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Knochenbrüche im Alter: So lassen sich Stürze vermeiden


So lassen sich Knochenbrüche im Alter vermeiden

Von Andrea Goesch

Aktualisiert am 06.10.2022Lesedauer: 4 Min.
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

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Im Alter wird der Gang unsicherer und die Balance lässt nach. Damit steigt auch das Risiko, hinzufallen und sich schwer zu verletzen. (Quelle: LightFieldStudios / Getty Images)
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Ältere Menschen stürzen oft durch Schwindel oder Gangunsicherheit. Viele erleiden schwere Verletzungen oder werden zum Pflegefall. Mit ein paar einfachen Maßnahmen lässt sich vorbeugen.

Etwa ein Drittel aller über 65-jährigen Senioren, die noch im eigenen Haushalt leben, stürzt mindestens einmal pro Jahr. In der Altersgruppe der über 80-Jährigen ist es sogar jeder Zweite.

Mit den Stürzen ist ein hohes Risiko für Verletzungen und Knochenbrüche verbunden. Allein in Deutschland werden pro Jahr mehr als 400.000 Altersbrüche behandelt, allen voran der gefürchtete Oberschenkelhalsbruch. Viele Patienten verlieren dadurch ihre Selbstständigkeit, müssen in eine Pflegeeinrichtung ziehen oder sterben sogar an den Folgen.

Warum das Sturzrisiko im Alter steigt

Probleme beim Sehen, Hören oder dem Gleichgewichtsorgan sind meist die Ursache, dass ältere Menschen unsicher gehen, häufiger hinfallen und dabei schwere Frakturen erleiden. Medikamente, die die Reaktionsfähigkeit einschränken, erhöhen das Sturzrisiko zusätzlich.

Manche Arzneimittel erhöhen allein oder in Kombination mit anderen Mitteln das Risiko für Stürze. Dazu gehören Beruhigungs- oder Schlafmittel, entwässernde und blutdrucksenkende Medikamente, Antiepileptika und einige Diabetes-Medikamente. Sie sollten jedoch nicht ohne ärztliche Absprache reduziert oder abgesetzt werden.

Wirksame Maßnahmen, um Stürze zu verhindern

"Viele Stürze lassen sich vermeiden, wenn Seniorinnen und Senioren Koordination und Balance trainieren und dafür sorgen, dass sie gut sehen und hören können", sagt Professor Benedikt Friemert, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU). Ein paar einfache Maßnahmen helfen, das Risiko zu mindern:

  • Bewegung und Krafttraining
  • regelmäßige Seh- und Hörtests
  • Anpassungen bzw. Korrekturen der Brillen und Hörhilfen
  • Reparatur oder Ersatz verbogener Brillen
  • Lichtverhältnisse prüfen und für ausreichende Beleuchtung sorgen
  • Lichtschalter gut erreichbar anbringen
  • Schatten oder Blendlicht in Gefahrenzonen (Treppenhäusern) vermeiden
  • nicht auf Leitern steigen
  • Tätigkeiten wie Fensterputzen vermeiden
  • Kraft, Koordination und Balance trainieren

Unterschätzte Gefahr: Defizite beim Sehen und Hören

Dass Probleme mit den Augen und Ohren zu Störungen der Seh-, Gehör- und Gleichgewichtsorgane führen können, die Balance beeinträchtigen und damit das sichere Gehen verhindern, werde oft unterschätzt, sagt Professor Ulrich Liener, stellvertretender Leiter der Sektion Alterstraumatologie der DGU.

Gerade ältere Menschen leiden oft unter einer Sehschwäche wie der Altersweitsichtigkeit und dem grauen oder grünen Star. Da man viele dieser Krankheiten behandeln oder korrigieren kann, ist hier Vorsorge bei einem Augenarzt besonders wichtig.

Überprüfung der Sehstärke: Ab 65 einmal pro Jahr

Für Probleme mit der Brille sind Augenarzt und Optiker die richtigen Ansprechpartner. Einige Optiker bieten auch Hausbesuche an, um Seh- und Brillenstärke zu überprüfen oder bei der Wahl der Brille zu beraten.

Was viele nicht wissen: Gleitsichtbrillen bergen eine besondere Gefahr. Sie lassen Gegenstände oder Oberflächen näher erscheinen, als sie es tatsächlich sind. Als Folge werden Entfernungen falsch eingeschätzt oder das Gleichgewicht ist gestört. Das kann gerade bei klassischen Stolperfallen wie Teppichkanten, Stromkabeln, herumstehenden Gegenständen oder auch Treppen gefährlich werden.

Daher ist es ratsam, regelmäßig zu überprüfen, wann der letzte Sehtest war, ob die Brillenstärke noch ausreichend und die eigene Brille noch die richtige ist. Ab einem Alter von 65 Jahren empfiehlt sich diese Überprüfung einmal im Jahr.


