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Grüne Woche 2018: So soll sich unser Essen ändern

Grüne Woche 2018  

Weniger Dickmacher, mehr Tierschutz: So soll sich unser Essen ändern

18.01.2018, 11:07 Uhr | Sascha Meyer, dpa

Grüne Woche 2018: So soll sich unser Essen ändern. Grüne Woche: Die diesjährige Grüne Woche findet vom 19. bis 28. Januar 2018 in Berlin statt. (Quelle: dpa/Wolfgang Kumm)

Grüne Woche: Die diesjährige Grüne Woche findet vom 19. bis 28. Januar 2018 in Berlin statt. (Quelle: Wolfgang Kumm/dpa)

Wie Lebensmittel produziert werden, ist umstritten – es geht um mehr Umwelt- und Verbraucherschutz und die Ernährung der Welt. Passend, dass die Grüne Woche 2018 in die Phase der Regierungsfindung fällt.

Schmeckt's? Wenn es ums Essen geht, zählt für viele Menschen inzwischen mehr als das Aroma. Supermarktkunden achten bei Fleisch und Wurst darauf, dass Tiere unter besseren Bedingungen gelebt haben. Doch wie erkennen sie das sicher und sind sie bereit, dafür etwas mehr zu zahlen?

Zur internationalen Ernährungsmesse Grüne Woche, die am Freitag, 19. Januar, in Berlin beginnt, kocht die Debatte über die Ausrichtung der Landwirtschaft wieder hoch. "Essen ist politisch", lautet auch das Motto einer Demonstration am Rande des Branchentreffs. Und Kritiker warten auf die künftige Bundesregierung. "Es ist viel zu tun", sagt der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller.

"Tierwohl-Label" soll kommen

Vor einem Jahr präsentierte Agrarminister Christian Schmidt (CSU) bei der Grünen Woche stolz das Modell eines Logos, das höhere Standards garantieren soll – zum Beispiel mehr Platz für Schweine im Stall. Doch bis zur Bundestagswahl wurde nichts mehr daraus. In einer neuen Regierung wollen Union und SPD das "Tierwohl-Label" für Fleisch nun endlich an den Start bringen – zunächst freiwillig für Landwirte, die Investitionen auch honoriert bekommen sollen.

Der Bauernverband mahnt, einen schon funktionierenden Tierwohl-Fonds der Branche dabei nicht zu gefährden. Kritiker wie die Verbraucherorganisation Foodwatch sehen in dem Label nur eine "Pseudo-Lösung", die gesetzliche Verbesserungen der gesamten Tierhaltung eher verhindere.

Weniger Dickmacher im Essen

Seit langem wird überlegt, wie eine gesündere Ernährung leichter gemacht werden kann. Verbraucherschützer trommeln mit Blick auf Koalitionsverhandlungen wieder für eine "Nährwert-Ampel", wie sie auch im SPD-Wahlprogramm steht – also eine Kennzeichnung, die in den Farben Rot, Gelb und Grün den Gehalt an Fett, Zucker und Salz anzeigt.

Die deutsche Lebensmittelbranche hält gelinde gesagt nichts davon. Das gilt auch für Vorgaben für neue Rezepte, damit in Tiefkühlpizza oder Müsli weniger Dickmacher stecken. Die Politik solle den Firmen "in Gottes Namen die Möglichkeit lassen, selber produktinnovativ zu sein", warnt die Bundesvereinigung der Ernährungsindustrie.

Ziel: Unkrautbekämpfung ohne Chemie

Zu einem Symbol im Ringen um die Zukunft der Landwirtschaft ist das umstrittene Unkrautgift Glyphosat geworden, das mit Segen von Agrarminister Schmidt gerade eine frische EU-Zulassung bekommen hat. In den Sondierungen haben sich Union und SPD aber gerade über nationale Schranken geeinigt. Erklärtes Ziel: die Anwendung "so schnell wie möglich grundsätzlich zu beenden".

Die Bio-Branche verlangt von der neuen Regierung deutlich mehr Forschungsgeld für Unkrautbekämpfung ohne Chemie. "Öko-Pflanzenschutz will gelernt sein, ist aber kein Hexenwerk", sagt Biobauer Stefan Palme am Mittwoch auf einem Podium des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft. Auch die Kosten pro Hektar müssten nicht höher sein als bei konventionellen Kollegen.

Regionale Vermarktung statt Massenproduktion

Weltmärkte bestimmen längst, welche Preise Bauern erzielen können – Schwankungen jederzeit möglich. Dass die Branche auch auf Wachstum etwa in China setzt, bringt Kritiker aber auf die Palme – statt Massenproduktion müsse mehr regionale Vermarktung her. Vor der Grünen Woche hat Schmidt wieder mit widerstreitenden Initiativen diskutiert und für einen gemeinsamen Dialog zur Zukunft der Landwirtschaft geworben.

Quelle:
- dpa

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