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Garten-Ratgeber: Vorsicht! Diese Pflanzen können im Winter verdursten

Trotz Frost gießen?  

Diese Pflanzen können im Winter verdursten

15.12.2020, 12:59 Uhr | dpa-tmn, t-online, ron

Garten-Ratgeber: Vorsicht! Diese Pflanzen können im Winter verdursten. Immergrüne Gartenpflanzen: Sie verlieren im Winter ihre Blätter nicht, deshalb haben sie auch einen größeren Wasserbedarf in dieser Jahreszeit. (Quelle: Andrea Warnecke/dpa-tmn)

Immergrüne Gartenpflanzen: Sie verlieren im Winter ihre Blätter nicht, deshalb haben sie auch einen größeren Wasserbedarf in dieser Jahreszeit. (Quelle: Andrea Warnecke/dpa-tmn)

Halten die meisten Gartenpflanzen nicht Winterruhe? Sie wachsen nicht, sie treiben nicht aus. Warum sollte man sie daher gießen? Die Antwort: Weil manche Pflanze sonst verdurstet. Diese sind besonders gefährdet.

Man mag es kaum glauben, aber einer der meistgenannten Tipps von Profigärtnern in der Winterzeit ist: Gießen, gießen, gießen – wenn es frostfrei ist. Das betrifft vor allem die sogenannten Immergrünen, also jene Gartenpflanzen, die ihre Blätter behalten.

Denn: Haben Bäume im Frühjahr braune Blätter oder sind die Triebspitzen abgestorben, liegt das nicht unbedingt an zu wenig Regen in den vergangenen ein, zwei Wochen. Die Pflanzen können auch schon im Winter vertrocknet sein.

Warum gießt man Gartenpflanzen im Winter?

Während nur sommergrüne Laubgehölze ihren Wasserbedarf im Winter drastisch verringern, indem sie ihr Laub abwerfen, haben immergrüne Laub- und Nadelgehölze weiterhin Durst. Das gilt gerade, wenn die Sonne scheint und sie über ihre Blätter Feuchtigkeit abgeben. Ist dann zugleich der Boden gefroren, können die Wurzeln kein Wasser mehr aufnehmen. Die Pflanzen verdursten in der Folge – übrigens kommt das häufiger vor, als dass sie tatsächlich erfrieren.

Wie oft soll man Kübelpflanzen gießen?

Vor allem Pflanzen in Töpfen und Kübeln, deren Boden im Gefäß schnell komplett durchfriert, haben viel Durst. Dabei sollten Sie besonders Gewächse, die unter Dachvorsprüngen stehen, und deshalb keinen Regen abbekommen, gut im Auge behalten. Hier rät der Bund deutscher Baumschulen eindringlich: Um Trockenschäden zu vermeiden, immergrüne Kübelpflanzen an frostfreien Tagen gießen. Lesen Sie, wie Topfpflanzen den Winter draußen gut überstehen.

Wie bereitet man Gartenpflanzen auf den Winter vor?

Die Bayerische Gartenakademie hat einen Tipp, um Gehölze im Gartenboden im Herbst vorzubereiten. Mitte Oktober sollten die Pflanzen besonders gut gegossen werden, vor allem in Jahren mit geringen Niederschlägen im Herbst. Pro Quadratmeter Pflanzenfläche sind rund 30 bis 40 Liter Wasser nötig, um einen Wurzelballen durchdringend zu versorgen, so die Experten.

Das gelte vor allem für Nadelgehölze wie Fichte (Picea), Kiefer (Pinus), Tanne (Abies), Eibe (Taxus),  Wacholder (Juniperus), Scheinzypresse (Chamaecyparis), Lebensbaum (Thuja) und Zeder (Cedrus). Auch Ziersträucher wie Schneeball (Viburnum), Felsenmispel (Amelanchier ovalis) und die Buchsbaum-Alternative Berberitze (Berberis vulgaris) sollten im Herbst gut auf den Winter vorbereitet werden.

Foto-Serie mit 5 Bildern

Efeu (Hedera helix): Im Herbst sollte er gut gewässert werden. Dann übersteht er den Winter besser. (Quelle: imago images/imagebroker/begsteiger)Efeu (Hedera helix): Im Herbst sollte er gut gewässert werden. Dann übersteht er den Winter besser. (Quelle: imagebroker/begsteiger/imago images)

Möglich ist die Herbstwässerung außerdem für immergrüne Schlinger wie Efeu (Hedera helix), Immergrünes Geißblatt (Lonicera henryi), Brombeere (Rubus henryi) und Kletternder Spindelstrauch (Euonymus fortunei ssp.). Das gilt vor allem dann, wenn die Pflanzen an der Ostseite eines Gebäudes wachsen. Dann befinden sie sich in der Regel im Regenschatten und werden nicht ausreichend mit Wasser versorgt.

