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Ein Toter und Verletzte bei Selbstmordattentaten in Tunis

Von dpa
Aktualisiert am 27.06.2019Lesedauer: 3 Min.
Zerstörtes Auto in Tunis: In der tunesischen Hauptstadt haben sich zwei SelbstmordattentÀter in die Luft gesprengt.
Zerstörtes Auto in Tunis: In der tunesischen Hauptstadt haben sich zwei SelbstmordattentÀter in die Luft gesprengt. (Quelle: Adele Ezzine/XinHua/dpa-bilder)
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Terrorangriff in Tunis: Bei zwei Explosionen in der tunesischen Hauptstadt sind ein Polizist getötet und mehrere verletzt worden. Die AttentÀter hatten es auf SicherheitskrÀfte abgesehen.

Im Stadtzentrum der tunesischen Hauptstadt Tunis sind bei zwei kurz aufeinander folgenden Explosionen mindestens zwei Menschen getötet und acht weitere verletzt worden. Ein Polizist starb im Krankenhaus an seinen Verletzungen, nachdem sich ein SelbstmordattentÀter nahe der französischen Botschaft und der historischen Altstadt in die Luft gesprengt hatte, teilte das Innenministerium in Tunis am Donnerstag mit. Kurz darauf gab es auch eine Explosion vor einer Polizeistation im Stadtzentrum.

Die Angriffe galten offenbar gezielt SicherheitskrĂ€ften. Wie das Innenministerium mitteilte, sprengte sich der erste AttentĂ€ter direkt neben einem Polizeiwagen in die Luft, der an einer Ecke der zentralen Prachtstraße, der Avenue Habib Bourguiba, von Tunis geparkt war. Fotos vom Anschlagsort zeigten einen demolierten Wagen und Leichenteile des mutmaßlichen Angreifers. Der Innenstadtbereich wurde weitrĂ€umig abgesperrt.

Terrormiliz IS reklamiert Tat fĂŒr sich

Kurz darauf gab es eine weitere Explosion im Stadtteil Al-Gorjani an einer Polizeistation. Hier ist eine spezielle Anti-Terror-Einheit der tunesischen SicherheitskrÀfte untergebracht. Nach offiziellen Angaben wurden dabei vier Polizisten verletzt. Ob der AttentÀter bei dem Angriff ums Leben kam oder fliehen konnte war zunÀchst nicht klar.

Am Abend reklamierte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) den Anschlag fĂŒr sich. Die beiden Angreifer seien IS-KĂ€mpfer gewesen, hieß es in einer im Internet verbreiteten Mitteilung des IS-Sprachrohrs Amak. Der IS hatte bereits in der Vergangenheit mehrere AnschlĂ€ge in dem nordafrikanischen Land fĂŒr sich reklamiert.

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Viele Tunesier hatten sich in den vergangenen Jahren dem IS in Syrien, dem Irak und Libyen angeschlossen. Im Grenzgebiet zu Libyen und zu Algerien kam es immer wieder zu Angriffen auf SicherheitskrÀfte. Auch der AttentÀter auf den Berliner Weihnachtsmarkt, Anis Amri, stammte aus einem kleinen Dorf in Tunesien und bekannte sich zum IS.

Regierungschef: "Krieg gegen die Terroristen"

Tunesiens Regierungschef Youssef Chahed kĂŒndigte am Anschlagsort vor Reportern einen "Krieg gegen die Terroristen" an. Die AnschlĂ€ge zielten darauf, Verwirrung zu stiften und dem Land zu Beginn der Urlaubssaison und vor den anstehenden Parlaments- und PrĂ€sidentschaftswahlen zu schaden. Auch Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron verurteilte die AnschlĂ€ge scharf. "Frankreich ist in dieser BewĂ€hrungsprobe an der Seite des tunesischen Volkes", teilte der 41-JĂ€hrige via Twitter mit.

Bereits in der Nacht zum Donnerstag hatte es auch im SĂŒden von Tunesien einen weiteren Zwischenfall gegeben. Mehrere "Terroristen" griffen nach Angaben des Verteidigungsministeriums gegen 3:30 Uhr tunesische Soldaten an, die an einer Funkstation stationiert waren. Es habe einen Schusswechsel gegeben, bei dem niemand verletzt worden sei.

Seit 2015 gab es mehrere schwere AnschlÀge

Das nordafrikanische Urlaubsland war im Jahr 2015 von schweren AnschlĂ€gen getroffen worden. Damals töten AttentĂ€ter bei zwei Attacken auf einen Hotelstrand und das international berĂŒhmte Bardo-Museum mehr als 50 Menschen. Die AnschlĂ€ge trafen das Mittelmeerland stark, das auf die Einnahmen aus dem Tourismus angewiesen ist.

Erst im vergangenen Jahr stiegen die Besucherzahlen wieder merklich an, die Sicherheitslage verbesserte sich, bis sich im Oktober eine AttentÀterin ebenfalls im Zentrum von Tunis in die Luft sprengte und mehr als 20 Personen, darunter zahlreiche Polizisten, verletzte.


Das Land hat nach dem sogenannten Arabischen FrĂŒhling zahlreiche demokratische Reformen eingeleitet, kĂ€mpft aber weiterhin mit großen wirtschaftlichen Problemen. Ein Großteil der Bevölkerung ist unzufrieden mit der aktuellen Situation. RegelmĂ€ĂŸig kommt es zu Demonstrationen gegen die Regierung.

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