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Colitis ulcerosa: So stellt der Arzt die Diagnose


Durchfall und Bauchschmerzen: Wie Colitis ulcerosa festgestellt wird

Von Wiebke Posmyk

Aktualisiert am 22.10.2022Lesedauer: 4 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Menschen mit Colitis ulcerosa leiden vor allem an häufigem Durchfall und Bauchkrämpfen. Doch das sind oft nicht die einzigen Symptome.
Menschen mit Colitis ulcerosa leiden vor allem an häufigem Durchfall und Bauchkrämpfen. Doch das sind oft nicht die einzigen Symptome. (Quelle: FG Trade/Getty Images)
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Hinter blutigen Durchfällen und Bauchschmerzen kann eine Colitis ulcerosa stecken. Um die Diagnose zu stellen, sind verschiedene Untersuchungen nötig.

Das Wichtigste im Überblick


  • Arztgespräch und körperliche Untersuchung
  • Blutuntersuchung
  • Stuhlprobe
  • Ultraschalluntersuchung
  • Darmspiegelung
  • Weiterführende Untersuchungen

Colitis ulcerosa zählt zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Betroffene leiden – meist schubweise – unter blutigem oder schleimigem Durchfall. Darüber hinaus können zahlreiche weitere Symptome auftreten, etwa Bauchschmerzen, Stuhldrang oder Abgeschlagenheit. Auch außerhalb des Darms kann sich eine Colitis ulcerosa mit verschiedenen Beschwerden bemerkbar machen.

Um eine eindeutige Diagnose stellen zu können, wird die Ärztin oder der Arzt einige Fragen stellen und verschiedene Untersuchungen durchführen. Wichtig bei der Diagnostik ist, andere Erkrankungen auszuschließen, die mit ähnlichen Beschwerden einhergehen – etwa Morbus Crohn.

Arztgespräch und körperliche Untersuchung

Erste Hinweise auf die Diagnose Colitis ulcerosa ergeben sich aus den Schilderungen der Patientin oder des Patienten. Für die Ärztin oder den Arzt ist es zum Beispiel hilfreich zu wissen,

  • welche Beschwerden auftreten.
  • wie stark die Beschwerden sind.
  • ob die Beschwerden schubweise oder permanent vorhanden sind.
  • wann die Beschwerden erstmals auftraten.
  • ob zusätzlich zu den Darmbeschwerden noch weitere Symptome bemerkt wurden, etwa an den Gelenken, der Haut, im Analbereich oder im Mund.
  • welche Vorerkrankungen die Person hat.
  • ob sich die Person zuvor in bestimmten Ländern aufgehalten hat.
  • ob die Person bestimmte Medikamente einnimmt.
  • ob Nahrungsmittelunverträglichkeiten bekannt sind.
  • ob nahe Verwandte an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung leiden

Eine Colitis ulcerosa kann mit Begleiterscheinungen verbunden sein, die nicht den Darm betreffen – zum Beispiel an der Leber, der Haut, den Gelenken, den Nieren und/oder den Augen. Daher wird die Ärztin oder der Arzt auf entsprechende Anzeichen achten und die erkrankte Person körperlich gründlich untersuchen. Möglicherweise wird sie oder er in diesem Zuge zudem den letzten Darmabschnitt begutachten. Diese Untersuchung kann jedoch auch im Rahmen der Darmspiegelung erfolgen, die zur Diagnose einer Colitis ulcerosa notwendig ist.

Blutuntersuchung

Bei einer Colitis ulcerosa können bestimmte Blutwerte auffällig sein. Daher nimmt das medizinische Fachpersonal Blut ab, das im Labor untersucht wird. Bei Verdacht auf die Diagnose Colitis ulcerosa geben neben einem allgemeinen Blutbild vor allem folgende Blutwerte Aufschluss:

  • Entzündungswerte, um eine Entzündung nachzuweisen
  • Eisenwerte, um eine mögliche Blutarmut nachzuweisen
  • Nierenwerte, um eine mögliche Nierenbeteiligung nachzuweisen
  • Leber- und Gallenwerte, um eine mögliche Leberbeteiligung nachzuweisen

Bei einer akuten Darmentzündung liegen die Entzündungswerte im Blut über dem Normbereich. Dazu zählen etwa das C-reaktive Protein (CRP-Wert) und die Blutsenkungsgeschwindigkeit. Zudem kann die Anzahl der weißen Blutkörperchen erhöht sein. Sind die Entzündungswerte normal, schließt das jedoch eine Colitis ulcerosa nicht aus: Manche Betroffene weisen trotz massiver Beschwerden keine erhöhten Werte im Blut auf.

Durch die oft blutigen, starken Durchfälle entsteht häufig eine Blutarmut. Dann ist der Anteil der roten Blutkörperchen und/oder des Blutfarbstoffs Hämoglobin im Blutbild vermindert. Auch kann es zu einem Eisenmangel kommen, der sich im Blut anhand verschiedener Parameter nachweisen lässt.

