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Boris Johnson: Hohe Wahrscheinlichkeit für No-Deal-Brexit


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Johnson stellt Briten auf Scheitern der Brexit-Gespräche ein

Von afp, rtr, pdi

Aktualisiert am 10.12.2020Lesedauer: 2 Min.
Boris Johnson in London: Der britische Premierminister hält eine Einigung mit der EU für unwahrscheinlich.
Boris Johnson in London: Der britische Premierminister hält eine Einigung mit der EU für unwahrscheinlich. (Quelle: dpa-bilder)
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Nach dem Brexit-Dinner geht Premier Johnson pessimistisch in den Endspurt der Verhandlungen um ein Handelsabkommen. Im Fernsehen fordert er die Briten auf, sich auf ein Scheitern der Gespräche einzustellen.

Der britische Premierminister Boris Johnson hat die Bevölkerung aufgefordert, sich auf ein Scheitern der Gespräche mit der EU über ein Handelsabkommen nach dem Brexit einzustellen. "Ich denke, wir müssen uns sehr, sehr klar darüber sein, dass es nun eine hohe Wahrscheinlichkeit – eine hohe Wahrscheinlichkeit – gibt, dass wir eine Lösung haben werden, die eher der australischen Beziehung mit der EU entspricht als der kanadischen", sagte Johnson am Donnerstagabend nach einer Kabinettssitzung in London.

Mit der "australischen Option" meint Johnson eine Handelsbeziehung ohne gemeinsamen Vertrag, so dass zwischen Großbritannien und den EU-Staaten Zölle nach den Regeln der Welthandelsorganisation WTO fällig würden. Am Mittwochabend hatte ein mehrstündiges Treffen Johnsons mit EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen in Brüssel nicht den erhofften Durchbruch gebracht: Beide Seiten stellten weiterhin große Differenzen zwischen ihren Positionen fest. Bis Sonntagabend sollen die Unterhändler beider Seiten aber versuchen, doch noch einen Kompromiss zu finden.

Johnson will überall "hingehen"

Die Verhandler würden die "Extrameile" gehen und es noch einmal versuchen, sagte Johnson am Abend. Der konservative Regierungschef fügte hinzu: "Und ich werde nach Brüssel gehen, ich werde nach Paris gehen, ich werde nach Berlin gehen, ich werde wo auch immer hingehen, um einen Deal nach Hause zu bringen." Damit spielte er auf mögliche Gespräche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel oder Frankreichs Präsident Emmanuel Macron an.

Großbritannien hat die EU Ende Januar verlassen. Zum Jahreswechsel endet die Brexit-Übergangsfrist und Großbritannien scheidet aus dem Binnenmarkt und der Zollunion aus.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen Reuters und AFP
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