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Diese Urlaubsorte sollten Sie 2020 besser meiden

  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen

Aktualisiert am 24.12.2019Lesedauer: 5 Min.
Matterhorn mit Wasserspiegelung im Stellisee: Der beliebte Berg in der Schweiz wird immer gefĂ€hrlicher fĂŒr Touristen.
Matterhorn mit Wasserspiegelung im Stellisee: Der beliebte Berg in der Schweiz wird immer gefĂ€hrlicher fĂŒr Touristen. (Quelle: imagebroker/imago-images-bilder)
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Die schönsten StrĂ€nde, das beste Essen, die beliebtesten SehenswĂŒrdigkeiten: Normalerweise geben ReisefĂŒhrer Empfehlungen fĂŒr die besten Urlaubsorte. "Fodor's Travel" hingegen rĂ€t von diesen Orten ab.

Das Wichtigste im Überblick


Jedes Jahr erstellt "Fodor's Travel" eine "No-List", um ethische, umweltbezogene oder auch politische Probleme zu zeigen, die vor oder wÀhrend einer Reise bedacht werden sollten.


Diese Urlaubsorte sollten Sie besser meiden

Galapagos-Inseln: Hier soll kĂŒnftig eine besonders hohe Kurtaxe erhoben werden.
Korallenriff: Wegen einer rĂ€tselhaften Krankheit sind die Korallenriffe an der KĂŒste Floridas besonders gefĂ€hrdet.
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Schon in den vergangenen Jahren hat der Verlag eine Liste mit No-Go-Orten herausgegeben. Dazu gehörten Amsterdam, Venedig, Machu Picchu, die thailÀndische Insel Koh Tachai, die griechische Insel Santorin, die schottische Isle of Skye, Easter Island, Dubrovnik und Mallorca.

Auch fĂŒr 2020 hat der ReisefĂŒhrer eine Liste mit Orten erstellt, die verantwortungsbewusste Reisende nicht mehr besuchen sollten. Und dafĂŒr gibt es ganz unterschiedliche GrĂŒnde.

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1. Barcelona, Spanien: Hier gibt es keinen Platz mehr fĂŒr Touristen

In Spaniens wohl beliebtester Großstadt wird der Platz fĂŒr Touristen knapp. Mittlerweile könne keine Straßenerweiterung oder Busumleitung das Problem des Tourismus in der Stadt lösen. Viele touristische Standorte liegen in Wohngebieten, die nicht erweitert werden können – Airbnb hat die Lage der Spanier noch verschlechtert.

Der Tourismus verschlechtert nicht nur die Lage der Einheimischen, sondern zerstört auch die Natur und ĂŒberlastet die Infrastruktur.

2. Big Sur, Kalifornien: illegale Camper und Dreck

Eigentlich war Big Sur in Kalifornien ein abgeschiedenes Gebiet mit einer schönen KĂŒstengegend. Doch 2018 wurde der Highway 1 wieder eröffnet und fĂŒhrt seither viel zu viele Touristen an den Ort. Die Folge sind fehlende öffentliche Toiletten, verschmutzte ParkplĂ€tze und illegales Camping.

3. Angkor Wat, Kambodscha: Abnutzung der Tempel

Der Tempelkomplex Angkor Wat in Kambodscha ist zwar als Weltkulturerbe die beliebteste SehenswĂŒrdigkeit Kambodschas, leidet aber unter seiner eigenen Beliebtheit. Die 900 Jahre alten Tempel werden durch die zahlreichen Besucher buchstĂ€blich abgenutzt.

So kommt es zu rutschigen Stufen und BeschÀdigungen am Tempel. Hinzu kommt die Wasserknappheit in der Region, die durch die vielen Hotels noch verstÀrkt wird.

