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SpektakulÀrer Prozess gegen Ex-PrÀsident Sarkozy

Von dpa
Aktualisiert am 01.03.2021Lesedauer: 2 Min.
Nicolas Sarkozy (M), ehemaliger PrÀsident von Frankreich, trifft im Novembr 2020 zu einer Anhörung in einem GerichtsgebÀude in Paris ein.
Nicolas Sarkozy (M), ehemaliger PrÀsident von Frankreich, trifft im Novembr 2020 zu einer Anhörung in einem GerichtsgebÀude in Paris ein. (Quelle: Christophe Ena/AP/dpa./dpa)
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Paris (dpa) - Im aufsehenerregenden Prozess gegen Frankreichs ehemaligen PrÀsidenten Nicolas Sarkozy wird heute das Urteil erwartet.

Der 66-JĂ€hrige muss sich mit zwei weiteren Beschuldigten wegen mutmaßlicher Bestechung und unerlaubter Einflussnahme verantworten. Die Staatsanwaltschaft verlangt eine Haftstrafe fĂŒr Sarkozy von vier Jahren - zwei davon zur BewĂ€hrung. Die Verteidigung fordert hingegen Freispruch. "Ich habe niemals die geringste Bestechungstat begangen", hatte Sarkozy vor Gericht gesagt.

Dem Politiker wird vorgeworfen, 2014 ĂŒber seinen Rechtsbeistand versucht zuhaben, von Gilbert Azibert, einem damaligen Generalanwalt beim Kassationsgericht, Ermittlungsgeheimnisse zu erfahren. Der Ex-PrĂ€sident soll im Gegenzug angeboten haben, den Juristen bei der Bewerbung um einen Posten in Monaco zu unterstĂŒtzen. Die VorwĂŒrfe beruhen auf der Verwendung abgehörter TelefongesprĂ€che des Politikers mit Anwalt Herzog. Um die RechtmĂ€ĂŸigkeit dieser Abhöraktion hatte es einen heftigen Streit gegeben.

Sarkozy regierte von 2007 bis 2012 im ElysĂ©epalast. Bei zahlreichen AnhĂ€ngern der bĂŒrgerlichen Rechten gilt er bis heute als FĂŒhrungsikone, obwohl er keine Ämter mehr hat. Immer wieder wird in Frankreich ĂŒber ein mögliches Comeback des 66-JĂ€hrigen spekuliert - falls er es denn schaffe, seine Justizprobleme zu lösen.

Der Prozess gilt in Frankreich als beispiellos. Es ist nach Medienberichten das erste Mal in der 1958 gegrĂŒndeten FĂŒnften Republik, dass fĂŒr einen frĂŒheren PrĂ€sidenten Haft gefordert wurde. Sarkozys VorgĂ€nger Jacques Chirac wurde 2011 wegen Veruntreuung und Vertrauensbruch in seiner Zeit als Pariser BĂŒrgermeister zu einer BewĂ€hrungsstrafe von zwei Jahren verurteilt - die Anklage hatte damals aber auf Freispruch plĂ€diert.

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AffĂ€ren um reiche Freunde, maßlose Regierungsmitglieder oder Vetternwirtschaft hatten Sarkozys Zeit im ÉlysĂ©e geprĂ€gt. "Sarko", wie er in Frankreich genannt wird, hatte seine Karriere als BĂŒrgermeister gestartet. Als PrĂ€sident galt er als harter Hund. Er verlor schließlich 2012 gegen den Sozialisten François Hollande. Nach seinem Abtritt wollte er fĂŒnf Jahre spĂ€ter noch einmal französischer PrĂ€sident werden - scheiterte jedoch.

Sarkozy steht vor einem juristischen HĂŒrdenlauf. Wegen Ausgaben fĂŒr seine erfolglose Wiederwahlkampagne soll es im MĂ€rz einen weiteren Prozess geben. Die Justiz ermittelt zudem seit Jahren wegen angeblicher Zahlungen Libyens fĂŒr seinen erfolgreichen PrĂ€sidentenwahlkampf 2007. Sarkozy weist auch hier alle VorwĂŒrfe zurĂŒck.

Zuletzt war es politisch ruhiger um den schillernden Franzosen geworden. Sarkozy gilt als Vertrauter von PrĂ€sident Emmanuel Macron. Seine Memoiren "Le Temps des TempĂȘtes" ("Die Zeit der StĂŒrme") wurden im Sommer zu einem Bestseller. In der Öffentlichkeit und in Klatschmagazinen zeigt er sich an der Seite seiner Ehefrau, der SĂ€ngerin Carla Bruni.

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