund 73 Prozent der Gesamtbevölkerung vollstÀndig gegen SARS-CoV-2 geimpft. Das entspricht etwa 61 Millionen Menschen. Mehr als 40 Millionen haben zusÀtzlich bereits eine Booster-Impfung erhalten.

Dass die Impfungen wirken, zeigt sich beispielsweise auch auf den Intensivstationen: Dort bilden Ungeimpfte aktuell die große Mehrheit aller Covid-Patienten. Seit Mitte Dezember 2021 erfassen die Divi und das RKI auf den Intensivstationen zusĂ€tzlich zu anderen Daten auch den Impfstatus der Patienten. Zwischen dem 14. Dezember 2021 und dem 12. Januar 2022 lag der Impfstatus demnach fĂŒr 8.912 Covid-19-Aufnahmen vor, das entspricht etwa 90 Prozent der in diesem Zeitraum ĂŒbermittelten FĂ€lle (insgesamt waren es 9.946).

Weitere Artikel


Das Ergebnis: Fast zwei Drittel (62 Prozent, 5.521 FÀlle) aller Covid-19-Neuaufnahmen mit bekanntem Impfstatus waren in diesem Zeitraum ungeimpft. Weitere rund 9,6 Prozent (856 FÀlle) wiesen einen unvollstÀndigen Immunschutz auf (Genesen ohne Impfung oder nur eine Teil-Immunisierung). Nur fast ein Drittel der Covid-19-Aufnahmen (28,4 Prozent, 2.535 FÀlle) hatte einen vollstÀndigen Impfschutz (Grundimmunisierung oder Booster), der Anteil mit Booster-Impfung lag dabei lediglich bei 5,8 Prozent (520 FÀlle).

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Von Christiane Braunsdorf
Von Christiane Braunsdorf
  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen
COVID-19DeutschlandInzidenzLĂŒbeckNeuköllnOmikronPotsdamTodesfallWiesbaden
Beliebte Themen

t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website