4. Bali, Indonesien: MĂŒllnotstand und Kurtaxe

Die meistbesuchte Insel Indonesiens hat seit Jahren mit Übertourismus zu kĂ€mpfen. Deshalb ĂŒberlegt die Regierung, eine Kurtaxe von zehn US-Dollar pro Person einzufĂŒhren. 2017 musste in der Region sogar der "MĂŒllnotstand" ausgerufen werden – 3.800 Tonnen MĂŒll sollen demnach tĂ€glich auf der Insel produziert werden.

Hinzu kommt die Wasserverschwendung durch Luxusvillen und GolfplĂ€tze. Das Wasser wĂŒrde eigentlich von den lokalen Landwirten benötigt. Neben den umweltschĂ€dlichen Aspekten kritisiert die Regierung den wenig respektvollen Umgang vieler Touristen mit religiösen oder historischen SehenswĂŒrdigkeiten.

5. Hanoi Train Street, Vietnam: gefÀhrliche Selfies

1902 bauten französische Kolonisten eine Eisenbahn, die durch Hanoi und Hai Phong und durch die nördlichen Provinzen Vietnams fĂŒhrt und bis heute Passagiere und Fracht ĂŒber das Land befördert. In einem Viertel in der Altstadt von Hanoi schlĂ€ngelt sich die Eisenbahnlinie durch ein dicht besiedeltes Viertel und verlĂ€uft hinter HĂ€usern und GeschĂ€ften. Diese Gegend nennt sich "Hanoi Train Street" und ist besonders beliebt bei Touristen. Sie versammeln sich entlang der Strecke und machen Fotos – obwohl die Gleise noch in Betrieb sind.

VerkĂ€ufer versorgen die Touristen mit Snacks und GetrĂ€nken und CafĂ©s sind aufgetaucht und laden zum Verweilen ein. Vor kurzem musste ein Zug einen Nothalt einlegen, um die Touristen nicht zu treffen und wurde schließlich umgeleitet. Als Reaktion darauf hat die Stadtregierung von Hanoi angeordnet, dass alle CafĂ©s entlang der Gleise geschlossen werden sollen. Im Bereich wurden neue Schilder angebracht, die Passanten warnen, keine Fotos oder Videos in der NĂ€he der Gleise aufzunehmen.

6. Matterhorn, Schweiz: der tödliche Berg

Sieben Bergsteiger des berĂŒchtigten Schweizer Gipfels kamen 2019 ums Leben, als sie den Matterhorn besteigen wollten. 2018 hat der Berg elf Menschen das Leben gekostet. "Der Berg ist zu instabil und daher zu gefĂ€hrlich geworden, um eine Touristenattraktion zu sein, die tĂ€glich von vielen Menschen erklommen wird", sagte ein FĂŒhrer gegenĂŒber dem ZĂŒrcher Tages-Anzeiger.

Und es sieht nicht so aus, als wĂ€re Erleichterung in Sicht. Laut dem Geologen Hans-Rudolf Keusen vom Schweizerischen Alpenverein sind die warmen Bedingungen und das Auftauen des Permafrosts in großen Höhen aufgrund der Klimakrise mit ziemlicher Sicherheit eine Ursache fĂŒr den Anstieg von SteinschlĂ€gen und Lawinen.

7. Korallenriffe, Florida: Krankheit zerstört das Riffgebiet

Eine unbekannte Krankheit breitet sich derzeit in den Korallen des Florida Keys National Marine Sanctuary aus. Die "Steinkorallengewebeverlust-Krankheit" zerstört etwa 66 bis 100 Prozent der Korallen und hat sich seit 2014 ĂŒber 150 Quadratkilometer ausgebreitet.

