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Ja, die Redaktion hat f√ľr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Diese Symptome k√∂nnen ein Nierenversagen ank√ľndigen

Von Astrid Clasen

Aktualisiert am 30.05.2022Lesedauer: 4 Min.
Mann beim Arzt
Eine Niereninsuffizienz kann unz√§hlige Symptome verursachen, manchmal stehen aber auch Anzeichen der Grunderkrankung ‚Äď wie Flankenschmerzen ‚Äď im Vordergrund. (Quelle: gilaxia/getty-images-bilder)
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Eine Niereninsuffizienz kann im Extremfall in vollständigem Nierenversagen enden. Umso wichtiger ist es, mögliche Symptome zeitig abzuklären. Erfahren Sie, wie sich ein Funktionsverlust der Nieren bemerkbar machen kann.

Das Wichtigste im √úberblick


  • Niereninsuffizienz: Warum die Symptome so vielf√§ltig sind
  • Akute Niereninsuffizienz: Symptome sind oft wenig typisch
  • Chronische Niereninsuffizienz: Symptome treten meist sp√§t auf

Bei einer Niereninsuffizienz ‚Äď auch Nierenschw√§che genannt ‚Äď ist die Funktion einer oder beider Nieren eingeschr√§nkt. Die Nierenfunktion kann sich pl√∂tzlich (akut) verschlechtern oder langsam nachlassen und dauerhaft (chronisch) eingeschr√§nkt bleiben. Entsprechend unterschiedlich entwickeln sich die Symptome der Niereninsuffizienz.

Je nach Ausmaß der Niereninsuffizienz können die Symptome dabei unauffällig bis lebensbedrohlich sein. Wenn die Nieren ihren Dienst völlig versagen, hilft nur noch eine Dialyse oder eine Nierentransplantation.

Niereninsuffizienz: Warum die Symptome so vielfältig sind

Die mit einer Niereninsuffizienz verbundenen Symptome k√∂nnen praktisch den ganzen K√∂rper betreffen. Das liegt daran, dass die Nieren zwei unterschiedliche Funktionen mit jeweils vielf√§ltigen Auswirkungen erf√ľllen:

  • Als Filtrations- und Ausscheidungsorgan reinigt die Niere das Blut und bildet so den Urin. Die herausgefilterten Abfallstoffe (wie Harnstoff, Harns√§ure oder Kreatinin) scheidet der K√∂rper mit dem Urin aus, w√§hrend er vorher andere ‚Äď wichtige ‚Äď Stoffe (wie Wasser, Zucker oder manche Salze) teils oder vollst√§ndig wieder ins Blut aufnimmt.
  • Als endokrines Organ bildet die Niere verschiedene Hormone und andere Stoffe, die an den unterschiedlichsten Vorg√§ngen im K√∂rper beteiligt sind ‚Äď etwa an der Blutdruckregulierung, der Bildung roter Blutk√∂rperchen und der Herstellung von Vitamin D.

Schon gewusst?
Der menschliche K√∂rper hat zwar zwei Nieren. Doch eine einzelne Niere kann ‚Äď solange sie gesund ist ‚Äď auch beide Funktionen ganz alleine erf√ľllen.

Alleine durch die eingeschr√§nkte Filtrations- und Ausscheidungsfunktion kann eine Niereninsuffizienz unz√§hlige Symptome verursachen. So kann der K√∂rper unerw√ľnschte Stoffwechselprodukte sowie von au√üen (etwa √ľber Nahrungsmittel, Medikamente oder Drogen) zugef√ľhrte Schadstoffe nicht mehr ausreichend entsorgen. Die Folge: Die Stoffe sammeln sich im Blut an. Dazu geh√∂ren unter anderem saure Stoffwechselprodukte, wodurch der S√§ure-Basen-Haushalt aus dem Gleichgewicht ger√§t.

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Daneben wirkt sich die gest√∂rte Nierenfunktion auf den Wasser-Elektrolyt-Haushalt und damit auch den Blutdruck aus. Normalerweise regulieren die Nieren beides, indem sie je nach Bedarf Wasser und Salze zur√ľckhalten oder verst√§rkt mit dem Urin ausscheiden. Klappt das aufgrund einer Niereninsuffizienz nicht, k√∂nnen Symptome wie Wasseransammlungen im K√∂rper und erh√∂hter Blutdruck auftreten.

M√ľndet die Niereninsuffizienz in v√∂lligem Nierenversagen, sind die Symptome lebensbedrohlich. Denn dann reichern sich die Abfallstoffe im Blut so stark an, dass sie den K√∂rper quasi vergiften. Zu den m√∂glichen Anzeichen f√ľr eine solche Harnvergiftung (fachsprachlich Ur√§mie genannt) z√§hlen beispielsweise Hautver√§nderungen, Magen-Darm-Beschwerden, Herz-Kreislauf-Probleme sowie Hirn- und Nervensch√§den.

Überdies können bei einer Niereninsuffizienz Symptome hinzukommen, die durch die gestörte Bildung von Hormonen und ähnlichen Stoffen in den Nieren bedingt sind. Dazu gehören vor allem

  • Blutarmut infolge eines Mangels an Erythropoetin (kurz: EPO): Dieses normalerweise von den Nieren hergestellte Hormon regt die Bildung von roten Blutk√∂rperchen an.
  • Knochensch√§den durch einen Mangel an Calcitriol: Diese normalerweise in den Nieren gebildete aktive Form von Vitamin D spielt eine wichtige Rolle f√ľr den Knochenstoffwechsel.

