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Spanien wittert Intrige bei Wahl von neuem Eurogruppen-Chef

Neuer Eurogruppen-Chef  

Spanische Ministerin vermutet Wahl-Intrige

10.07.2020, 11:50 Uhr | rtr

Spanien wittert Intrige bei Wahl von neuem Eurogruppen-Chef. Nadia Calvino: Die Wirtschaftsministerin fühlt sich hintergangen bei der Wahl zur Eurogruppen-Chefin. (Quelle: imago images/ Agencia EFE)

Nadia Calvino: Die Wirtschaftsministerin fühlt sich hintergangen bei der Wahl zur Eurogruppen-Chefin. (Quelle: Agencia EFE/imago images)

Für die Wahl zum neuen Euro-Chef fühlt sich Spaniens Wirtschaftsministerin Calvino übergangen. Lange galt sie als Favoritin. Nun macht sie eine Andeutung zu unfairem Verhalten.

Spanien vermutet bei der Wahl des neuen Eurogruppen-Chefs eine Intrige. Die Regierung in Madrid habe eigentlich die notwendigen zehn der 19 Stimmen zusammengehabt, sagte Wirtschaftsministerin Nadia Calvino am Freitag in einem Interview des Radiosenders SER.

Die Sozialdemokratin wäre die erste Frau an der Spitze der Eurogruppe geworden. Sie galt lange als Favoritin, unterlag am Donnerstag aber denkbar knapp im zweiten Wahlgang mit einer Stimme gegen den konservativen irischen Finanzminister Paschal Donohoe. Er muss nun die Geschicke der Euro-Zone koordinieren. "Jemand hat nicht das gemacht, von dem er sagte, was er tun würde." Konkreter wurde die Spanierin nicht.

Donohoe teile nicht die gleichen Werte

Deutschland, Frankreich, Italien und Portugal hatten sich im Vorfeld mehr oder weniger deutlich für Calvino ausgesprochen. Sie habe von Ländern Unterstützung bekommen, die für mehr als 80 Prozent der Bevölkerung und Wirtschaftskraft in der Euro-Zone stünden, sagte die Spanierin. Bei der Abstimmung hatten allerdings alle 19 Euro-Länder nur eine Stimme – Malta war entsprechend genauso einflussreich wie Deutschland.

Donohoe war in der Vergangenheit ein Kritiker steigender Staatsausgaben und Defizite. Er ist außerdem gegen eine europaweite Digitalsteuer, für die beispielsweise Frankreich und Spanien eintreten. Calvino sagte, Irland teile nicht ihre Vision für Europa. Donohoe ist für zweieinhalb Jahre bis Ende 2022 gewählt. Der 45-Jährige ist seit Mitte 2017 Finanzminister seines Landes.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur Reuters

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