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Trump demonstriert nach Klinik-Aufenthalt StÀrke

Von dpa
Aktualisiert am 06.10.2020Lesedauer: 4 Min.
US PrÀsident Donald Trump streckt die Daumen nach oben auf dem Balkon vor dem Blue Room.
US PrÀsident Donald Trump streckt die Daumen nach oben auf dem Balkon vor dem Blue Room. (Quelle: Alex Brandon/AP/dpa./dpa)
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Washington (dpa) - US-PrĂ€sident Donald Trump hat seine RĂŒckkehr aus dem Krankenhaus ins Weiße Haus als Demonstration der StĂ€rke inszeniert.

Nach seinem dreitÀgigen Klinik-Aufenthalt rief der Corona-Patient die Amerikaner am Montag in einer Videobotschaft ungeachtet der mehr als 210.000 Toten seit Beginn der Pandemie in den USA dazu auf, ihr Leben nicht von dem Virus dominieren zu lassen.

"Habt keine Angst davor. Ihr werdet es besiegen." Dabei hat Trump seine Erkrankung selbst noch nicht ĂŒberwunden. Nach Angaben des Leibarztes des PrĂ€sidenten, Sean Conley, ist er "noch nicht ĂŒber den Berg".

Nach seiner Ankunft mit dem Helikopter auf dem SĂŒdrasen des Weißen Hauses stieg der 74-JĂ€hrige am Montagabend (Ortszeit) die Treppe zum Balkon seiner Residenz hoch, nahm dort den Mund-Nasen-Schutz ab und salutierte dem Piloten seines abfliegenden Hubschraubers. Die Szenen fasste das Weiße Haus in einem Video zusammen, das Trump im Blitzlichtgewitter zeigte, und unterlegte sie mit dramatischer Musik. Auf Nahaufnahmen der Medien war zu sehen, dass Trump außer Puste war.

Trump hatte seine Entlassung aus dem Walter-Reed-Krankenhaus in einem Vorort von Washington am Montag selbst auf Twitter verkĂŒndet und behauptet, er fĂŒhle sich besser als vor 20 Jahren. Leibarzt Conley sagte, Entwarnung fĂŒr den Krankheitsverlauf könne er voraussichtlich erst kommende Woche geben. Trump benötige derzeit aber nichts, wofĂŒr er im Krankenhaus bleiben mĂŒsse. "Wenn wir durch das Wochenende bis zum Montag kommen und sein Zustand genauso bleibt oder sich verbessert, dann können wir alle schließlich erleichtert aufatmen."

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Der PrĂ€sident werde im Weißen Haus rund um die Uhr die beste medizinische Versorgung bekommen, sagte Conley. Neben der Privatwohnung des PrĂ€sidenten befindet sich dort eine medizinische Abteilung. Das Team des Leibarztes setzt sich unter anderem aus MilitĂ€rĂ€rzten und Krankenhelfern zusammen.

Die Einheit könne im Notfall "in den ersten 15 Minuten das leisten, was eine Notaufnahme leisten kann", sagte der Kardiologe Jonathan Reiner von der George-Washington-UniversitĂ€tsklinik der "Washington Post". Ein Patient könnte im Falle eines Herzinfarktes wiederbelebt, stabilisiert und dann in ein Krankenhaus verlegt werden. Trump wurde am Freitag im Weißen Haus zusĂ€tzlicher Sauerstoff verabreicht.

Trump dĂŒrfte noch ansteckend sein und mĂŒsste nach Vorgaben von Gesundheitsbehörden die Maske tragen, um Personen in seiner NĂ€he zu schĂŒtzen. Er nahm sie aber ab, wĂ€hrend Kameraleute des Weißen Hauses in seiner NĂ€he waren.

Trump wurde seit seiner am Freitag bekannt gewordenen Diagnose mit einer Reihe von Medikamenten behandelt, darunter mit einem noch experimentellen Antikörper-Mittel. Nach EinschĂ€tzung des renommierten Immunologen Anthony Fauci könnte dies entscheidend zu einer schnellen Verbesserung von Trumps Gesundheitszustand beigetragen haben. "Ich habe einen starken Verdacht, dass ihm das geholfen hat", sagte Fauci im Sender CNN. Das Mittel war von der Biotech-Firma Regeneron auf Anfrage der PrĂ€sidenten-Ärzte bereitgestellt worden. Es wird fĂŒr gewöhnliche Patienten noch lange nicht verfĂŒgbar sein.

Wegen eines vorĂŒbergehenden Sauerstoffabfalls in seinem Blut bekam Trump auch das Steroid Dexamethason verabreicht. Außerdem wurde er mit dem Mittel Remdesivir behandelt. Experten sahen in den Medikamenten Hinweise fĂŒr einen schweren Verlauf der Erkrankung. Wie es ihm derzeit wirklich geht, ist unklar.

Trump machte nach seiner Entlassung aus der Klinik deutlich, dass er keine Notwendigkeit fĂŒr drastische Maßnahmen zur EindĂ€mmung des Coronavirus sieht. Mancherorts sei Covid-19 weniger tödlich als die Grippe, an der jedes Jahr trotz Impfung viele Menschen - "manchmal mehr als 100.000" sterben wĂŒrden, schrieb Trump am Dienstag auf Twitter.

Besonders zu Beginn der Pandemie hatte Trump Covid-19-Erkrankungen wiederholt mit einer Grippe-Infektion verglichen. Im September wurde bekannt, dass Trump dies tat, obwohl ihm die gravierenden Risiken des Virus bewusst waren: Im GesprÀch mit dem Journalisten Bob Woodward sagte er schon im Februar, Covid-19 sei "tödlicher" als eine schwere Grippe, die pro Jahr 25.000 bis 30.000 Amerikaner das Leben koste.

Am 3. November steht in den USA die PrĂ€sidentschaftswahl an. Trump verkĂŒndete am Montagabend auf Twitter, er werde seinen ausgesetzten Wahlkampf bald wieder aufnehmen. Er plane auch weiterhin, an der zweiten TV-Debatte mit Herausforderer Joe Biden am 15. Oktober teilzunehmen, sagte ein Sprecher von Trumps Wahlkampfteam dem TV-Sender Fox News. Am Mittwochabend steht die Debatte von VizeprĂ€sident Mike Pence und Bidens Vize-Kandidatin Kamala Harris in Salt Lake City im Bundesstaat Utah an. Pence und Harris sollen dabei laut Medienberichten von einer Plexiglas-Scheibe getrennt werden.

Biden widersprach Trumps verharmlosenden Aussagen bei einem Wahlkampfauftritt am Montag in Florida: "Es gibt eine Menge, worĂŒber man sich Sorgen machen muss." Er hoffe, dass niemand mit Trumps Botschaft fortgehe und denke, dass das Virus kein Problem darstelle. "Es ist ein ernsthaftes Problem", sagte Biden.

In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern wurden bereits mehr als 7,4 Millionen Infektionen verzeichnet. Trump werden schwere VersĂ€umnisse im Umgang mit der Pandemie vorgeworfen, die Pandemie ist keineswegs unter Kontrolle. Selbst das Weiße Haus hat mit einem Ausbruch zu kĂ€mpfen. Nach einer dortigen Veranstaltung am 26. September wurden mehrere Personen positiv getestet. Zudem steckte sich neben Trumps Wahlkampfmanager Bill Stepien auch Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany mit dem Virus an.

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