Akute Niereninsuffizienz: Symptome sind oft wenig typisch

Sammeln sich rasch Abfallstoffe im Blut an oder sinkt pl√∂tzlich die Urinausscheidung drastisch, spricht das f√ľr eine akute Niereninsuffizienz (veraltet: akutes Nierenversagen). Die Symptome hierf√ľr sind ‚Äď zumindest anfangs ‚Äď unauff√§llig. Doch nachfolgend kann die akute Nierenschw√§che deutlichere Symptome hervorrufen. Dazu z√§hlen vor allem:

  • √úbelkeit
  • M√ľdigkeit
  • Juckreiz
  • Fl√ľssigkeitsansammlungen (√Ėdeme) mit sichtbaren Schwellungen, etwa an den Augenlidern, im Gesicht, an den Flanken und Beinen
  • erschwerte Atmung mit Atemnot
  • vertiefte Atmung (sogenannte Ku√ümaul-Atmung), evtl. auch schnelle Atmung
  • unangenehme Wahrnehmung des eigenen Herzschlags
  • Herzrhythmusst√∂rungen

Vereinzelt verursacht eine pl√∂tzliche Verschlechterung der Nierenfunktion auch kaum oder gar keine Beschwerden. Auff√§lliger k√∂nnen dann ‚Äď je nach Ursache f√ľr die akute Niereninsuffizienz ‚Äď die Symptome der jeweiligen Grunderkrankung sein. Manche Betroffene haben beispielsweise

  • Flankenschmerzen aufgrund einer Nierenerkrankung oder
  • Fieber als Zeichen einer Entz√ľndung.

Unbehandelt kann eine akute Niereninsuffizienz schwerwiegende Symptome auslösen und in der Folge tödlich enden. Lässt sich die Grunderkrankung beheben, besteht jedoch eine gute Chance, dass sich die Nieren wieder teilweise oder sogar vollständig erholen. Manche Betroffene entwickeln allerdings eine chronische Niereninsuffizienz.

Schon gewusst?
Die Begriffe "akute Niereninsuffizienz" und "akute Nierenschwäche" werden in der wissenschaftlichen Literatur zunehmend abgelöst durch die Bezeichnung "akute Nierenschädigung" (englisch: Acute Kidney Injury, AKI).

Chronische Niereninsuffizienz: Symptome treten meist spät auf

Ist die Niere dauerhaft gesch√§digt oder in ihrer Funktion eingeschr√§nkt, liegt eine chronische Niereninsuffizienz vor. Bis Symptome auftreten, kann es aber dauern: Die meisten Betroffenen versp√ľren √ľber lange Zeit keine Beschwerden.

Zun√§chst verursacht eine chronische Niereninsuffizienz typischerweise allgemeine Symptome wie Leistungsminderung, M√ľdigkeit, eine erh√∂hte Urinmenge und h√§ufiges n√§chtliches Wasserlassen. Mit Fortschreiten der Nierenschw√§che k√∂nnen unz√§hlige weitere Symptome hinzukommen, wie:

  • Appetitlosigkeit
  • √úbelkeit
  • Bl√§sse
  • Atemnot bzw. erschwerte Atmung
  • Knochenschmerzen
  • Juckreiz
  • Restless-Legs-Syndrom
  • Muskelkr√§mpfe
  • Schlafst√∂rungen
  • Kopfschmerzen
  • Ged√§chtnisst√∂rungen
  • Bewusstseinsst√∂rungen mit verminderter Daueraufmerksamkeit
  • Taubheitsgef√ľhl, Fehl- bzw. Missempfindungen der Haut
  • intensiver, harn√§hnlicher Geruch der Ausatemluft, der Haut und des Schwei√ües (ur√§mischer Foetor)
  • schmutziggelbe Hautflecken
  • Arm-, Bein- und Lungen√∂deme
  • zunehmende Blutarmut (renale An√§mie)
  • Bluthochdruck
  • Herz-Kreislauf-Symptome (wie Herzrhythmusst√∂rungen, Angina pectoris, Linksherzinsuffizienz, Herzinfarkt)
  • Rippenfellentz√ľndung (Pleuritis)
  • Herzbeutelentz√ľndung (Perikarditis)
  • erh√∂hte Anf√§lligkeit f√ľr Infekte
  • erh√∂hte Blutzuckerwerte
  • Impotenz
  • sexuelle Unlust
  • ausbleibende Regelblutung
  • Magen-Darm-Blutungen
  • Bauchwassersucht (Aszites)
  • Bauchfellentz√ľndung (Peritonitis)

Die Mehrzahl dieser Beschwerden entsteht durch die Harnvergiftung und die Überwässerung des Körpers, die typischerweise mit Fortschreiten der chronischen Niereninsuffizienz zunehmen. Die Symptome können dabei sowohl einzeln als auch in unterschiedlichen Kombinationen auftreten.

In Deutschland haben sch√§tzungsweise √ľber zwei Millionen Menschen eine chronische Niereninsuffizienz. Die Symptome treten √ľberwiegend im h√∂heren Lebensalter auf: Die meisten Betroffenen sind √ľber 60 Jahre alt.

In einigen F√§llen f√ľhrt die chronische Niereninsuffizienz zu einem v√∂lligen Nierenversagen. Dessen Symptome sind lebensbedrohlich und nur per Dialyse oder Nierentransplantation behandelbar. In Deutschland ben√∂tigen derzeit rund 90.000 Menschen eine Dialysebehandlung ‚Äď und jedes Jahr erhalten √ľber 2.000 Menschen eine neue Niere.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte √Ąrzte. Die Inhalte von t-online k√∂nnen und d√ľrfen nicht verwendet werden, um eigenst√§ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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