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Hilfsorganisationen: In Syrien droht ein "Massensterben"

Von dpa
Aktualisiert am 18.03.2020Lesedauer: 2 Min.
Das Shami-Krankenhaus in der Provinz Idlib, nachdem es Ziel von einem Luftangriff war.
Das Shami-Krankenhaus in der Provinz Idlib, nachdem es Ziel von einem Luftangriff war. (Quelle: Anas Alkharboutli/dpa)
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In Syrien fehlt es an medizinischer Versorgung. Wenn dort die Lungenkrankheit Covid-19 ausbricht, erwarten Organisationen verheerende Folgen. Etliche Menschen könnten sterben.

Hilfsorganisationen warnen vor dramatischen Folgen, sollte sich das neuartige Coronavirus unter Vertriebenen im Nordwesten Syriens ausbreiten. "Dann muss man, so brutal sich das anhört, fast schon mit einem Massensterben rechnen", sagte Dirk Hegmanns, Regionaldirektor der Welthungerhilfe für Syrien, der Deutschen Presse-Agentur. "Da die russische Luftwaffe systematisch Klinken zerstört hat, gibt es dort keine Gesundheitsversorgung." So gebe es im gesamten Nordwesten Syriens ganze 50 Beatmungsgeräte.

Die Region um die Stadt Idlib ist das letzte große Rebellengebiet des Bürgerkriegslandes. Seit Dezember sind nach UN-Schätzungen fast eine Million Menschen vor Bombardierungen und den Truppen der Regierung geflohen. Die humanitäre Lage ist Hilfsorganisationen zufolge ohnehin dramatisch. Es fehlt akut an Lebensmitteln, Unterkünften und Heizmaterial. Seit fast zwei Wochen gilt eine Waffenruhe, die die Schutzmächte Russland und Türkei vereinbart hatten.

Lebenswichtige Infrastruktur bombardiert

Moskau unterstützt im Bürgerkrieg die syrische Regierung von Baschar al-Assad. In den vergangenen Monaten wurden mehrfach Krankenhäuser in dem Rebellengebiet getroffen. Aktivisten und Menschenrechtler werfen Russland und Syrien vor, gezielt lebenswichtige Infrastruktur zu bombardieren.

Syrien hat bisher offiziell noch keine Coronavirus-Infektionen gemeldet. Hegmanns erklärte, es lägen auch aus den Regionen unter Kontrolle von Regierungsgegnern keine Zahlen vor.

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Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) warnte, eine Ausbreitung des Coronavirus im Norden Syriens könnte ohne zusätzliche Hilfe zu einer kritischen Lage führen: "Die Erkrankung würde sich sehr schnell ausbreiten, vor allem in Lagern." Klinken und Gesundheitszentren wären von einem Patientenansturm überfordert.

Gefährlich ist es auch für die Migranten an der türkisch-griechischen Grenze. Allein auf der griechischen Insel Lesbos verharren derzeit rund 25.000 Menschen in Lagern. Medizinische Versorgung wird kaum noch gewährleistet, seit viele Helfer aus Angst vor Übergriffen die Insel verlassen haben. Hilfsorganisationen fordern, die überfüllten Lager zu evakuieren.

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  • Camilla Kohrs
Von Camilla Kohrs
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