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Corona-Pandemie: China bringt die Welt in Gefahr

MEINUNGCorona-Pandemie  

China bringt die Welt in Gefahr

Corona-Pandemie: China bringt die Welt in Gefahr. Die chinesische Stadt Ruili: Ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens ruft in ein Megafon und informiert Anwohner über die Durchführung eines Corona-Nukleinsäuretests.  (Quelle: dpa)

Die chinesische Stadt Ruili: Ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens ruft in ein Megafon und informiert Anwohner über die Durchführung eines Corona-Nukleinsäuretests. (Quelle: dpa)

Die Volksrepublik China betreibt gnadenlose Machtpolitik mit einem Corona-Impfstoff, der nur wenig wirksam ist. Viele Länder setzten aus Verzweiflung auf chinesische Vakzine. Ein fataler Fehler.

Das Dilemma um wenig wirksame Impfstoffe aus China ist eine internationale Katastrophe. Viele Länder gingen ein Risiko ein, setzten auf chinesische Vakzine, bekamen bezahlbare Konditionen und Kredite aus Peking versprochen. Besonders für einige Entwicklungs- und Schwellenländer war es die einzige Möglichkeit, um schnell an Impfstoff zu kommen. China nutzte ihre Not aus.

Denn was Forscher schon länger ahnten, wird nun immer mehr zur Gewissheit: Das Vakzin des chinesischen Herstellers Sinovac bietet offenbar nur einen vergleichsweise geringen Schutz vor Covid-19. Das würde die Impfkampagnen in zahlreichen Ländern erheblich verzögern. Anstatt aufzuklären hält China Informationen darüber zurück und verschärft damit die Krise zusätzlich.

Mit dem Einsatz des chinesischen Vakzins muss Schluss sein, bis China die eigenen Studien über die Wirksamkeit freigibt. Bis dahin darf es auch in der Europäischen Union keine Zulassung geben. Mit Lügen und mit einer intransparenten Corona-Politik gefährdet die Volksrepublik den globalen Kampf gegen die Pandemie – und damit Menschenleben.

Intransparenz macht fassungslos

In Brasilien erzielte der chinesische Impfstoff eine Schutzwirkung gegen Infektionen von nur rund 50 Prozent. Immerhin: Schwere Krankheitsverläufe, die eine medizinische Behandlung erfordern, verhindert er nach Unternehmensangaben zu 80 Prozent. Aber die Ergebnisse der wichtigen dritten Phase der klinischen Prüfung hält China unter Verschluss. Das ist unverantwortlich.

Der Schaden wird durch die chinesische Schweigepraxis noch vergrößert. Nicht nur Entwicklungsländer, sondern auch Brasilien, die Türkei, Chile, Serbien, Belarus oder das EU-Mitglied Ungarn bestellten den Impfstoff von Sinovac. Teilweise gibt es dort hohe Infektionswerte. Aber die Staaten, die fleißig das Sinovac-Vakzin verimpfen, tappen noch immer über dessen genaue Wirksamkeit im Dunkeln.

Für das Vertrauen in die chinesischen Corona-Hilfen ist das ein schwerer Schlag. Natürlich können Fehler gemacht werden oder Impfstoffe in der Pandemie nicht die erhoffte Wirkung erzielen. Das liegt in der Natur dieser Krise. Es ist erneut die chinesische Intransparenz, die in der Impfstoffdebatte fassungslos macht. 

Machtkampf statt Solidarität

Dieses Impfstoffdebakel ist nur das nächste Kapitel in einer Chronik der chinesischen Verantwortungslosigkeit. Trotz Zweifeln an der Wirksamkeit betrieb die Volksrepublik in den vergangenen Monaten eine gnadenlose Machtpolitik mit den Vakzinen. Die Impfstoffdiplomatie diente vor allem dazu, den eigenen Einfluss auszubauen, im Wettstreit um die globale Vorherrschaft mit den USA. Die Motive für die chinesische Intransparenz sind demnach kalkulierend und egoistisch.

Mit globaler Solidarität haben die chinesischen Impfstoffverkäufe nur wenig zu tun. Einerseits geht es um Macht, anderseits möchte Peking sein Image aufbessern und nicht als Sündenbock dastehen, der die Pandemie ausgelöst hat. Dabei fand die Krise in China seinen Ursprung. Daraus ergibt sich eine besondere Verantwortung des Landes für die Gesundheit aller Menschen auf der Welt. Aber die ignoriert China stetig. 

Schon der Beginn der Pandemie wurde durch das kommunistische Regime lange verheimlicht, Infektionszahlen aus dem Land werden noch immer nicht veröffentlicht, schlechte Entwicklungen wurden vertuscht. China lässt damit die Welt im Kampf gegen Corona im Stich und wird stattdessen zum Profiteur der Krise. Wirtschaftlich freut sich Peking über einen rasanten Aufschwung und auch machtpolitisch konnte das Land seinen Einfluss ausbauen – auch durch den Impfstoffhandel. 

"Es war ein komplettes Missverständnis"

Einen Gesichtsverlust will sich China nicht leisten. Deshalb kam der Auftritt von Gao Fu bei einer Konferenz in Chengdu vielen Beobachtern wie einer der wenigen chinesischen Offenbarungsmomente in dieser Pandemie vor. Die Behörden müssten "über Wege nachdenken, wie das Problem gelöst werden kann, dass die Wirksamkeit der existierenden Impfstoffe nicht hoch ist", sagte der Direktor des chinesischen Zentrums zur Prävention und Kontrolle von Krankheiten (CDC). Aha, es gibt also ein Problem – und ein ranghoher chinesischer Beamter gibt es auch noch zu.

Nach einer weltweiten Empörungswelle ruderte Fu zurück. "Es war ein komplettes Missverständnis", sagte er der Zeitung "Global Times". Er habe vielmehr eine "wissenschaftliche Vision" vorgelegt, dass eine Anpassung der Impfabfolge oder die Vergabe verschiedener Vakzine nacheinander auch Optionen sein könnten, den Schutz zu verstärken. Seine Botschaft ist demnach: Es gibt kein Problem, trotzdem denke man in China darüber nach, Impfstoffe zu vermischen, um die Wirksamkeit zu erhöhen.

Diese Kommunikation ist lächerlich. Durch das Hin und Her verliert China weiter an Glaubwürdigkeit. Völlig zurecht werden Menschen nun zögern, sich einen zusammengemischten, chinesischen Impfcocktail spritzen zu lassen. Das Vertrauen ist futsch. Will China es zurückgewinnen, muss die Volksrepublik mit der internationalen Gemeinschaft zusammenarbeiten. Bislang ist China in dieser Pandemie keine Supermacht, sondern lediglich ein großes Land, das vor allem durch die Angst vor dem eigenen Gesichtsverlust getrieben ist. 

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