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Venezuela: Franzosen schützen wohl Oppositionsführer Juan Guaidó

Krise in Venezuela  

Oppositionsführer Guaidó wohl in französischer Botschaft

05.06.2020, 11:03 Uhr | dpa

Venezuela: Franzosen schützen wohl Oppositionsführer Juan Guaidó. Juan Guaidó wird unter anderem von Deutschland als rechtmäßiger Präsident Venezuelas anerkannt. Unter der Führung seines Konkurrenten Maduro leidet das Land seit Jahren unter einer Wirtschaftskrise. (Quelle: Reuters/Manaure Quintero)

Juan Guaidó wird unter anderem von Deutschland als rechtmäßiger Präsident Venezuelas anerkannt. Unter der Führung seines Konkurrenten Maduro leidet das Land seit Jahren unter einer Wirtschaftskrise. (Quelle: Manaure Quintero/Reuters)

Frankreich schützt den venezolanischen Oppositionsführer Juan Guaidó in seiner Botschaft in Caracas. Das behauptet zumindest Außenminister Jorge Arreaza, der daran scharfe Kritik äußert. 

Der venezolanische Oppositionsführer Juan Guaidó hat nach Angaben des Außenministers des südamerikanischen Landes offenbar Zuflucht in der französischen Botschaft in Caracas gesucht. Er hoffe, dass ausländische Regierungen "ihre Meinung ändern und diejenigen ausliefern, die der venezolanischen Justiz entgehen wollen", sagte Außenminister Jorge Arreaza am Donnerstag in einem Radiointerview. Wenige Tage zuvor hatte Präsident Nicolás Maduro angedeutet, dass sein Rivale Guaidó sich in einer diplomatischen Vertretung "versteckt" halte.

"Wir können die Räumlichkeiten der Botschaft eines Landes auf keinen Fall betreten", sagte Arreaza weiter und fügte hinzu, dass eine gewaltsame Ingewahrsamnahme daher "nicht möglich ist". Er bezog sich neben der französischen Botschaft auch auf die spanische, in der ein weiterer führender Oppositionspolitiker seit mehr als einem Jahr Zuflucht vor der Regierung sucht.

Arreaza greift Portugal und Spanien an

"Es ist eine Schande für die spanische Diplomatie, es ist eine Schande für die französische Diplomatie, was geschehen ist, und es wird sehr, sehr bald seinen Tribut fordern", sagte Arreaza. Frankreich und Spanien gehören neben Deutschland und den USA zu den rund 50 Staaten, die Guaidó als Übergangspräsidenten von Venezuela anerkennen.

Präsident Maduro hatte zuletzt behauptet, Guaidó befinde sich "auf der Flucht vor der Justiz" – obwohl es keinen offiziellen Haftbefehl gegen ihn gibt. Guaidó äußerte sich selbst am Montag bei Twitter zu den Aussagen, dass er sich versteckt halte: Er bezichtigte Maduro und dessen Regierung der Lüge. Er sei "beim Volk", schrieb der Oppositionsführer.

Maduro hält an seiner Macht fest – Venezuela leidet

Guaidó hatte sich im Januar 2019 selbst zum Übergangspräsidenten des südamerikanischen Krisenstaats erklärt. Trotz massiven Drucks aus Washington und der verheerenden wirtschaftlichen Lage in Venezuela hält sich Maduro aber weiter an der Macht. Er hat unter anderem das Militär hinter sich, aber auch Unterstützung aus Russland und China.

Venezuela leidet schon seit Jahren unter einer schweren Wirtschaftskrise, die zuletzt durch die Corona-Pandemie verschlimmert wurde. Millionen von Venezolanern suchten Zuflucht im Ausland.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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