Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Terrorismus >

Atomkraftwerk-Wachmann in Belgien erschossen

Mann bei Charleroi erschossen  

Keine Verbindung zu Terror nach Tod eines Wachmanns

26.03.2016, 15:09 Uhr | rtr, t-online.de, dpa, AFP

Atomkraftwerk-Wachmann in Belgien erschossen. Das Atomkraftwerk Tihange in Belgien. (Quelle: dpa)

Das Atomkraftwerk Tihange in Belgien. (Quelle: dpa)

Durch mehrere Schüsse ist in der Nähe von Charleroi am Donnerstag ein Sicherheitsmann erschossen worden. Einen Zusammenhang mit den Terrorattacken von Brüssel und eine mögliche Sicherheitslücke dementierte die Staatsanwaltschaft allerdings. Belgische Medien hatten darüber spekuliert.

Auch die Information, der Dienstausweis des Toten sei gestohlen, wurde dementiert.

Der Mann habe zudem nicht in einem Atomkraftwerk gearbeitet, sondern an einem Institut (Institut national des radioéléments) in Fleurus bei Charleroi, das sich mit medizinischen Anwendungen von Radioaktivität befasst.

In seinem Haus getötet

Die belgische Zeitung "La Dernière Heure" hatte gemeldet, der Wachmann sei vor einem Atomkraftwerk erschossen worden. Zudem sei ihm sein Zugangsausweis gestohlen worden.

Belga schrieb, der Mann sei in seinem Haus in Froidchapelle getötet worden. Die Polizei ermittele in zwei Richtungen: Der Tod könne mit einem Einbruch zusammenhängen oder einen privaten Hintergrund haben.

Angeblich Anschlag auf AKW geplant

Charleroi liegt rund 60 Kilometer entfernt vom Atomkraftwerk in Tihange. Das zweite belgische Akw in Doel ist etwa 100 Kilometer entfernt.

"DH" hatte am Donnerstag berichtet, die Selbstmordattentäter vom Flughafen und der U-Bahn-Station in Brüssel hätten ursprünglich einen Anschlag auf eine Atomeinrichtung geplant. Wegen der Festnahme von mutmaßlichen Komplizen seien sie jedoch unter Zeitdruck geraten und hätten sich auf die Ziele in Brüssel konzentriert.

Im Land gilt derzeit die zweithöchste Sicherheitswarnstufe. Immer wieder werden Sorgen laut, Extremisten könnten versuchen, an Nuklearmaterial zu gelangen oder einen Anschlag auf eine Atomeinrichtung zu verüben.

Akw-Personal vorübergehend reduziert

Unmittelbar nach den Explosionen am Dienstag mit mindestens 31 Toten und 270 Verletzten in Brüssel war das Personal in den AKW auf ein Minimum reduziert worden. Laut Lodewijk van Ladel, Sprecher der Atomaufsichtsbehörde AFCN, eine Maßnahme, um die Anlagen schneller evakuieren zu können. Außerdem sollte laut Medienberichten das Risiko minimiert werden, dass gefährliche Personen auf das Gelände gelangen.

Am Mittwoch wurde das Personal an den Standorten Doel und Tihange wieder aufgestockt. Damit war laut Nachrichtenagentur Belga wieder die übliche Belegschaft im Einsatz.

Ermittler hatten bei einer Hausdurchsuchung in der belgischen Hauptstadt nach der Terrorserie in Paris im November 2015 ein verdächtiges Video gefunden. Darauf war der Direktor des Zentrums für Nuklearenergie im belgischen Mol zu sehen. Es umfasste zehn Stunden und dokumentierte den Tagesablauf des Mannes.

Obwohl der Forscher nicht direkt mit einem Atomkraftwerk in Verbindung stehe, sei die Existenz dieses Videos "ziemlich heftig", sagte der Sprecher.

Anti-Terror-Koordinator: Hacker-Attacke auf AKW realistisch

Auch der Anti-Terror-Beauftragte der Europäischen Union, Gilles de Kerchove, hält einen Angriff auf belgische Atomanlagen für realistisch. "Ich wäre nicht überrascht, wenn in den nächsten fünf Jahren das Internet genutzt würde, um einen Angriff zu verüben", sagte de Kerchove der belgischen Zeitung "La Libre Belgique".

Durch einen Hacker-Angriff könnten Attentäter laut dem EU-Koordinator die Kontrolle über die Schaltzentrale eines Atomkraftwerks übernehmen. Auch sei ein Angriff auf ein Kontrollzentrum für den Flugverkehr oder eine Schaltanlage für den Schienenverkehr denkbar.

Die Cyber-Abwehr des belgischen Verteidigungsministeriums schätzte de Kerchove als "recht gut" ein. Zwar seien die USA, Großbritannien und Frankreich besser aufgestellt. "Aber ich denke, im Falle eines Angriffs ist unser Verteidigungsministerium recht gut", sagte der Belgier.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Dschungel-Look: exotisches Flair für Ihre 4 Wände
jetzt auf otto.de
Anzeige
Was Ihr Partner für die Bau- finanzierung können muss
Kostenlose Beratung bei Interhyp
myToysbonprix.deOTTOUlla PopkenHappy SizeLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal