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Magengeschwür: Helfen Hausmittel?


Helfen Hausmittel bei einem Magengeschwür?

Von Wiebke Posmyk

Aktualisiert am 29.11.2022Lesedauer: 3 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Modell eines Magens, auf dem ein Pflaster klebt
Manche versuchen, ein Magengeschwür allein mit Hausmitteln loszuwerden. (Quelle: Pixel_Pig/Getty Images)
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Viele Magenprobleme lassen sich mit Hausmitteln lindern oder gar beseitigen. Aber gilt das auch für ein Magengeschwür? Welche Behandlung wirklich hilft.

Das Wichtigste im Überblick


  • Brokkoli gegen Magengeschwür: Hilft das?
  • Weitere mögliche Hausmittel gegen Magengeschwür
  • Behandlung gehört in ärztliche Hände
  • Beschwerden lindern: Was Erkrankte tun können

Wer ein Magengeschwür hat – oder vermutet, eins zu haben –, versucht unter Umständen zunächst, es ohne ärztliche Hilfe selbst zu behandeln. Im Internet werden Hausmittel-Fans schnell fündig. Zum Beispiel sollen roher Kohlsaft, Brokkoli, Aloe-vera-Saft oder Ingwer bei Magengeschwüren helfen. Doch wie vielversprechend sind solche Hausmittel?

Brokkoli gegen Magengeschwür: Hilft das?

Ein mögliches Hausmittel soll Brokkoli sein, genauer: der darin enthaltende sekundäre Pflanzenstoff Sulforaphan. Er soll bei Magenschleimhautentzündung und Magengeschwüren helfen, die durch das Bakterium Helicobacter pylori hervorgerufen wurden.

Sulforaphan ist nicht nur in Brokkoli, sondern auch in Blumenkohl und vielen anderen Kohlsorten sowie in Sauerkraut, Kresse oder Radieschen zu finden. Der Stoff soll Helicobacter pylori abtöten können, sodass das Magengeschwür ausheilen kann. Noch besser als Brokkoli sollen Brokkolisprossen helfen. Die wenige Tage alte Keimlinge enthalten mehr Sulforaphan als herkömmlicher Brokkoli.

Aber kann Brokkoli wirklich als Hausmittel gegen Magengeschwüre helfen? Diese Frage lässt sich bislang nicht beantworten. Laborversuche weisen zwar darauf hin, dass Sulforaphan das Bakterium Helicobacter pylori beseitigen kann. Aus Versuchen im Reagenzglas lässt sich aber nicht schließen, ob Sulforaphan auch bei Personen mit Magenschleimhautentzündung oder einem Magengeschwür hilft. Hinzu kommt, dass nicht jedes Magengeschwür durch Helicobacter pylori ausgelöst wird.

Bislang gibt es keine Studien mit Versuchspersonen, in denen erforscht wurde, wie sich der Verzehr von großen Mengen Brokkoli auf den Magen auswirkt. In einzelnen Versuchen wurden Brokkolisprossen verwendet. Jedoch ist die Wirkung nicht ausreichend an Menschen mit Magenschleimhautentzündung oder einem Magengeschwür untersucht worden, oder die Studien wiesen erhebliche Mängel auf. Um eindeutige Aussagen treffen zu können, ist also weitere Forschung nötig.

Vorsicht bei Hausmitteln aus dem Internet

Im Internet gibt es unter anderem Kapseln mit Sulforaphan aus Brokkoli-Extrakt zu kaufen. Sie enthalten den Wirkstoff in viel höheren Dosen, als ein Mensch normalerweise aufnimmt. Bislang ist unbekannt, welche Sulforaphan-Dosis höchstens vertretbar ist. Nicht zuletzt riskieren Betroffene, die allein auf Hausmittel vertrauen, dass sich die Erkrankung verschlimmert.

