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Liste: Diese Lebensmittel sind in der Schwangerschaft verboten

Sensibler Speiseplan für zwei  

Erlaubte und verbotene Lebensmittel in der Schwangerschaft

09.10.2018, 15:00 Uhr | dpa-tmn, cch

Liste: Diese Lebensmittel sind in der Schwangerschaft verboten. Schwangere: Süßigkeiten sollten in der Schwangerschaft nur in Maßen gegessen werden. (Quelle: Getty Images/diignat)

Schwangere: Süßigkeiten sollten in der Schwangerschaft nur in Maßen gegessen werden. (Quelle: diignat/Getty Images)

Darf ich in der Schwangerschaft keinen Kaffee mehr trinken? Was muss ich essen, um genug Folsäure aufzunehmen? Die Vielzahl von Ratschlägen zur richtigen Ernährung in der Schwangerschaft kann Frauen verunsichern. Unsere Tabelle der erlaubten und verbotenen Lebensmittel in der Schwangerschaft bietet einen schnellen Überblick.

Für Schwangere gibt es ständig neue Empfehlungen zur Ernährung, die sich teilweise widersprechen. Ein zu stark eingeschränkter Speiseplan ist laut Experten eher kontraproduktiv. Schließlich müssen die werdende Mutter und ihr Baby alle wichtigen Nährstoffe bekommen. ​Schwangere sollten sich ausgewogen und abwechslungsreich ernähren. Die Unterschiede zu einer normalen, gesunden Mischkost sind gar nicht so groß:

Liste für Lebensmittel in der Schwangerschaft

erlaubte Lebensmittelmit Vorsicht zu genießenverbotene Lebensmittel
reichlich frisches Obst und Gemüserohes Obst und Gemüse waschenvorgeschnittene, abgepackte Salate und Früchte, rohe Sprossen
Fleisch und Fisch gekocht oder gebratenInnereien, Schwertfisch, Merlin rohes Fleisch und roher Fisch, z.B. Tartar, Sushi, Salami, roher Schinken, Räucherlachs, Mettwurst
Pasteurisierte Milch, Milchprodukte, Eier und Eierspeisen
Rohmilchkäse, schon fertig geriebener Käse, nicht pasteurisierte Milch, rohes Ei (z.B. in Tiramisu), unbehandelte Frischmilch
kalt gepresste Pflanzenöle, z.B. OlivenölSahne, Schmalz
Fertigprodukte und Fastfood, Süßigkeiten
Wasser, ungesüßter Tee, verdünnte FruchtsäfteKaffee, Softdrinks, chininhaltige Limonaden (z.B. Bitter Lemon)alkoholische Getränke

Obst und Gemüse

Schwangere sollten reichlich frisches Obst und Gemüse essen. Sie liefern wichtige Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien. In der Schwangerschaft ist Folsäure (Vitamin B9) besonders wichtig. Folsäurelieferanten sind zum Beispiel

  • Kohl,
  • Brokkoli,
  • Spinat,
  • Spargel,
  • Hülsenfrüchte,
  • Vollkornbrot und
  • rote Beete.

Zwar gibt es den Rat, Hülsenfrüchte und Lauchgewächse wie Zwiebeln zu meiden, weil sie schwer verdaulich sind und Blähungen oder Übelkeit auslösen können. Wer sie verträgt, könne laut Experten aber ruhig zugreifen.

Verbote gibt es nur bei Produktwahl und Zubereitung. Das gilt zum Beispiel für abgepackte Fertigsalate, vorgeschnittene Früchte und nicht erhitzte Sprossen. Sie können mit Keimen belastet sein, die dem Baby schaden. Außerdem sollten Schwangere rohes Obst und Gemüse nie ungewaschen verzehren.

Fleisch und Fisch

Fleisch und Fisch enthalten Proteine und versorgen Schwangere außerdem mit Eisen und Jod.

Aber: Alle Produkte, die roh sind, nicht ausreichend erhitzt oder nur kaltgeräuchert wurden, sind in der Schwangerschaft tabu. Dazu zählen rohes Fleisch, Tatar und Sushi, sowie Räucherlachs und Rohwurstwaren wie Salami. "Diese Lebensmittel können mit gefährlichen Keimen kontaminiert sein, die zu Erkrankungen, Wehen und Fehlgeburten führen können", sagt Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. Erreger von Listeriose und Toxoplasmose können auf die Plazenta und das ungeborene Baby übergehen.

Außerdem sollten stark mit Quecksilber belastete Fischsorten wie Schwertfisch, Thunfisch oder Merlin nur selten auf den Teller kommen. Auch Innereien wie Leber können Schadstoffe wie Schwermetalle enthalten.