Welche Pflanzen haben am meisten Durst?

Neben den genannten Nadelgehölzen und Ziersträuchern brauchen einige Pflanzen im Garten besondere Hilfe, um gut zu überwintern – weil sie besonders großen Durst haben:

  • Bambus (Bambusoideae)

    Bambus (Fargesia murielae): Auch die Sorte 'Jumbo' rollt ihre Blätter ein, wenn sie durstig ist. (Quelle: imago images/blickwinkel)Bambus (Fargesia murielae): Auch die Sorte 'Jumbo' rollt ihre Blätter ein, wenn sie durstig ist. (Quelle: blickwinkel/imago images)

    Er ist als Sichtschutz im Garten beliebt. Doch in der kalten Jahreszeit muss der Bambus vor Trockenheit geschützt werden. Anzeichen für Wassermangel sind zum Beispiel zusammengerollte Blätter. So vermeidet die Pflanze, dass weiteres Wasser verdunstet. Bei anderen Sorten werden die Blattspitzen gelblich-braun. Ist es frostfrei, wässern Sie den Bambus. So machen Sie das Süßgras winterfest.
  • Buchsbaum (Buxus sempervirens)

    Buchsbaum (Buxus sempervirens): Wird die Schneelast zu schwer, sollten Sie diese entfernen. (Quelle: imago images/Chromorange)Buchsbaum (Buxus sempervirens): Wird die Schneelast zu schwer, sollten Sie diese entfernen. (Quelle: Chromorange/imago images)

    Das immergrüne Laubgehölz – als Hecke oder Strauch – verdunstet auch in der kalten Jahreszeit Wasser über seine Blätter. Vor allem bei trockener Winterkälte, wenn der Buchsbaum aus dem gefrorenen Erdreich kein Wasser ziehen kann, drohen Schäden. Dann werden die Blätter braun und ganze Triebe sterben ab. Gießen Sie den Buchs deshalb an frostfreien Tagen einmal pro Woche.
  • Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) 

    Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus): Zwar ist er winterhart, doch Frost ohne Schnee setzt ihm zu. (Quelle: imago images/Chromorange)Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus): Zwar ist er winterhart, doch Frost ohne Schnee setzt ihm zu. (Quelle: Chromorange/imago images)

    Er braucht in der kalten Jahreszeit besondere Aufmerksamkeit. Denn auch der Kirschlorbeer verdunstet über seine immergrünen Blätter ständig Feuchtigkeit. Sobald der Erdboden an frostfreien Tagen offen ist, sollte der Strauch gegossen werden. Treten gelbe oder braune Blätter auf, wird es höchste Zeit.
  • Rhododendron (Alpenrose)

    Rhododendron (Alpenrose): Schnee schützt die Pflanze im Winter. (Quelle: imago images/Udo Kröner)Rhododendron (Alpenrose): Schnee schützt die Pflanze im Winter. (Quelle: Udo Kröner/imago images)

    Die immergrüne Pflanze will bereits im Sommer regelmäßig und viel gegossen werden. Sonst rollt der Rhododendron seine Blätter ein. Auch im Winter ist das Wässern wichtig. Besonders empfindlich sind frisch gepflanzte Freilandexemplare; sie brauchen besonders viel Feuchtigkeit. So überwintern Sie den Rhododendron im Kübel.
  • Stechpalme (Ilex aquifolium)

    Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium): Sie bietet den Vögeln Nahrung, zum Beispiel der Kohlmeise. (Quelle: imago images/imagebroker)Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium): Sie bietet den Vögeln Nahrung, zum Beispiel der Kohlmeise. (Quelle: imagebroker/imago images)

    Auch weil sie so vogel- und bienenfreundlich ist, wurde die Stechpalme zum "Baum des Jahres 2021" gekürt. Bekannt ist sie ebenso als Walddistel, Christusdorn oder botanisch als Ilex aquifolium. Doch auch für die Stechpalme ist Wassermangel eine größere Gefahr als Kälte und Frost. Deshalb sollten Sie die Pflanze regelmäßig im Winter bei Plusgraden gießen. Warum sich die Stechpalme für den heimischen Garten eignet, lesen Sie hier.

Wie oft gießt man Pflanzen im Winter?

Wie häufig winterharte Gartenpflanzen in der kalten Jahreszeit gegossen werden sollten, lässt sich nicht pauschal sagen. Nur so viel: Die meisten Pflanzen reagieren auf Wassermangel mit welken Blättern. Fällt Ihnen das auf, sollten Sie umgehend wässern – vorausgesetzt, es ist frostfrei.

Und: Trockenschäden im Winter werden häufig mit Erfrierungsschäden verwechselt, weil sich die Symptome ähneln. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie einen Experten im Gartencenter.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • Eigene Recherche

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