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Proteste im Gazastreifen: Israelischer Soldat stirbt bei Anschlag im Westjordanland

Proteste im Gazastreifen  

Israelischer Soldat stirbt bei Anschlag im Westjordanland

17.03.2019, 16:15 Uhr | dpa

Proteste im Gazastreifen: Israelischer Soldat stirbt bei Anschlag im Westjordanland. Israelische Soldaten und Polizisten tragen die Leiche eines Israelis vom Ort des Angriffs in der Nähe der jüdischen Siedlung Ariel im Westjordanland.

Israelische Soldaten und Polizisten tragen die Leiche eines Israelis vom Ort des Angriffs in der Nähe der jüdischen Siedlung Ariel im Westjordanland. Foto: Sebastian Scheiner/AP. (Quelle: dpa)

Tel Aviv (dpa) - Bei einem Anschlag im Westjordanland sind ein Israeli getötet und zwei weitere schwer verletzt worden. Ein palästinensischer Attentäter habe an einer Kreuzung nahe der Siedlerstadt Ariel einen Soldaten mit einem Messer angegriffen, sagte ein israelischer Militärsprecher.

Es sei ihm gelungen, dem Soldaten sein Sturmgewehr abzunehmen. "Der Angreifer schoss damit auf mehrere vorbeifahrende Fahrzeuge", sagte Armeesprecher Jonathan Conricus.

In einem Auto sei ein Zivilist getroffen worden. Der Angreifer habe einen anderen Wagen genommen und sei damit in Richtung Westen gefahren. An einer anderen Kreuzung habe er erneut das Feuer eröffnet und einen anderen israelischen Soldaten verletzt. Von dort aus sei der Täter in ein palästinensisches Dorf geflüchtet.

"Spezialtruppen sind im Einsatz, um ihn zu fassen", sagte der Sprecher. Es sei noch unklar, ob der Attentäter einer bestimmten Organisation angehörte und ob er Helfershelfer hatte. Nach Angaben des Rettungsdienstes Zaka starb eines der drei Opfer an seinen Verletzungen.

Die im Gazastreifen herrschende Hamas lobte den Anschlag als "mutigen Einsatz" und "Reaktion auf die Verbrechen der israelischen Besatzungsmacht".

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sprach bei einer Kabinettssitzung in Jerusalem von Terroristen, nach denen man an zwei Orten im Bereich Ariel suche. "Ich bin sicher, dass man sie fassen und zur Rechenschaft ziehen wird."

Netanjahu sagte zudem, Israel sehe einen Raketenangriff aus dem Gazastreifen auf Tel Aviv am Donnerstagabend als sehr schwerwiegend an. Die im Gazastreifen herrschende Hamas trage die Verantwortung für alle Angriffe aus dem Palästinensergebiet, "ob sie absichtlich oder versehentlich geschehen". Er habe daher Luftangriffe auf Hundert Hamas-Ziele in der Nacht zum Freitag angeordnet. Notfalls werde man solche Angriffe verschärfen, um Israels Bürgern Ruhe zu gewährleisten, warnte Netanjahu.

Aus dem Gazastreifen gab es unterdessen am Sonntag Berichte über Massenverhaftungen von Teilnehmern an Protesten gegen die harten Lebensbedingungen in dem Küstenstreifen. Die Hamas-Polizei habe die Häuser von Aktivisten gestürmt und Dutzende festgenommen, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Maan.

Aus Kreisen der mit der Hamas rivalisierenden Fatah war sogar die Rede von Hunderten Festnahmen in den vergangenen drei Tagen. Bei verschiedenen Kundgebungen im Gazastreifen hatten Hunderte wütende Palästinenser gegen die Preise und Lebenshaltungskosten protestiert.

Der UN-Gesandte Nikolay Mladenov schrieb am Sonntag bei Twitter, er verurteile das gewaltsame Vorgehen der Hamas "gegen Protestierende, Frauen, Kinder, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten".

Die Hamas hatte 2007 mit Gewalt die alleinige Kontrolle im Gazastreifen an sich gerissen. Sie wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft. Israel hat vor mehr als zehn Jahren eine Blockade über das Küstengebiet verhängt, die von Ägypten mitgetragen wird. Im Gazastreifen leben rund zwei Millionen Menschen unter schwierigen Bedingungen. Es mangelt unter anderem an Trinkwasser und Strom. Die Proteste richten sich auch gegen von der Hamas verhängte Steuern, etwa auf Lebensmittel, Zigaretten und Kleidung.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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