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Coronavirus: WHO inspiziert Virus-Labor in Wuhan

Suche nach dem Covid-Ursprung  

Im Video: Verdächtiges Virus-Labor in Wuhan inspiziert

03.02.2021, 16:48 Uhr | AFP

Wuhan: In der chinesischen Stadt wird von der WHO ein Labor untersucht. (Quelle: Euronews)
Ist das der Ursprungsort des Coronavirus?

Ein Team aus Virologen, Tiermedizinerinnen, Epidemologen und Expertinnen für Lebensmittelsicherheit soll nach den Ursprüngen des SARS-CoV-2-Virus suchen. Die Theorie, dass der Erreger aus dem Labor stammen könnte, war vor allem von der US-Regierung unter Donald Trump vorgebracht worden. Peking wies die Vorwürfe als anti-chinesische Propaganda zurück. (Quelle: Euronews)

Suche nach Virus-Ursprung: Hier wird ein verdächtiges Fledermaus-Labor in Wuhan inspiziert. (Quelle: Euronews)


WHO-Experten wollen die Wahrheit über die Herkunft des Coronavirus ermitteln. Jetzt waren sie in dem Labor, das der frühere US-Präsident Donald Trump ins Visier genommen hatte – auch Kameras waren dabei.

Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO haben in China ein Labor inspiziert, von dem der frühere US-Präsident Donald Trump behauptet, dass von dort das Coronavirus stamme. Die Experten sind mit einer WHO-Mission im Land unterwegs, die die Herkunft des Virus untersuchen soll. 

Die Wissenschaftler hielten sich am Mittwoch fast vier Stunden im Institut für Virologie in Wuhan auf. Das Institut hat die Spekulationen mehrfach zurückgewiesen, dass es für den Corona-Ausbruch verantwortlich sein könnte.

Die Aufnahmen von vor Ort sehen Sie oben im Video – oder hier.

Erstes Hochsicherheitslabor des Kontinents

Das Wuhan-Institut beherbergt die größte Virusbank in Asien. In ihr werden mehr als 1.500 Virenstämme aufbewahrt. Das zugehörige Hochsicherheitslabor ist das erste des Kontinents, das für den Umgang mit Krankheitserregern der Klasse 4 wie etwa Ebola ausgerüstet ist. Nach Angaben der staatlichen Zeitung "Global Times" besichtigte das WHO-Team auch dieses Labor.

Medien waren während der gesamten Zeit nicht zugelassen, und jeder Kontakt des Teams mit Reportern wurde von Polizisten unterbunden. Team-Mitglied Peter Daszak berichtete im Anschluss auf Twitter lediglich von einem "ausgesprochen wichtigen Treffen" mit den Mitarbeitern des Instituts. Die Gespräche seien "offen und ehrlich" gewesen.

Nach Daszaks Angaben sprachen er und seine Kollegen auch mit der stellvertretenden Leiterin und renommierten Expertin für Coronaviren bei Fledermäusen, Shi Zhengli. Sie hatte schon im Juni 2020 in der Zeitschrift "Scientific American" mitgeteilt, dass das Genom von SARS-CoV-2 zu keinem der Fledermaus-Coronaviren passe, die ihr Labor zuvor gesammelt und untersucht habe.

Keine Belege für Trump-Behauptung

In der Anfangsphase der Pandemie gab es Spekulationen, das Virus könne versehentlich aus dem Labor entwichen sein, doch finden sich dafür bis heute keine Belege. Dennoch hatte Trump, der China für den Corona-Ausbruch und die hohen Opferzahlen verantwortlich machte, mehrfach behauptet, das Virus stamme aus einem Labor in Wuhan.

Die meisten Wissenschaftler weltweit gehen davon aus, dass Fledermäuse die ursprünglichen Wirte des Coronavirus waren und es auf einem Markt in Wuhan auf den Menschen übertragen wurde. Ungeklärt ist aber, welches Tier bei der Übertragung auf den Menschen als sogenannter Zwischenwirt diente.

Eine brisante Reise

Die Forschungsreise der WHO-Experten gilt als brisant, weil mögliche Versäumnisse der chinesischen Behörden am Anfang der Pandemie aufgedeckt werden könnten. In Wuhan war Ende 2019 der weltweit erste Infektionsherd des Coronavirus festgestellt worden, an dem inzwischen mehr als 2,2 Millionen Menschen weltweit starben.

Zunächst hatte Peking eine unabhängige internationale Untersuchung der Ursprünge des Virus verweigert. Später schwenkte die chinesische Regierung um und verbreitete Thesen, nach denen das Virus seinen Ursprung in anderen Ländern habe. Erst mit über einem Jahr Verspätung ließ sie nun die erste WHO-Mission nach Wuhan, seit Freitag sind die internationalen Experten unterwegs.

Team-Mitglied Hung Nguyen-Viet bat um Geduld. Es sei wenig wahrscheinlich, dass die Experten bei "einer so kurzen Mission" die Frage nach dem Ursprung des Virus abschließend beantworten können, sagte er. Er räumte ein, dass es besser gewesen wäre, hätte das Team schon früher nach Wuhan reisen können. Doch habe der jetzige Besuch bereits geholfen, einige Hintergründe besser zu verstehen.

Nguyen-Viet zufolge spüren er und seine Kollegen den globalen politischen Druck. Doch handle es sich bei den Untersuchungen um einen "laufenden Prozess": "Wir konzentrieren uns auf unsere Arbeit und werden sehen, was bei dieser Mission herauskommt."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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