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Russland schreibt Tichanowskaja zur Fahndung aus

Von dpa
Aktualisiert am 07.10.2020Lesedauer: 2 Min.
Swetlana Tichanowskaja, Oppositionsf├╝hrerin aus Belarus, ist in Russland zur Fahndung ausgeschrieben.
Swetlana Tichanowskaja, Oppositionsf├╝hrerin aus Belarus, ist in Russland zur Fahndung ausgeschrieben. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa./dpa)
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Moskau/Berlin (dpa) - Russland hat die belarussische Oppositionsf├╝hrerin Swetlana Tichanowskaja zur Fahndung ausgeschrieben. Dies meldete die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf die Datenbank des Innenministeriums.

Grund daf├╝r seien Verst├Â├če gegen das Strafgesetzbuch. Der Aufenthaltsort der 38-J├Ąhrige ist kein Geheimnis: Tichanoskaja lebt seit der offensichtlich manipulierten Pr├Ąsidentenwahl in ihrer Heimat Belarus im Exil in Litauen. Am Mittwoch war sie zu Besuch in Berlin, wo sie auch von Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) empfangen wurde.

Wie Tass unter Berufung auf russische Sicherheitskreise schreibt, l├Ąuft gegen Tichanowskaja auch in ihrer Heimat Belarus (Wei├črussland) eine Fahndung. Da Belarus und Russland einen Unionsstaat bilden, werde das Gesuch auch in Russland umgesetzt. Auf internationaler Ebene gelte die Ausschreibung aber nicht.

Tichanowskaja ist eine der wichtigsten Anf├╝hrerinnen der Demokratiebewegung in der Ex-Sowjetrepublik. Bei der Wahl im August trat sie gegen Machthaber Alexander Lukaschenko an, der danach den Sieg mit mehr als 80 Prozent der Stimmen f├╝r sich reklamierte. Die Opposition sieht aber Tichanowskaja als eigentliche Siegerin. Seit der Wahl gibt es t├Ąglich Proteste gegen Lukaschenko und seinen Machtapparat.

Deutschland erkennt Lukaschenko wie andere EU-Staaten nicht als Staatschef an. Lukaschenko hat sich aber die Unterst├╝tzung vom Nachbarn Russland gesichert und sich mit Kremlchef Wladimir Putin getroffen. Moskau gew├Ąhrte ihm einen Milliardenkredit. Tichanowskaja appellierte am Mittwoch eindringlich an Putin, sich aus dem Machtkampf in ihrem Land herauszuhalten. "Mischen Sie sich nicht ein", sagte sie im Deutschlandfunk. "Wir m├Âchten selbst unsere Zukunft bestimmen."

Tichanowskaja hatte sich am Dienstag in Berlin bereits mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) getroffen. Sie bedankte sich f├╝r die politische Unterst├╝tzung. Merkel habe ihr viele Hinweise gegeben, wie Belarus aus der Krise herauskommen k├Ânne. Der CDU-Au├čenpolitiker Norbert R├Âttgen sprach sich f├╝r direkte Sanktionen gegen Lukaschenko aus. Der Pr├Ąsident lehne inzwischen jeden Dialog ab, sagte R├Âttgen nach einem Auftritt Tichanowskajas im Ausw├Ąrtigen Ausschuss des Bundestags. Deshalb w├Ąre es richtig, wenn die EU Lukaschenko nun auf ihre Sanktionsliste setze.

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