Milchprodukte und Eier

Milchprodukte decken am besten den erhöhten Bedarf an Kalzium. Eier und Eierspeisen versorgen den Körper unter anderem mit Eisen und Folsäure. Aber auch hier gilt: Nicht roh essen! Nicht pasteurisierte Milchprodukte wie Rohmilch-Camembert oder Gorgonzola können mit Krankheitserregern belastet sein. Das gilt auch für Speisen mit rohem oder halbgarem Ei, zum Beispiel Tiramisu, Softeis oder Mayonnaise. Unter anderem Toxoplasmen, Listerien und Salmonellen können dem Ungeborenen schaden. Schwangere sollten Eier nur verzehren, wenn Eigelb und -weiß durch Erhitzung fest sind.

Schwangerschaftskalender: So entwickelt sich das Ungeborene von der 1. bis 40. SSW

Fertigprodukte und Fastfood

Experten halten Fertigprodukte und Fastfood in der Schwangerschaft für problematisch. Das gilt besonders, wenn sie künstliche Zusätze wie Geschmacksverstärker, Zuckersatzstoffe oder Farbstoffe enthalten. Sie belasten den Organismus der Mutter und können beim ungeborenen Kind das Allergierisiko erhöhen.

Ein weiterer Aspekt: Auch Schwangere müssen auf ihr Gewicht achten. "Übergewicht kann zu Krankheitsbildern wie Bluthochdruck führen. Außerdem kommt es bei überernährten Babys häufiger zu Komplikationen wie einer Frühgeburt", erklärt Albring.

Getränke in der Schwangerschaft

Zwei bis drei Liter Flüssigkeit am Tag sind während der Schwangerschaft nötig, größtenteils Wasser und ungesüßte Getränke. "Oberste Priorität hat der Verzicht auf Alkohol, da dieser das zentrale Nervensystem des Ungeborenen nachweislich stark schädigt", warnt Margret Morlo vom Verband für Ernährung und Diätetik.

Chininhaltige Getränke wie Bitter Lemon können in großer Menge Wehen anregen und sollten zurückhaltend genossen werden. Das gilt auch für Koffein. Kaffee und Co. sind in der Schwangerschaft nicht gänzlich verboten. Denn bis zu drei Tassen pro Tag werden als unbedenklich angesehen, erklärt das Netzwerk Gesund ins Leben, ein Zusammenschluss unter anderem von Frauen- und Kinderärzten sowie Hebammen. So zeigen Studien beim Konsum von bis zu drei Tassen während der Schwangerschaft keine nachteiligen Wirkungen auf Mutter oder Kind. Auf hohe Koffeinmengen, wie sie in Energydrinks enthalten sind, sollten Schwangere aber besser verzichten.

Gewürze und Kräuter

Manche Kräuter und Gewürze stehen im Verdacht, wehefördernd zu sein und so unter Umständen zu einer Frühgeburt führen zu können. Allerdings nur in großen Mengen. In normalen Mengen sind Petersilie, Zimt, Ingwer und Co. für das Baby nicht schädlich.

Für die Ernährung in der Schwangerschaft gilt

Reichlich:
 kalorienfreie Getränke und pflanzliche Lebensmittel (Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte)

Mäßig: tierische Lebensmittel (Milch und Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Eier)

Sparsam: Süßigkeiten, Snacks, zuckerhaltige Getränke, Fett mit hohem Anteil gesättigter Fettsäuren

Vegetarische und vegane Ernährung

Grundsätzlich kann eine ausgewogene vegetarische Ernährungsweise, bei der auch Milchprodukte und Eier verzehrt werden, den Bedarf an den meisten Nährstoffen decken. Das Netzwerk Gesund ins Leben empfiehlt Schwangeren zur Absicherung eine gezielte Beratung. Bei einer veganen Ernährung muss die Zufuhr von Nährstoffen, die wichtig, in dieser Ernährungsweise aber nicht enthalten sind, ärztlich überprüft werden und eine individuelle Ernährungsberatung erfolgen. Um einem Nährstoffmangel vorzubeugen, kommen schwangere Veganerinnen nicht darum herum, bestimmte Nährstoffsupplemente einzunehmen.

Allergieprävention durch Ernährung

In der Empfehlung des Netzwerks Gesund ins Leben heißt es: "Schwangere sollen zur Allergieprävention beim Kind keine Lebensmittel aus ihrer Ernährung ausschließen." Das Meiden bestimmter Lebensmittel in der Schwangerschaft habe für eine Allergieprävention keinen Nutzen. Helfen könnte demnach aber der regelmäßige Verzehr von fettreichem Fisch durch die darin enthaltenen langkettigen Omega-3-Fettsäuren.

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