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Klimawandel: Arktis erwärmt sich dreimal schneller als der Rest der Erde


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Arktis erwärmt sich dreimal schneller als der Rest der Erde

Von dpa, afp, MaM

Aktualisiert am 20.05.2021Lesedauer: 3 Min.
Gebrochenes Eis in der Arktis: Die Staaten des Treffens haben sich auf einen Zehn-Jahres-Plan geeinigt.
Gebrochenes Eis in der Arktis: Die Staaten des Treffens haben sich auf einen Zehn-Jahres-Plan geeinigt. (Quelle: David Goldman/AP/dpa-bilder)
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Sie ist die größte Eiswüste der Erde – noch. Denn eine Studie zeigt nun: Keine andere Region der Welt erwärmt sich so rasch wie die Arktis. Das birgt nicht nur klimatische, sondern auch militärische Gefahren.

Die Polarregion hat sich laut einem neuen Bericht seit 1971 dreimal schneller als der Rest des Planeten erwärmt. Zwischen 1971 und 2019 stieg die durchschnittliche Jahrestemperatur in der Arktis um 3,1 Grad Celsius, auf der Erde insgesamt dagegen nur um ein Grad Celsius, wie das Arctic Monitoring and Assessment Programme (Amap) am Donnerstag berichtete.


Die dramatischen Folgen der Klimakrise

Die Erde heizt sich immer weiter auf. Die Veränderungen im globalen Klima haben Auswirkungen auf Menschen, Tieren und Pflanzen. Zehn Bilder zeigen die dramatischen Folgen der Klimakrise.
Eine der sichtbarsten Folgen der Klimakrise ist die Eisschmelze und diese hat wiederum Auswirkungen auf Eisbären. Die Tiere müssen schon jetzt längere Strecken schwimmen, um festes Eis zu finden, von dem aus sie Robben jagen können.
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Jedes Zehntelgrad Erwärmung am Nordpol macht dabei einen großen Unterschied: Die Gefahr, dass das Polareis im Sommer komplett auftaut, ist bei einem Temperaturanstieg um 2 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zehnmal höher als bei einer Erwärmung um 1,5 Grad wie es im Klimaabkommen von Paris 2015 vereinbart wurde.

"Die Arktis ist ein echter Hotspot des Klimawandels", sagte der Glaziologe Jason Box. Die Region verzeichne immer häufiger und länger Warmzeiten im Winter.

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Bewohner bekommen Klimawandel immer stärker zu spüren

Dem Bericht zufolge könnten die Temperaturen in der Arktis bis zum Ende des Jahrhunderts um 3,3 bis 10 Grad im Vergleich zum Durchschnitt im Zeitraum zwischen 1985 und 2014 steigen. Die Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem sind dabei riesig. Auch die vier Millionen Bewohner der Region bekommen die Konsequenzen des Klimawandels immer stärker zu spüren.

Von der Antarktis brach derweil der weltgrößte Eisberg ab. Der riesige Koloss mit dem namens A-76 ist 170 Kilometer lang und 25 Kilometer breit und damit größer als Mallorca, wie die europäische Raumfahrtbehörde ESA meldete. Der Eisberg löste sich vom Ronne-Eisschelf und treibt jetzt durch das Weddell-Meer, wie Satellitenbilder zeigen.

Auf Grundlage der Studie des Amap äußerten sich auch die Mitglieder des Arktischen Rates am Donnerstag zum Klimaschutz für die Antarktis. "Die Klimakrise ist unsere ernsthafteste langfristige Bedrohung", sagte etwa Kanadas Außenminister Marc Garneau vor den Beratungen in der isländischen Hauptstadt Reykjavik. Und auch sein dänischer Amtskollege Jeppe Kofod rief die Anrainer-Staaten zu einem gemeinsamen Bekenntnis für den Klimaschutz auf. "Wir haben die Pflicht, unsere Zusammenarbeit zum Wohle der Menschen, die die Arktis bewohnen, zu stärken", sagte er.

Blinken: Die Arktis "hat die Aufmerksamkeit der Welt ergriffen"

Dem Arktischen Rat gehören Russland, die USA, Kanada, Norwegen, Dänemark, Schweden, Finnland und Island an. Am Donnerstag einigten sich die Anrainer-Staaten zum ersten Mal in der Geschichte des Rats auf einen Zehn-Jahres-Strategieplan, um die Arktis vor dem Abschmelzen zu bewahren.

Gletscher in der Antarktis: Der Klimawandel lässt die Eiswüste immer zugänglicher werden.
Gletscher in der Antarktis: Der Klimawandel lässt die Eiswüste immer zugänglicher werden. (Quelle: Cavan Images/imago-images-bilder)

Doch das Gebiet gewinnt auch strategisch immer mehr an Bedeutung: "Die Arktis als eine Region für strategischen Wettbewerb hat die Aufmerksamkeit der Welt ergriffen", sagte Antony Blinken, der Außenminister der USA. Es müsse "Rechtsstaatlichkeit" sichergestellt werden, damit die Arktis "eine konfliktfreie Region bleibt, in der die Länder verantwortungsvoll handeln", ergänzte er mit Blick auf Russland und China.

Durch die zunehmende Erderwärmung wurde die Arktis in den vergangenen Jahren immer besser erreichbar und eine Ausbeutung der Rohstoffvorkommen realistisch. Wegen der strategischen Lage, der natürlichen Ressourcen und der Schiffsrouten konkurrieren nicht nur die acht Anrainerstaaten, sondern auch China in der Region.

Russland markiert die Antarktis für sich

Russland investierte in den vergangenen Jahren massiv in seine militärische Infrastruktur und in die Gewinnung von Bodenschätzen in der Arktis. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte Anfang der Woche erklärt: "Für jeden ist seit Langem vollkommen klar, dass dies unser Territorium ist, das ist unser Land." Russland sei für die "Sicherheit der Arktischen Küste" verantwortlich.

Russische Militärübungen in der Antarktis: Das Gebiet ist zum Ziel wirtschaftlicher Interessen geworden.
Russische Militärübungen in der Antarktis: Das Gebiet ist zum Ziel wirtschaftlicher Interessen geworden. (Quelle: Denis Kozhevnikov/TASS/imago-images-bilder)
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Eismassen stürzen ins Tal

Blinken hatte daraufhin die zunehmende militärische Aufrüstung am Nordpol kritisiert. "Wir müssen eine Militarisierung der Region verhindern", sagte er. Zuvor hatte er Russland davor gewarnt, die durch den Klimawandel entstehenden Veränderungen in der Arktis "auszunutzen". Moskau spielte den Ball am Donnerstag zurück und warnte Washington seinerseits vor einer Erhöhung der Militärpräsenz. Lawrow erklärte nach dem Arktis-Treffen trotz beiderseitiger Verstärkung des Militärs, er sehe "keinen Konflikt".

Bei einem Gespräch unter vier Augen bemühten sich Blinken und Lawrow bei dem Treffen um eine Annäherung. Lawrow bezeichnete ihr Gespräch anschließend als "konstruktiv". Auch seitens der USA hieß es, das fast zweistündige Gespräch sei "produktiv" verlaufen.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur AFP, dpa
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  • Theresa Crysmann
Von Theresa Crysmann
AntarktisChinaKanadaKlimawandelRusslandSergej LawrowUSA

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