Weitere mögliche Hausmittel gegen Magengeschwür

Nicht nur Brokkoli, auch andere Lebensmittel sollen bei einem Magengeschwür hilfreich sein. So sollen Knoblauch, Kamille, Zwiebeln oder Honig das Wachstum von Helicobacter pylori hemmen. Aloe-vera-Saft soll – mehrmals täglich getrunken – die Magensäureproduktion bremsen und so ein Magengeschwür abheilen lassen.

Fest steht jedoch: Es gibt keine aussagekräftigen und wissenschaftlichen fundierten Studien, die eindeutig belegen, dass diese Hausmittel tatsächlich gegen ein Magengeschwür helfen.

Ein Magengeschwür heilt in manchen Fällen von allein ab. Ob ein Hausmittel tatsächlich im Einzelfall geholfen hat, kann die Anwenderin oder der Anwender daher nicht sicher beurteilen.

Behandlung gehört in ärztliche Hände

Ein Magengeschwür ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Ohne ärztliche Behandlung steigt das Risiko für Komplikationen. Dazu zählen etwa Blutungen oder – wenn auch selten – ein lebensbedrohlicher Magendurchbruch. Dabei entsteht in der Magenwand ein Loch, sodass Mageninhalt in die Bauchhöhle gelangen kann.

Wer an einem Magengeschwür erkrankt ist (oder glaubt, eines zu haben), sollte sich also nicht auf Hausmittel verlassen. Grundsätzlich sollten Personen immer ärztlichen Rat suchen, wenn Beschwerden länger anhalten oder sich verschlechtern. Eine ärztliche Untersuchung ist nötig, um festzustellen, ob wirklich ein Magengeschwür vorliegt – und wenn ja, auf welche Ursachen es zurückzuführen ist. Dafür wird die Ärztin oder der Arzt in der Regel eine Magenspiegelung veranlassen.

Die Diagnose und Behandlung eines Magengeschwürs gehört in die Hände einer Ärztin oder eines Arztes. Welche Therapie infrage kommt, lesen Sie hier.

Beschwerden lindern: Was Erkrankte tun können

Unterstützend zur ärztlichen Behandlung können Erkrankte die Symptome lindern, indem sie für Ruhe und Entspannung sorgen. Rauchen sollte – zumindest vorübergehend – tabu sein. Bestimmte Lebensmittel können die Beschwerden verstärken. Welche das sind, ist von Person zu Person verschieden. Oft zählen scharfe, fettige Speisen dazu. Als wohltuend empfinden Betroffene hingegen oft Tee mit Kamille, Fenchel oder Anis.

Wer häufig Schmerzmittel aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika einnimmt (etwa Diclofenac oder Ibuprofen), sollte darauf nach ärztlicher Rücksprache möglichst verzichten.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Herold, G.: "Innere Medizin 2023". Eigenverlag, Köln 2022
  • Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS): "Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulcuskrankheit" (PDF). AWMF-Leitlinien-Register Nr. 021/001 (Stand: Juli 2022)
  • "Gastroduodenale Ulkuskrankheit". Online-Informationen von AMBOSS: www.amboss.com (Stand: 5.7.2022)
  • "Magengeschwür und Duodenalgeschwür (Ulkuskrankheit)". Online-Informationen von Deximed: deximed.de (Stand: 13.4.2022)
  • Bodagh, M., et al.: "Ginger in gastrointestinal disorders: A systematic review of clinical trials". Food Science & Nutrition, Vol. 7, Iss. 1 (5. November 2018)
  • "Brokkoli: Therapie gegen Gastritis?" Online-Informationen von Cochrane Österreich: www.medizin-transparent.at (Stand: 28.8.2017)
  • Chang, Y., et al.: "The Effects of Broccoli Sprout Extract Containing Sulforaphane on Lipid Peroxidation and Helicobacter pylori Infection in the Gastric Mucosa". Gut and Liver, Vol. 9, Iss. 4, pp. 486-493 (Juli 2015)
  • Yanaka, Y., et al.: "Dietary sulforaphane-rich broccoli sprouts reduce colonization and attenuate gastritis in helicobacter pylori infected mice and humans". Cancer Prevention Research, Vol. 2, Iss. 4, pp. 353-360 (April 2009)
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