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Sind Gallensteine gefährlich?


Sind Gallensteine gefährlich?

Von Wiebke Posmyk

Aktualisiert am 04.12.2022Lesedauer: 4 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Frau sitzt mit Oberbauchbeschwerden auf dem Sofa.
Gallensteine können zu verschiedenen Komplikationen führen. (Quelle: AndreyPopov/Getty Images)
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Gallensteine sind weit verbreitet. Lesen Sie, welche Komplikationen damit verbunden sein können und wann es gefährlich werden kann.

Das Wichtigste im Überblick


  • Welche Komplikationen möglich sind
  • Gallenblasenentzündung durch Gallensteine
  • Gallengangentzündung durch Gallensteine
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung durch Gallensteine
  • Rechtzeitig ärztlichen Rat suchen

Gallensteine entstehen, wenn Stoffe aus der Gallenflüssigkeit (Galle) verklumpen und verhärten. Oft bereiten sie keine Beschwerden. Tun sie es doch, kann es schmerzhaft werden: Bei einer Gallenkolik etwa haben die Betroffenen starke, krampfartige Oberbauchschmerzen, die oft über Stunden anhalten.

Gallensteine sind also mitunter belastend. Aber können sie auch gefährlich sein? Die kurze Antwort lautet: Ja, sie können manchmal gefährlich sein – nämlich dann, wenn es durch sie zu Komplikationen kommt. Nicht die Steine selbst, sondern deren Folgen können also zum Problem werden.

Aber: Die Regel ist das nicht. Ein Großteil der Betroffenen bemerkt die Gallensteine nicht einmal. Behandelt werden sie daher meist erst, wenn Symptome auftreten – denn dann ist das Risiko für Komplikationen erhöht.

Wie oft kommt es zu Komplikationen?

Von 100 Personen, die aufgrund von Gallensteinen Beschwerden wie etwa eine Gallenkolik haben, entwickelt eine innerhalb eines Jahres Komplikationen. Bei Personen, die keine Beschwerden haben, ist das Komplikationsrisiko deutlich niedriger.

Welche Komplikationen möglich sind

Gallensteine bilden sich entweder in der Gallenblase oder in den Gallengängen. Was dabei genau passiert und welche Aufgaben die Gallenblase und die Gallenflüssigkeit haben, lesen Sie hier.

Blockieren die Steine den Ausgang der Gallenblase oder stecken sie im Hauptgallengang fest, kann dies zu einer Gallenkolik führen. Diese ist zwar schmerzhaft, klingt jedoch in der Regel spätestens nach einigen Stunden ab – entweder von selbst oder nach Medikamentengabe.

Gefährlich werden kann es jedoch, wenn sich aufgrund einer anhaltenden Steinblockade Bakterien ansiedeln und eine Entzündung auslösen. Dann können Komplikationen auftreten wie

  • eine Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis),
  • eine Entzündung der Gallengänge (Cholangitis) oder
  • eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis).

Wie sich diese Erkrankungen auswirken und wann sie gefährlich werden, lesen Sie in den nächsten Kapiteln.

Darüber hinaus können Gallensteine das Risiko für Krebs in der Gallenblase und den Gallengängen leicht erhöhen. Dies betrifft jedoch vor allem Personen, die eine sogenannte Porzellangallenblase (eine Folge einer Gallenblasenentzündung) haben. Hier ist ein Therapieansatz, die Gallenblase vorsorglich operativ zu entfernen. Personen, die keine Beschwerden haben, wird dies hingegen meist nicht empfohlen, da das Krebsrisiko relativ gering ist. Eine weitere seltene Komplikation von Gallensteinen ist ein Darmverschluss, wenn ein großer Gallenstein durch den Hauptgallengang in den Darm gerät.

Gallenblasenentzündung durch Gallensteine

Wenn ein Gallenstein den Ausgang der Gallenblase blockiert, kann die dort gespeicherte Gallenflüssigkeit nicht oder kaum abfließen. Durch den zunehmenden Druck wird die Schleimhaut der Gallenblase gereizt. In dieser Situation können sich dort leicht Bakterien vermehren und eine Gallenblasenentzündung auslösen. Die Erkrankung führt zu anhaltenden, starken Schmerzen im rechten Oberbauch. Betroffene haben meist Fieber und Schüttelfrost. Weitere Symptome sind Übelkeit und Erbrechen.