Lebensmittel für starke Knochen

Greifen Sie bei Mineralwasser zu Sorten mit einem Kalziumgehalt von mehr als 150 Milligramm pro Liter. So decken Sie mit anderthalb Litern etwa ein Viertel Ihres Tagesbedarfs.
Dunkelgrüne Gemüsesorten sind nicht nur reich an Kalzium, sondern liefern auch viel Vitamin K. Das Vitamin unterstützt die Kalziumeinlagerung in die Knochen. Als bestes Knochengemüse gilt der Grünkohl mit mehr als 200 mg Kalzium pro 100 Gramm.
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Bei Hörproblemen und Schwindel zum Arzt

Auch Probleme mit dem Hören und Schwindel können die Sturzgefahr erhöhen. Mit zunehmendem Alter treten sie häufiger auf. Dennoch warten viele Menschen sehr lange, bevor sie darüber mit ihrem Hausarzt sprechen.

Bei Problemen damit kann der Hausarzt zu einem Hörtest oder einer weiteren fachärztlichen Untersuchung überweisen. Auch der Hörtest sollte einmal im Jahr stattfinden.

Sport hält beweglich und stärkt die Knochen

Körperliche Fitness ist einer der wesentlichsten Einflussfaktoren, um das Sturzrisiko im Alter zu minimieren. Ein wichtiges Element ist die Kräftigung der Muskeln. Doch auch Ausdauertraining und Koordinationsübungen sind wichtig, um das Gleichgewicht besser halten zu können und ein sicheres Körpergefühl zu erlangen.

Besonders wirksam für die Sturzprävention ist ein spezielles Balance- und Krafttraining für die Beinmuskulatur. Viele Vereine bieten hier entsprechende Seniorenprogramme an und zahlreiche Krankenkassen unterstützen Senioren bei der Übernahme anfallender Kosten.

Oberschenkelhalsbruch von Spezialisten behandeln lassen

Sollte es dennoch zu einem schweren Unfall wie einem Oberschenkelhalsbruch kommen, empfiehlt sich die Behandlung in einem Alterstraumazentrum. Hier liegt die Besonderheit darin, dass Unfallchirurgen und Altersmediziner in einem Team eng zusammenarbeiten.

Gut zu wissen

Informationen zu einem wohnortnahen Alterstraumazentrum finden Sie auf den Internetseiten der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU).

Während bei älteren Patienten die 30-Tage-Sterblichkeit nach einer Hüftfraktur bei über 10 Prozent liege, sinke diese durch die Behandlung in multiprofessionellen Teams um mehr als 20 Prozent, sagen die Experten der DGU.

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Oberschenkelhalsbruch: Was ihn gefährlich macht

Genauso wichtig wie die richtige Akutbehandlung im Krankenhaus sei auch die Therapie nach einer Operation, denn die Gefahr einer erneuten Fraktur ist nach der Entlassung deutlich erhöht.

Daher empfehlen Orthopäden und Unfallchirurgen im Anschluss eine Sekundärprävention. Zu ihr gehören regelmäßige Check-ups und gezielte Bewegungsprogramme, um das Gleichgewicht und die Kraft zu verbessern und damit Stürze und Knochenbrüche zu reduzieren.

Das "Weißbuch": Leitlinien für die Versorgung von Altersbrüchen

Das 2021 erschienene "Weißbuch Alterstraumatologie und Orthogeriatrie" zeigt den Weg zu einer besseren medizinischen Behandlung des Bewegungsapparates bei älteren Menschen.

Das Handbuch dient Ärzten als wichtige Richtlinie. Es definiert Strukturen und Prozesse bei der Versorgung von Altersbrüchen, aber auch bei der Durchführung planbarer Eingriffe wie beispielsweise dem Einsetzen von künstlichen Hüftgelenken.

"In Zukunft werden wir immer mehr ältere Menschen haben, deshalb brauchen wir neue Konzepte der orthopädisch-unfallchirurgischen Behandlung, Rehabilitation und Prävention", sagt Professor Dieter C. Wirtz, DGOU-Vizepräsident und Mitherausgeber des "Weißbuchs". Der Leitfaden wurde von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) erstellt.

Kalziumreiche Ernährung stärkt die Knochen

Das Altern lässt sich nicht aufhalten und auch auf Veränderungen im Hormonhaushalt, die sich auf die Stabilität des Knochengerüsts negativ auswirken, kann man nur bedingt einwirken. Dennoch kann jeder aktiv etwas für seine Knochen tun. Neben Bewegung und sportlicher Aktivität gehört hierzu auch eine gesunde, ausgewogene Ernährung.

Damit die Knochen gut versorgt sind, sollte man auf eine kalziumreiche Kost achten. Lebensmittel, welche die Kalzium-Aufnahme hemmen, sollte man dagegen nur in Maßen verzehren – dazu zählen beispielsweise Kaffee und Cola.

Auch Rauchen ist für die Knochen ein Risiko. Wichtig ist laut Professor Ulrich Liener außerdem, auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D zu achten, denn es verbessert die Aufnahme von Kalzium im Körper. Vor allem im Alter sollte das Vitamin zusätzlich eingenommen werden.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • dgu-online.de: "Knochenbrüche im Alter: Fitness, gutes Sehen und Hören um Stürze zu vermeiden", Pressemeldung der DGOU (28.9.2022)Gleichgewicht und Kraft – Einführung in die Sturzprävention der BZGA 2015
  • alterstraumazentrum-dgu.de: "Alterstraumazentren". Online-Informationen der Deutschen gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), abgerufen am 5.10.2022
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