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Kopfschmerzen: Woher Sie kommen und was dagegen hilft


Experten geben Rat
Kopfschmerzen – woher sie kommen und was dagegen hilft


Aktualisiert am 13.03.2024Lesedauer: 3 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

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Starke Kopfschmerzen können ein Symptom für einen Schlaganfall sein.Vergrößern des Bildes
Kopfschmerzen haben viele Ursachen: Starke Kopfschmerzen müssen aber nicht unbedingt ein Symptom für eine schwere Erkrankung sein. (Quelle: DjelicS/getty-images-bilder)

Es gibt Hunderte Arten von Kopfschmerzen. In der Regel steckt keine schwere Erkrankung dahinter. Unsere Experten erklären, wie Sie vorbeugen können.

Wussten Sie schon, dass es mehr als 200 Arten von Kopfschmerzen gibt? Und dass Kopfschmerzen in der Regel kein Indikator für einen Tumor sind, wie oft befürchtet? Prof. Dr. Volker Limmroth, Chefarzt an der Klinik für Neurologie und Palliativmedizin in Köln-Merheim, sowie Neurophysiologe und Digital-Health-Experte Dr. Gerd Wirtz erklären, was man vorbeugend gegen Kopfschmerzen tun kann.

70 Prozent der deutschen Bevölkerung, also rund 54 Millionen Menschen, leiden hierzulande unter temporären oder lang anhaltenden Kopfschmerzen. Von den Betroffenen haben bis zu 38 Prozent Migräne, die meist über mehrere Stunden andauert und oft einseitig ist. Begleitfaktoren sind u.a. Übelkeit und Lichtempfindlichkeit.

Frauen und Männer sind unterschiedliche Kopfschmerztypen

Unter Migräne leiden vor allem Frauen zwischen 20 und 50 Jahren. Eine weitere, häufig auftretende Art sind die Spannungskopfschmerzen. Diese haben fast alle Menschen hin und wieder, sie gelten als harmlos und verschwinden in der Regel von selbst wieder.

Als besonders unangenehm empfinden viele Patienten den sogenannten Cluster-Kopfschmerz, der deutlich intensiver ist als eine Migräne, dafür kürzer andauert (jeweils zwischen 15 und 45 Minuten), aber mehrmals am Tag vorkommen kann. Er trifft vor allem Männer im Alter zwischen 30 und 55 Jahren. Die Schmerzen sind oft einseitig und liegen hinter dem Auge. Cluster-Kopfschmerzen treten zu bestimmten Jahreszeiten, etwa im Herbst, vermehrt auf. Insgesamt gibt es mehr als 200 verschiedenen Arten von Kopfschmerzen.

Prof. Dr. Volker Limmroth ist Experte für alle Themen rund um ein längeres und gesünderes Leben.
(Quelle: V. Limmroth/t-online)

Prof. Dr. Volker Limmroth

Chefarzt, Neurologe, Neurowissenschaftler, Longevity-Experte. Seit 2006 Chefarzt der Klinik für Neurologie und Palliativmedizin Köln-Merheim. Spezialist für Multiple Sklerose, chronische Schmerzen und Parkinson. Er war mehr als zehn Jahre Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Kliniken der Stadt Köln.

Dr. Gerd Wirtz beantwortet alle Fragen zum Thema Digitale Medizin.
Dr. Gerd Wirtz beantwortet alle Fragen zum Thema Digitale Medizin. (Quelle: Fabian Stuertz)

Dr. Gerd Wirtz

Neurophysiologe, Medizin-Moderator und Digital-Health-Experte. Sein Spezialgebiet ist die Zukunftsmedizin.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Thomas Kurscheid und Prof. Dr. Volker Limmroth beantwortet er Ihre Fragen rund um ein besseres und längeres Leben im Podcast "Gesund & Gesund".

Was schadet und was hilft bei Kopfschmerzen?

Während das Auftreten von Spannungskopfschmerzen vermieden werden kann, indem man zum Beispiel auf langes Bildschirm-Schauen, Verharren in einer physiologisch ungünstigen Position, das Überdehnen des Kopfes oder einen längeren Aufenthalt in einem Raum mit schlechter Luft verzichtet, ist Migräne häufig vererbt – und bedingt durch Mutationen auf Chromosomen.

Liegt der Verdacht auf Migräne nahe, wird der Arzt sich genau die Beschreibungen der Betroffenen anhören und sicherheitshalber ein Bild vom Kopf anfertigen lassen, um andere Erkrankungen auszuschließen. Gehirntumore, was oft eine Sorge der Patienten ist, machen übrigens in der Regel keine Kopfschmerzen.

Generell gilt, dass – wie in vielen anderen medizinischen Bereichen auch – die Frage nach der eigenen Lebensführung eine Rolle spielt: Zu wenig Schlaf, zu viel Alkohol, ein hoher Zigaretten-Konsum, Flüssigkeitsmangel, Lärm und schlechte Luft begünstigen Kopfschmerzen. Auch Substanzen in Nahrungsmitteln, etwa Glutamat (ein Geschmacksverstärker), können Auslöser sein.

Ärzte raten Patienten, die häufig an Kopfschmerzen leiden, diese Trigger-Faktoren zu vermeiden, stattdessen sollten sie regelmäßig (Ausdauer)-Sport treiben. Untersuchungen haben ergeben, dass nicht nur die Anzahl der Attacken dadurch weniger wird, sondern Betroffene auch auf die verordneten Medikamente besser reagieren.

Wann sollte man Schmerzmittel einnehmen?

Gängige Mittel wie Ibuprofen oder Paracetamol wirken in der Regel zuverlässig und dürfen ohne Bedenken eingenommen werden. Zumindest dann, wenn die Kopfschmerzen nur selten, also alle paar Monate auftreten. Wer dagegen wöchentlich Kopfschmerzen hat und dazu noch unter unangenehmen Begleiterscheinungen wie Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit leidet, sollte sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen, statt sich selbst zu medikamentieren.

Sinnvoll ist es außerdem, ein Kopfschmerz-Tagebuch zu führen. So bekommen die bei der Behandlung herangezogenen Mediziner einen Eindruck davon, um welche Art von Kopfschmerzen es sich handelt – und können mit der entsprechenden Behandlung und Prophylaxe reagieren.

Die Praxistipps der "Gesund & Gesund"-Experten

Ärzte in Kiel haben einen interaktiven Online-Kopfschmerz-Kalender entwickelt, in dem Betroffene ihre Symptome und die eigene Reaktion darauf notieren können. Ihre Aufzeichnungen können sie dann ganz einfach per E-Mail an die behandelnden Ärzte weiterleiten, um diesen einen Überblick über den Verlauf und die Frequenz der Kopfschmerzen zu vermitteln. So können diese entsprechend eingreifen und überprüfen, ob die bisher verordneten Maßnahmen und Medikamente erfolgreich waren.

Kopfschmerzkalender sind auch über die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft DMKG abrufbar. Und die Krankenkasse TK bietet eine hilfreiche Migräne-App an, die mit Schmerzspezialisten entwickelt wurde

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
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