Eine Entzündung der Gallenblase klingt manchmal von allein wieder ab. Sie kann jedoch auch wiederkehren oder langwierig (chronisch) verlaufen. Wird die Erkrankung nicht frühzeitig behandelt, kann die Gallenblase dauerhaft Schaden nehmen. Sie kann zum Beispiel vereitern und unbehandelt zu einem lebensbedrohlichen Durchbruch der Gallenblasenwand führen. Auch können benachbarte Organe durch die Entzündung in Mitleidenschaft gezogen werden. In ausgeprägten Fällen entsteht eine gefährliche Sepsis ("Blutvergiftung"): Dann werden die Bakterien über das Blut im gesamten Körper verteilt.

In sehr seltenen Fällen führt eine Gallenblasenentzündung zu einer Verdickung und Verkalkung der Gallenblasenwand, sodass die Gallenblase in ihrer Funktion eingeschränkt ist. Fachleute sprechen von einer Porzellangallenblase. Das Risiko, Gallenblasenkrebs zu entwickeln, ist bei Personen mit einer Porzellangallenblase erhöht. Daher wird die Gallenblase bei den Betroffenen meist entfernt.

Gallengangentzündung durch Gallensteine

Der Hauptgallengang, der in den Dünndarm mündet, kann sich entzünden, wenn ein Gallenstein den Ausgang blockiert. Mögliche Anzeichen sind starke Schmerzen im Oberbauch, Fieber und Schüttelfrost.

Wenn die in der Leber produzierte Gallensäure nicht in den Dünndarm fließen kann, staut sie sich. Betroffene entwickeln dann häufig Anzeichen einer Gelbsucht: Die Haut und das Augenweiß färben sich gelblich. Der Stuhl ist heller, der Urin dagegen dunkler gefärbt als normal. Die Verfärbungen entstehen durch den Farbstoff Bilirubin, welcher in der sich stauenden Gallenflüssigkeit enthalten ist.

Ebenso wie die Gallenblasenentzündung kann auch eine Gallengangentzündung gefährlich werden, wenn sie nicht frühzeitig behandelt wird und sich die Entzündung auf andere Organe ausbreitet.

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Bauchspeicheldrüsenentzündung durch Gallensteine

Die Bauchspeicheldrüse bildet Verdauungssaft, der durch den Bauchspeicheldrüsengang in den Zwölffingerdarm fließt. Kurz vor der Mündung in den Zwölffingerdarm vereint sich der Hauptgallen- mit dem Bauchspeicheldrüsengang. Dadurch können Gallensteine, die sich an der Mündung zum Zwölffingerdarm befinden, auch verhindern, dass die Bauchspeicheldrüsenflüssigkeit abfließt. Die Folge kann eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung sein. Typische Symptome sind starke Schmerzen im Oberbauch, Fieber, Übelkeit und Erbrechen.

Eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung kann gefährlich sein. Eine mögliche Komplikation ist, dass sich die Entzündung auf andere Organe ausbreitet.

Rechtzeitig ärztlichen Rat suchen

Bevor Gallensteine gefährlich werden, machen sich in der Regel bemerkbar – etwa durch unspezifische Bauchbeschwerden oder eine Gallenkolik. Welche Symptome Gallensteine auslösen können, lesen Sie hier.

Wer mögliche Anzeichen für Gallensteine bemerkt, sollte daher frühzeitig die Hausärztin oder den Hausarzt aufsuchen. Er oder sie kann entscheiden, ob eine Behandlung möglich ist, und wenn ja, welche. In manchen Fällen kann eine Operation nötig sein.

Wenn ungünstig liegende oder sehr große Gallensteine rechtzeitig behandelt werden, lassen sich gefährliche Komplikationen vermeiden.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Herold, G.: "Innere Medizin 2023". Köln, Eigenverlag 2022
  • "Gallensteine". Online-Informationen des Berufsverbands Deutscher Internistinnen und Internisten: www.internisten-im-netz.de (Stand: 1.8.2022)
  • "Gallensteine". Online-Informationen von Deximed: deximed.de (Stand: 23.2.2022)
  • "Gallensteine". Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 10.3.2021)
  • "Gallensteine". Online-Informationen von MSD Manual: www.msdmanuals.com (Stand: September 2021)
  • Aktualisierte S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten: "Prävention, Diagnostik und Behandlung von Gallensteinen" (PDF). AWMF-Leitlinien-Register Nr. 021/008 (Stand: August 2018)
  • Hahn, J.: "Checkliste Innere Medizin". Thieme, Stuttgart 2018
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