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Fremdstillen: Darf eine Frau ein fremdes Kind stillen?


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Darf eine Frau ein fremdes Kind stillen?

t-online, Anya Robert

Aktualisiert am 21.10.2016Lesedauer: 3 Min.
Muttermilch ist für ein Baby die beste Nahrung.
Muttermilch ist für ein Baby die beste Nahrung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Die innige Verbundenheit einer Mutter und ihrem Stillkind kann auch Schattenseiten haben: Was, wenn die Mutter krank wird oder dringend weg muss? Kann das Baby problemlos aufs Fläschchen umgestellt werden? Oder sollte eine andere Mutter als Amme einspringen? Ist das moralisch überhaupt "erlaubt"?

Schauspielerin Salma Hayek hat es vorgemacht: Beim Besuch eines Krankenhauses im westafrikanischen Sierra Leone im Jahr 2009 legte sie kurzerhand ein fremdes Kind an. "Der Junge war krank und die Mutter hatte nicht genug Milch", sagte Hayek. Damals erregte sie mit dieser Aktion viel Aufsehen.

Fremdstillen? Der Gedanke löst Entsetzen aus

Ein fremdes Kind stillen? Das könnte sich Luana "niemals niemals niemals vorstellen". Als ihre Schwägerin Medikamente nehmen musste, die ihre Muttermilch blau färbten, durfte sie ihren kleinen Sohn vorübergehend nicht stillen. Die Schwägerin fragte Luana, ob sie das übernehmen könnte. Doch Luana lehnte entsetzt ab. In einem Mütter-Forum fragt sie: "Mich würde einmal interessieren, wie ihr reagieren würdet, wenn eine andere Frau euch fragt, ob ihr ihr Baby stillen könnt."

Die Reaktionen im Forum sind sehr unterschiedlich. Eine Frau könnte sich nicht einmal vorstellen, ihre abgepumpte Muttermilch einem anderen Kind aus dem Fläschchen zu füttern, geschweige denn, dieses Kind zu stillen. Userin Yvonne würde auch kein fremdes Kind an die Brust legen, schreibt aber: "Früher scheint das sogar normal gewesen zu sein. Meine Oma verkaufte ihre Milch sogar an Frauen, die nicht stillen konnten." Andere Frauen reagieren gelassener: "Warum nicht? Besser als Kuhmilch!" Oder: "Ich habe das sogar schon gemacht, aber es war irgendwie komisch."

Dann gibt es schließlich auch noch die eigenwilligen Kinder: "Mein Sohn hat sich schlicht geweigert, aus einer Flasche zu trinken, egal, was wir versucht haben", erzählt Anja. "Ich war quasi gezwungen zu stillen, auch als ich mit hohem Fieber und Grippe im Bett lag. Ich hätte es beruhigend gefunden zu wissen, dass im Notfall meine Freundin einspringen kann. Zum Glück konnte ich trotz Grippe weiter stillen. Mein Mann hat mir das Baby immer ans Bett gebracht."

Stillen ist auch ein kulturelles Thema

Was uns so seltsam erscheint, ist andernorts völlig normal. In der Mongolei beispielsweise wird die weibliche Brust eher als Allgemeingut betrachtet. Ist die Mutter eines Kindes gerade nicht greifbar, dann stillt eben die Großmutter oder auch eine Nachbarin das Kind. Eine mongolische Legende besagt, dass Dschingis Khan nur durch die reichlich genossene Muttermilch ein so großer Krieger werden konnte.

Das sagt die Stillberaterin

Stillberaterin Biggi Welter von der "La Leche Liga" meint dazu: "Das Ammenstillen war in vergangenen Zeiten eine gängige Praxis und hat sicher vielen Babys das Leben gerettet, als es noch keine hochwertige künstliche Säuglingsnahrung gab. Auch heute noch listet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gespendete Frauenmilch vor künstlicher Säuglingsnahrung auf, wenn es um die optimale Ernährung eines Babys geht."

Es gebe einige Dinge zu bedenken, sagt Welter. "Die Mutter muss ganz sicher sein, dass sie es emotional verkraftet, dass eine andere Frau das Baby stillt. Es mag rational betrachtet absolut unproblematisch sein, doch die Psyche einer Mutter spielt eine große Rolle und unsere Gefühle sind nicht vom Verstand steuerbar."

Es gibt einige wenige Risiken

Ein weiterer Punkt: Das Baby müsste beim Fremdstillen mitspielen. Nicht jedes Kind lässt sich von einer "Amme" stillen. Zudem gebe es einige seltene Krankheiten, die auch beim Stillen übertragen werden könnten, so Stillberaterin Welter. Dazu gehörten das Zytomgalie-Virus (CMV), der eine normalerweise harmlos verlaufende Infektion auslöst. Zytomegalie ist hauptsächlich für ungeborene Babys gefährlich. Aber auch HIV kann beim Stillen übertragen werden, ebenso wie HTLV-1 (Humanes T-Zell-Leukämie-Virus). "Aus diesem Grund wird Spendermilch für ein fremdes Baby in den Milchbanken pasteurisiert", so Welter.

Fazit: Wenn sich alle Beteiligten einig sind und das Baby mitspielt, kann zum Beispiel eine Freundin oder Verwandte durchaus mit ihrer Muttermilch aushelfen. Die Weltgesundheitsorganisation bewertet fremde Muttermilch höher als künstliche Babynahrung. Aber die eigene Einstellung einer Mutter spielt die entscheidende Rolle.

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