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Leberzirrhose Stadien: Verlauf und Prognose abschätzen


So verläuft eine Leberzirrhose

Von Lydia Klöckner

Aktualisiert am 28.04.2022Lesedauer: 4 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Ein Arzt spricht mit einem älteren Patienten.
Im Rahmen der Diagnose ermittelt der Arzt auch das Stadium der Leberzirrhose. (Quelle: Tinpixels/getty-images-bilder)
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Eine Leberzirrhose kann einen tödlichen Verlauf nehmen. Wie groß dieses Risiko ist, hängt vom Stadium der Krankheit ab. Hier erfahren Sie, welche Stadien es gibt und anhand welcher Kriterien sie bestimmt werden.

Wer an einer Leberzirrhose erkrankt ist, blickt in der Regel mit Sorge in die Zukunft: Welche Beschwerden sind im Verlauf der Erkrankung zu erwarten? Wie viel Lebenszeit bleibt noch?


Stoffwechselzentrale: So bleibt die Leber gut in Schuss

Hier liegt die Leber: Das Organ ist unverzichtbar und erfüllt viele lebenswichtige Aufgaben.
Das metabolische Syndrom ist eine Kombination aus Übergewicht, Bluthochdruck sowie Zucker- und Fettstoffwechselstörungen.
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Eine Einschätzung dazu kann die Ärztin oder der Arzt erst geben, wenn sie oder er das Stadium der Erkrankung kennt. Denn während eine Leberzirrhose im Endstadium meist schnell zum Tod führt, ist die Prognose im Anfangsstadium oft gut.

Das Stadium der Erkrankung dient also zum einen dazu, der erkrankten Person Orientierung zu bieten. Es ist jedoch auch entscheidend für die Planung der Behandlung und die Frage, ob die oder der Betroffene eine Transplantation benötigt. Ist die Zirrhose bereits in einem fortgeschrittenen Stadium angelangt, wird die oder der Erkrankte auf die Warteliste für eine Spenderleber gesetzt.

Verlauf der Leberzirrhose oft schleichend

Oft wird die Erkrankung zu spät entdeckt. Denn deutliche Beschwerden treten für gewöhnlich erst in einem fortgeschrittenen Stadium auf – das macht die Leberzirrhose so tückisch. Anfangs verspüren Betroffene meist wenig eindeutige Beschwerden wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit.

Im weiteren Verlauf können vielerlei Symptome hinzukommen, etwa Übelkeit, ein Völlegefühl sowie ein Druckgefühl im rechten Oberbauch, manchmal in Verbindung mit Blähungen. Viele Erkrankte verlieren Gewicht. Außerdem treten häufig Hautsymptome auf, etwa Juckreiz.

In späteren Stadien der Erkrankung drohen lebensgefährliche Folgen wie Wasseransammlungen in der Bauchhöhle (Aszites), Blutungen aus Krampfadern der Speiseröhre (Ösophagusvarizen) und Störungen des Gehirns.

So wird das Stadium festgestellt

Das Stadium der Leberzirrhose wird anhand von Kriterien bestimmt, die etwas über den Zustand der Leber aussagen. Dazu gehören etwa verschiedene Blutwerte, die sich verändern, wenn die Leber nicht mehr richtig arbeitet:

  • Der Bilirubinwert ist erhöht. Bilirubin ist ein Stoff, der beim Abbau roter Blutkörperchen entsteht. Die Leber macht ihn wasserlöslich und entsorgt ihn dann über die Harnwege und den Darm. Ist die Leber zu stark geschädigt, ist sie dazu nicht mehr in der Lage. Dann sammelt sich vermehrt Bilirubin im Blut.
  • Der Albuminwert ist zu niedrig. Albumin ist ein von der Leber gebildetes Eiweiß, das sich im Blutkreislauf befindet und unter anderem dafür sorgt, dass die Blutflüssigkeit nicht ins Körpergewebe abfließt. Ist die Leber von einer Zirrhose betroffen, kann sie nicht mehr genug Albumin produzieren und es entstehen Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme).
  • Ein erniedrigter Quick-Wert oder ein zu hoher INR-Wert zeigen, dass die Blutgerinnung gestört ist. Die meisten für die Gerinnung nötigen Stoffe werden von der Leber hergestellt. Wenn das Organ nicht mehr richtig arbeitet, bildet es immer weniger dieser Stoffe.