Manche Patientinnen und Patienten mit Colitis ulcerosa leiden zugleich an einer chronischen Entzündung der Gallenwege, der primär-sklerosierenden Cholangitis (PSC). Diese Erkrankung kommt bei gesunden Menschen nur selten vor. Im Zusammenhang mit Colitis ulcerosa tritt sie dagegen vergleichsweise häufig auf. Das Vorhandensein einer PSC kann also auf eine mögliche Colitis ulcerosa hinweisen. Daher werden bestimmte Leber- und Gallenwerte erhoben. Im Blut lässt sich anhand sogenannter Cholestaseparameter wie Gamma-GT (GGT) und alkalische Phosphatase (AP) erkennen, ob der Gallefluss gut funktioniert.

Bei starkem und häufigem Durchfall kann ein Nährstoffmangel entstehen. Um Mangelerscheinungen festzustellen, können daher zusätzlich die Natrium-, Kalium- und Albuminwerte hilfreich sein.

Stuhlprobe

Ein Stuhlprobe ist nützlich, um eine Infektion als mögliche Ursache der Beschwerden auszuschließen. Zudem lassen sich bestimmte fäkale Entzündungsmarker in der Darmschleimhaut bestimmen. Dazu zählen etwa Calprotectin und Lactoferrin. Sind diese Marker erhöht, weist dies auf eine Entzündung der Schleimhaut hin.

Ultraschalluntersuchung

Die Ultraschalluntersuchung ist eine unaufwendige und schmerzfreie Methode, um mögliche Veränderungen des Darms zu erkennen. Im Ultraschall kann die Ärztin oder der Arzt einen entzündeten Darmabschnitt oft erkennen. Die Darmwand kann im Ultraschall verdickt aussehen.

Darmspiegelung

Um die Diagnose Colitis ulcerosa eindeutig sichern zu können, ist eine Darmspiegelung nötig. Dabei untersucht die Ärztin oder der Arzt den kompletten Dickdarm und den letzten Abschnitt des Dünndarms mit einem flexiblen, röhrenartigem Untersuchungsinstrument – dem Koloskop. Am Ende des Koloskops befindet sich eine Kamera mit einer Lichtquelle, sodass sich der Darm von innen betrachten lässt.

Bei einer Colitis ulcerosa kann die Darmschleimhaut geschwollen und gerötet sein. Sie kann schnell bluten, wenn sie mit dem Koloskop berührt wird. Möglicherweise sind geschwürartige Veränderungen an der Darmwand zu sehen.

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Mithilfe eines Greifinstruments, das sich am Koloskop befindet, kann die Ärztin oder der Arzt Gewebeproben entnehmen. Diese werden anschließend im Labor untersucht. Bei einer Colitis ulcerosa können bestimmte feingewebliche Veränderungen nachweisbar sein. Um herauszufinden, wie stark sich eine eventuelle Colitis ulcerosa ausgebreitet hat, wird die Ärztin oder der Arzt Gewebeproben aus allen Darmabschnitten zu entnehmen.

Manchmal liefert die Darmspiegelung keine eindeutige Ergebnisse. Zum Beispiel können die charakteristischen Gewebeveränderungen fehlen. Dann ist es möglicherweise nicht leicht, Colitis ulcerosa von anderen Erkrankungen wie etwa Morbus Crohn eindeutig zu unterscheiden. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, nach einigen Monaten eine erneute Spiegelung mit Gewebeprobe durchzuführen.

Da Colitis ulcerosa das Risiko für Darmkrebs erhöht, sollten in regelmäßigen Abständen weitere Darmspiegelungen erfolgen.

Weiterführende Untersuchungen

Ist die Diagnose nach wie vor unklar, wird die Ärztin oder der Arzt weiterführende Untersuchungen veranlassen – etwa, um auszuschließen, dass nicht doch ein Morbus Crohn vorliegt. Im Gegensatz zu Colitis ulcerosa sind die entzündeten Bereiche bei Morbus Crohn nicht auf den Dickdarm beschränkt, sondern können den ganzen Verdauungstrakt betreffen. Um eine Colitis ulcerosa von Morbus Crohn abzugrenzen, kommen daher eine Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm, eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Dünndarms oder eine Ultraschalluntersuchung des Oberbauchs infrage.

Wurde bei der Darmspiegelung eine Verengung im Darm (Stenose) entdeckt, sind zusätzlich zu einer Gewebeprobe bildgebende Verfahren wie Magnetresonanz- und Computertomographie hilfreich.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • "Colitis ulcerosa". Online-Informationen der Deutschen Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung: www.dccv.de (Abrufdatum: 26.9.2022)
  • "Chronisch entzündliche Darmerkrankungen". Online-Informationen des öffentlichen Gesundheitsportals Österreichs: www.gesundheit.gv.at (Abrufdatum: 26.9.2022)
  • "Colitis ulcerosa". Online-Informationen von AMBOSS: www.amboss.com (Stand: 25.8.2022)
  • Herold, G.: "Innere Medizin 2022". Eigenverlag, Köln 2022
  • Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten: "Colitis ulcerosa" (PDF). AWMF-Leitlinien-Register Nr. 021/009 (Stand: April 2021)
  • Terjung, B.; Kruis, W.: "Ratgeber Colitis ulcerosa" (PDF). Online-Publikation der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-Liga) e.V.: www.gastro-liga.de (Stand: April 2019)
  • Baenkler, H., et al.: "Kurzlehrbuch Innere Medizin". Thieme, Stuttgart 2015
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