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Lebensmittel: Drei Tipps gegen die Verschwendung

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So landet weniger im Müll  

Lebensmittel: Drei Tipps gegen die Verschwendung

11.07.2018, 08:50 Uhr | Teresa Dapp, Teresa Nauber, dpa-tmn

Lebensmittel: Drei Tipps gegen die Verschwendung. Lebensmittelverschwendung: Bis 2030 will Deutschland die Lebensmittelverschwendung pro Kopf um die Hälfte reduzieren. Tipps, wie sich Müll in der Küche vermeiden lässt. (Quelle: Getty Images/Daisy-Daisy)

Lebensmittelverschwendung: Bis 2030 will Deutschland die Lebensmittelverschwendung pro Kopf um die Hälfte reduzieren. Tipps, wie sich Müll in der Küche vermeiden lässt. (Quelle: Daisy-Daisy/Getty Images)

Jedes achte Lebensmittel in Deutschland landet im Müll – spätestens wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. Tipps, wie Sie Lebensmittelverschwendung vorbeugen können.

Die Zahlen klingen dramatisch. "Elf Millionen Tonnen Lebensmittel entsorgen Industrie, Handel, Großverbraucher und Privathaushalte in Deutschland jedes Jahr als Abfall", schreibt das Agrarministerium. "Jedes achte Lebensmittel, das wir in Deutschland einkaufen, landet in der Tonne. Pro Person und Jahr sind das durchschnittlich 82 Kilogramm Lebensmittel."

Drei Tipps, um Verschwendung vorzubeugen

Bis 2030 will Deutschland die Lebensmittelverschwendung pro Kopf um die Hälfte reduzieren. Das Ernährungsministerium gibt über das Portal "Zu gut für die Tonne" Tipps, wie sich in der heimischen Küche Müll vermeiden lässt.

1. Richtig planen

Wer seine Vorräte überblickt, kauft weniger Überflüssiges ein. Gut ist auch, sich einen groben Wochenplan zu machen: Kommt jemand zu Besuch? Geht man auswärts essen? Sind vom Kochen Reste übrig? In den Kühlschrank gehören Eier, Käse, Milch, Joghurt, Butter oder Margarine. Und wer Spinat, Brokkoli, Fisch und Brot in der Tiefkühltruhe hat, kann auch ohne frische Einkäufe ein Essen kochen. Grundsätzlich empfiehlt es sich, folgende Lebensmittel als Vorrat im Haus zu haben:

  • H-Milch
  • Nudeln
  • Reis
  • Mehl
  • Kartoffeln
  • Zwiebeln
  • passierte Tomaten
  • Öl
  • Tomatenmark
  • Gewürze
  • Senf

2. Richtig lagern

Ärgerlich ist es, wenn gerade erst geöffnete Lebensmittel schlecht werden und deshalb in den Müll müssen. Dagegen lässt sich aber etwas unternehmen.

  • Joghurt oder Quark zieht geöffnet Bakterien an, deshalb sollte man ihn schnell mit Frischhaltefolie abdecken.
  • Nicht verbrauchte, offene Konserven füllen Verbraucher am besten in Behälter aus Glas, Metall oder Kunststoff um.
  • Eingemachtes und Eingefrorenes beschriftet man besser mit Datum, damit man einen Überblick behält, was als Nächstes verbraucht werden sollte.

3. Richtig zweitverwerten

Dass beim Kochen etwas übrig bleibt, lässt sich nicht immer vermeiden. Die Reste sind aber zu schade, um sie wegzuwerfen.

  • Übrig gebliebenes Gemüse oder Eier können zusammen in einer Reispfanne landen.
  • Brot oder Brötchen vom Vortag schmecken zum Beispiel lecker in einem süßen Auflauf oder als Arme Ritter.
  • Der Rest der Spaghettisoße wandert ins Paprikagemüse.
  • Geschnittenes Obst wird zu Kompott verarbeitet oder zusammen mit Joghurt zum Shake püriert.

Aus Gemüseschalen Chips herstellen oder Brühe kochen

Auch Gemüseschalen müssen Sie nicht einfach wegwerfen. Aus manchen Sorten können Sie Chips machen. Das Bundeszentrum für Ernährung schlägt vor, die sauberen Schalen von Roter Bete, Pastinake oder Rettich in dünne Streifen zu schneiden und in gewürztes Olivenöl zu tauchen. Anschließend im Ofen rösten oder in der Pfanne braten.

Alternativ können Sie Gemüsereste auch in Beuteln einfrieren. Haben Sie auf diese Weise genügend Gemüse gesammelt, geben Sie es mit Gewürzen wie Pfeffer, Lorbeerblättern oder Piment in einen großen Topf mit Wasser. Das ganze abgedeckt bei niedriger Hitze drei bis vier Stunden köcheln lassen. Anschließend das Gemüse heraussieben und die Brühe noch eine halbe Stunde einreduzieren. Besonders geeignet für eine Gemüsebrühe sind

  • Zwiebelschalen,
  • Sellerie,
  • Möhren,
  • Fenchel,
  • Radieschen,
  • Porree,
  • Ingwer,
  • Champignons oder
  • Kohlrabi.

Jüngere Generation ist verschwenderischer

Saure Milch, verschimmelte Zucchini, gammlige Äpfel, die Reste vom Abendessen, die im Biomüll landen, dazu tonnenweise Verderbliches, das Supermärkte und Restaurants entsorgen. Einer Studie der Bundesregierung zufolge ist das Problembewusstsein ausgeprägt: 96 Prozent der Befragten glauben, dass auch Essen im Müll landet, das noch genießbar gewesen wäre. Dabei entsorgen Jüngere öfter Essbares als die älteren Generationen.

92 Prozent der Deutschen im Alter von 21 bis 51 Jahren werfen Essen weg, knapp vier von zehn tun das sogar einmal die Woche. Dagegen wirft ein Drittel der Menschen, die vor 1945 geboren wurden, nach eigenen Angaben Lebensmittel nie in den Müll. In der Nachkriegs-Generation bis Jahrgang 1954 sind es rund 27 Prozent. Wer mit Entbehrungen aufgewachsen ist, hat offensichtlich ein anderes Verhältnis zum Essen als Generationen, für die Überfluss normal ist.

Weltweit landet ein Drittel der produzierten Nahrung nicht auf den Tellern – dabei haben den Vereinten Nationen zufolge 795 Millionen Menschen nicht genug zu essen. Dass Lebensmittel nicht effizient verbraucht werden, ist nicht nur ein ethisches Problem. Arbeitskraft, Boden, Wasser und andere knappe Ressourcen werden verschwendet.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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