Abgesehen von den Blutwerten macht sich die Ärztin oder der Arzt ein Bild von den Beschwerden der erkrankten Person. Hat sich bei ihr bereits Wasser im Bauch gesammelt, deutet dies darauf hin, dass die Leberzirrhose ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat. Auch neurologische Symptome, die auf Störungen der Gehirnfunktion hinweisen, sprechen für eine stark ausgeprägte Zirrhose.

Die Blutwerte und die Symptome werden nach einem Punktesystem ausgewertet, dem Child-Pugh-Score. Die Ärztin oder der Arzt zählt die Punkte zusammen und ordnet die Gesamtpunktzahl dann dem Stadium der Erkrankung zu: Je höher die Punktzahl, umso weiter fortgeschritten ist die Leberzirrhose.

Aus der niedrigsten Punktzahl ergibt sich das Stadium Child A, aus der höchsten Child C. Dazwischen liegt Child B. Die Stadien erlauben eine Einschätzung der Wahrscheinlichkeit, dass die oder der Erkrankte das Jahr nach der Diagnose überlebt:

  • Im Stadium Child A beträgt diese Chance fast 100 Prozent.
  • Im Stadium Child B liegt sie bei ungefähr 85 Prozent und
  • im Stadium Child C bei etwa 35 Prozent.

MELD-Score für späte Stadien der Leberzirrhose

Im späten Verlauf der Leberzirrhose – also in den Child-Stadien B und C – kann mitunter nur noch eine Transplantation den zeitnahen Tod verhindern.

Allerdings stehen nicht genug Spenderorgane zur Verfügung, um allen Betroffenen den Eingriff zu ermöglichen. Daher müssen Ärztinnen und Ärzte priorisieren: Je wahrscheinlicher es ist, dass eine erkrankte Person bald an der Zirrhose sterben wird, umso dringender benötigt sie eine Transplantation.

Um diese Wahrscheinlichkeit möglichst objektiv beurteilen zu können, ziehen Ärztinnen und Ärzte noch ein weiteres Bewertungssystem hinzu: den sogenannten MELD-Score. MELD steht für Model for End-stage Liver Disease.

Dabei handelt es sich um einen Punktwert zwischen 6 und 40, der wie der Child-Score aus verschiedenen Laborwerten errechnet wird und die Schwere der Erkrankung angibt.

Jedoch gibt der MELD-Score die kurzfristige Überlebenschance genauer an als der Child-Score: Je höher der MELD-Score, umso geringer ist die Chance, dass die oder der Erkrankte die nächsten drei Monate ohne Lebertransplantation überleben wird.

Der MELD-Score hat somit einen Einfluss darauf, welchen Platz die Patientin oder der Patient auf der Warteliste für ein Spenderorgan einnimmt.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Online-Informationen von Deximed: www.deximed.de (Abrufdatum: 20.4.2022)
  • Online-Informationen von AMBOSS: www.amboss.com (Abrufdatum: 20.4.2022)
  • Online-Informationen des öffentlichen Gesundheitsportals Österreichs: www.gesundheit.gv.at (Abrufdatum: 20.4.2022)
  • Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 20.4.2022)
  • Online-Informationen von Lebertransplantierte Deutschland e. V.: www.lebertransplantation.eu (Abrufdatum: 20.4.2022)
  • Die Lebertransplantation. Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.organspende-info.de (Abrufdatum: 20.4.2022)
  • Herold, G.: Innere Medizin 2022. Eigenverlag, Köln 2021
  • Leberzirrhose. Online-Informationen des Berufsverbandes Deutscher Internistinnen und Internisten: www.internisten-im-netz.de (Stand: 29.9.2021)
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