Und es breitet sich weiter aus: Das erste Mal gesehen in Puerto Morelos, sĂŒdlich von CancĂșn, erreichte es im Oktober 2018 die Riffe von Cozumel. Deshalb sollten Sie, sofern Sie dort trotzdem Urlaub machen möchten, einige Schutzmaßnahmen fĂŒr die Korallen ergreifen: Verringern Sie die Verschmutzung durch benzinbetriebene Boote, verwenden Sie Bojen, um eine Verankerung an Korallen zu vermeiden und tragen Sie immer korallenriffsichere Sonnencreme. Achten Sie beim Tauchen auf die richtige Riffetikette und reinigen und pflegen Sie Ihre AusrĂŒstung ordnungsgemĂ€ĂŸ, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

8. GalapĂĄgos-Inseln, Ecuador: EinfĂŒhrung einer Kurtaxe

Die GalapĂĄgos-Inseln Ecuadors, die von den grĂ¶ĂŸten lebenden Schildkrötenarten bewohnt werden sind einzigartige Ökosysteme, die vom Massentourismus bedroht sind. Deshalb wird dort ĂŒber die Erhöhung oder EinfĂŒhrung neuer GebĂŒhren nachgedacht.

Derzeit zahlen internationale Touristen, die den GalapĂĄgos-Nationalpark besuchen, eine GebĂŒhr von 100 US-Dollar pro Besuch und Ecuadorianer auf dem Festland sechs US-Dollar. Aber diese GebĂŒhr hat sich in 20 Jahren nicht erhöht. Doch seit dem Anstieg der Besucher sind die Beamten besorgt ĂŒber die FragilitĂ€t der Umwelt und haben eine Erhöhung der BesuchsgebĂŒhren vorgeschlagen – eine einmalige GebĂŒhr von 200 US-Dollar fĂŒr diejenigen, die die Inseln besuchen und mindestens drei NĂ€chte auf dem ecuadorianischen Festland verbringen, und eine GebĂŒhr von 400 US-Dollar die Galapagos mit nur ein oder zwei NĂ€chten auf dem Festland zu besuchen. Die genaue Steuer wird bis zum 31. Dezember 2019 festgelegt.

9. Mexiko und Costa Rica: Orte, an denen GetrÀnke gefÀhrlich sind

Alkoholkonsum kann natĂŒrlich ein riskantes Verhalten sein, unabhĂ€ngig davon, wo Sie ihn konsumieren. Bei bestimmten Ereignissen, die in bestimmten Resorts in Mexiko und Mittelamerika auftreten, sind Reisende jedoch eher in Gefahr. In Costa Rica und Mexiko werden beispielsweise TodesfĂ€lle wegen verdorbener Alkoholika untersucht.

Das Gesundheitsministerium von Costa Rica veröffentlichte eine nationale Warnung in Bezug auf mehrere mit Methanol verseuchte Alkoholmarken. In Costa Rica starben in diesem Jahr 25 Menschen und 59 wurden wegen einer Methanolvergiftung in KrankenhÀuser eingeliefert. In Mexiko gibt es seit 2017 immer mehr FÀlle.

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10. Thailand: Elefantenreiten muss aufhören

Es gibt eine Studie ĂŒber die Bedingungen von Elefanten in LĂ€ndern wie Thailand, in denen Elefantenreiten weit verbreitet ist. In den 118 untersuchten ElefantenschauplĂ€tzen fanden die Experten mehr als 1.300 Tiere, die unter schrecklichen Bedingungen litten: junge Wildtiere, getrennt von ihren Familiengruppen, immer wieder mit scharfen Haken und anderen Werkzeugen attackiert, nachts angekettet und ohne ausreichende ErnĂ€hrung. Alles fĂŒr eine 10-minĂŒtige Touristenfahrt oder eine zirkusĂ€hnliche Show, in der Tiere gezwungen wurden, auf ihren Hinterbeinen zu stehen oder mit ihren StĂ€mmen zu jonglieren oder Bilder zu malen.


Die Nachfrage nach Elefantenreiten, insbesondere in Thailand, ist in den letzten Jahren aufgrund des Tourismusanstiegs gestiegen. Ein Verzicht insgesamt wĂŒrde die Nachfrage nach Attraktionen verringern, bei denen Elefanten zum menschlichen VergnĂŒgen ausgenutzt werden.

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